Der Fernverkehr ist angestiegen (Allgemeines Forum)

Holger2, Dienstag, 15.02.2011, 01:03 (vor 5579 Tagen) @ Alphorn (CH)

Hallo Alphorn,


Zwei stündliche Züge kurz nacheinander sind noch lange kein Halbstundentakt. "Die meisten Hauptrouten"? Zwischen den 5 grössten Städten Deutschlands gibt es 10 Verbindungsmöglichkeiten, davon werden 3 öfter als stündlich bedient und keine im Halbstundentakt.

wie unten schon ausgeführt: wenn ich einen Stundentakt habe, dieser jedoch eine Stunde schneller ist, als ein möglicher Halbstundentakt, ist der Stundentakt vorzuziehen, weil der Fahrgast immer schneller am Ziel ist.

Die 5 größten Städte: Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt. Wie man unschwer erkennen kann, liegen diese Städte über das gesamte Bundesgebiet verstreut.

Schlimmer noch, wenn Du die nächsten großen Städte nimmst, dann kommen noch hinzu: Stuttgart, Ruhrgebietsstädte, Nürnberg, Hannover, Leipzig (und weitere)

Der vorhandene Gesamterfolg (nicht nur Einzelstrecken) spricht für meine These,
ebenso die Untersuchungen von Fahrgastströmen, siehe Literatur.


Vor Bau der Rennbahnen: 145 Mio FV-Reisende. Nach Rennbahnen: 124. Der Gesamterfolg ist nicht da. Über die Gründe kann man streiten - Korrelation ist nicht Kausalität - aber der Zusammenhang ist plausibel und diskutabel.

Bei Deiner Kausalität unterschlägst Du aber, dass gerade auch die Schweiz massiv in Neubaustrecken investiert: z.B. Mattstetten - Rothrist und Zürich Hbf. (tief). Wenn Du diese Investitionen auf den Einwohner umlegst, sind das ganz enorme Summen. Und insbesondere das Städtedreieck Zürich - Basel - Bern profitiert von diesen Strecken.

Das tun sie, aber die Abnahmen übertreffen die Zunahmen. These: Hätte man das Geld für die Rennstrecken in der Fläche ausgegeben, wäre die Passagierzahl heute höher.

Das ist eine These, die Du insbesondere am Beispiel Schweiz überhaupt nicht belgen kannst (s.o.)

Es gibt die Initiative Deutschland-Takt. Und 3 der Nachbarländer Deutschlands arbeiten am landesweiten ITF, so falsch kann die Idee nicht sein - und in Frankreich hat auch lange Zeit niemand davon geredet.

Welche drei Nachbarländer? NL, Belgien und Schweiz haben ihn schon, Österreich arbeitet gerade dran, indem, nunja, mehrere Fernverkehrsverbindungen stillgelegt worden sind (und auch Österreich investiert massiv in Neubaustrecken) und was Frankreich angeht:
Auf der TGV Mediteranee existiert der Taktverkehr weitgehend schon. Und der Regionalverkehr ist departement - abhängig sehr unterschiedlich ausgeprägt. Selbst wenn das Angebot vertaktet würde, muss ich sagen: Das haben wir in Deutschland schon besser. Es ist ja nicht so, dass die Züge in D selten und willkürlich herumfahren würden.

Für ersteres sehe ich keine Zahlen, in letzterem Fall verlieren vielleicht die Durchfahrer, dafür gewinnen die Umsteiger. Zudem soll ja K21 billiger sein...

...sagen, wen wundert es, die K21 - Befürworter. Für die Gegenmeinung K21 sei gleich teuer wie S21, lassen sich mindestens genausoviele stichhaltige Argumente liefern. Lassen wir also den Streit dort, wo er hingehört.

Ich meinte Rennstrecken, moderaten Ausabau wie in Fehmarn befürworte ich ja.

Dann erkläre mir bitte, wie Du mich oder meine Kollegen von Stuttgart nach München vom Auto auf die Schiene locken willst, wenn die Straße mindestens eine halbe Stunde schneller ist (und zwar Hbf. - Hbf. gerechnet). Die Realität spricht eine andere Sprache: Die Züge sind zwischen Mannheim und Stuttgart sehr voll und dann zwischen Stuttgart und Ulm schlagartig sehr leer.

Ich argumentiere mit dem Gesamtkuchen, der Summe des Fernverkehrs. Der ist gechrumpft, und ich sehe eine plausible Erklärung dafür im Geldmangel für Gesamtnetz durch teure NBS.

Der Gesamtkuchen Fernverkehr ist deshalb geschrumpft, weil ehemalige Fernverkehrsverbindungen heute vom Nahverkehr abgedeckt werden. Beispiel: Magdeburg - Berlin, Münster - Gelsenkirchen - Essen, München - Oberstdorf

Verlässlichkeit? Teilweise, das Winterchaos lag auch am 200km/h Limit auf den Rennstrecken. Guter Takt? Ich sehe ihn nirgends. Kurze Umsteigezeiten? Hat nix mit NBS zu tun, ausser sie werden auf ITF-Kantenzeit gebaut. Das wichtigste aber: Das sind teuer erkauft lokale Effekte, der Reisende von Dortmund nach Bremen hat nix davon.

Ich finde es icht hilfreich, Äpfel mit Bananen zu vergleichen. Dass die Bahn niht ausreichend auf den Winter vorbereitet war, mag stimmen, deswegen sind zwei Fernverkehrsvorstände gegangen worden.
Die kürzlichen Zustände lagen auch an nicht verfügbaren Zugeinheiten, bedingt durch Sonderauflagen des EBA aufgrund des Radbruchs bei Köln. Das ist nicht der Bahn anzulasten.
Guter Takt: zwischen Frankfurt und Köln und zwischen Frankfurt und Stuttgart gibt es einen fast lupenreinen Halbstundentakt. Selbiges zwischen München und Nürnberg.
Der Reisende von Dortmund nach Bremen hat einen Stundentakt und ist damit schneller am Ziel, als jeder Reisende in der Schweiz (gleiche Entfernung vorausgesetzt).

Holger


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