Sammelantwort (Allgemeines Forum)

Alphorn (CH), Samstag, 12.02.2011, 13:20 (vor 5579 Tagen) @ Henrik

[Den ITF] im Fernverkehr, gar im Hochgeschwindigkeitsverkehr strikt kategorisch umzusetzen ist zu aufwendig und macht keinen Sinn, ist gar kontraproduktiv.
Da macht es viel eher Sinn, Linien zu optimieren und zu beschleunigen.

Der Fernverkehr in der Schweiz ist komplett im ITF und sehr erfolgreich. Der Hochgeschwindigkeitsverkehr in Frankreich wird 2012 auf ITF umgestellt. Gerade im FV mit seinem schlechtem Takt macht ein ITF am meisten Sinn, weil dort die potentiellen Wartezeiten beim Umsteigen an den Bahnhöfen am längsten sind. Gut, ein wenig Zeit verliert man (bei angepasster Infrastruktur 2-5 Minuten pro Taktknoten, also wohl maximal einmal pro Stunde Fahrzeit), dafür gewinnt man ein Mehrfaches beim Umsteigen - die Wenigsten wohnen am Hauptbahnhof. Gegen zusätzliche Sprinter hat niemand was.

Ohne die NBS wäre wohl trotzdem kein Zug auch nur eine Minute weniger verspätet gewesen.

Was, wenn man das Geld für die NBS einfach für Weichenheizungen und Lafa-Behebungen ausgegeben hätte? Viele eingesparte Verspätungen.

Dass die NBS nicht viel gebracht hätten, kannst Du ja mal an den einzelnen erläutern.
Ich sehe immer nur genau entgegengesetzte Fahrgastzahlen, sprich deutlich zunehmende.

Quelle für Deine Zahlen? Ich hab hier als Quelle das statistische Bundesamt, und das nennt im Jahrbuch für das Jahr 2000 145 Mio Passagiere im Fernverkehr, im Jahr 2009 nur noch 124 Mio. KRM wurde 2002 eröffnet, NIM 2006.

Die daraus logisch folgende Konsequenz wäre doch eher, dass man umso mehr NBS bauen müsste und nicht weniger.

Mit unendlich Geld, warum nicht? Aber das Geld ist knapp. Eine Beschleunigung von 150 auf 200 ist billiger, hilft allen IC- und RE-Zügen (nicht nur ICEs) - und spart exakt gleich viel Zeit wie eine Beschleunigung von 200 auf 300.

Die letzte NBS (i.S. von SFS) ist vor über 4 Jahren in Betrieb genommen worden,
seitdem ist mit keiner weiteren NBS der Bau begonnen worden.
Daran wird es also kaum gelegen haben.

Doch, weil weiterhin fast alles Investitionsgeld für HGV-Projekte reserviert ist (Wendlingen-Ulm, Erfurt-Halle/Leipzig).

und mit den prozentualen Investitionen in den Sektor Bahn wie in der Schweiz oder auch anderen europäischen Staaten wäre der Verkehrssektor Bahn hierzulande sicher erheblich besser bedient.

Einverstanden, die Schweiz gibt mehr für die Bahn aus; allerdings sind die Zahlen durch die immens teure NEAT (hauptsächlich Güterverkehr) verzerrt. Aber gerade bei knappen Mitteln finde ich, dass man das Geld am Ort mit maximalem Nutzen ausgeben soll. Die Rennbahnen sind für sich allein gesehen vielleicht erfolgreich, aber sie haben vielen anderen kleinen Projekten das Geld entzogen und dadurch dem Fernverkehr wohl mehr geschadet als genutzt - siehe Fahrgastzahlen.


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