CH: Pflästerchenpolitik (auch in NL). (Allgemeines Forum)

Chrispy, Dienstag, 30.11.2021, 23:31 (vor 1675 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo Oscar,

Da fehlt es doch einfach an einer übergreifenden Vision. Warum nicht eine NBS entlang der Autobahn planen und dann gegebenenfalls in Etappen bauen. Damit könnte man die Kapazitäten für den Fernverkehr auf der NBS sowie auf der Bestandsstrecke für den Regional/Güterverkehr massiv erhöhen, weil man die Langsamverkehre von den schnellen trennt.


Ich nehme mal an, die Region ist zu dicht besiedelt für einen viergleisigen Ausbau, wie der Fall bei Amsterdam-Utrecht? (dort auf den Ferngleisen zwei 10-Minutentakte in Blockabstand; auf den Regiogleisen pro Stunde 4 Regios + ? Cargos)

Es handelt sich dabei um das nördliche Genferseeufer, das ist relativ dicht besiedelt und oft gibt es eine leichte Hanglage. Darum sind dort Grundstückspreise relativ hoch und es wurde ziemlich nahe and die Bahngleise herangebaut. Gefordert wird hier von den Kantonen Genf und Waadt vorallem der dreigleisige ausbau (ein gleis für den Regionalverkehr und zwei für den Fernverkehr), mit einigen Vierspurinseln für Kreuzungen. Momentan fahren da glaube ich 7 Fernverkehrszüge sowie 2 RE pro stunde und richtung. S-Bahnen fahren nicht durchgehend, sondern nur zwischen Genf und Coppet sowie Lausanne und Allaman. Zudem müssen da noch ein paar Güterzüge durch. Die Autobahn A1 verläuft etwas landeinwärts hinter den Siedlungsgebieten und würde sich für eine parallel-NBS anbieten.

Meiner Meinung nach ist man nun an einem Punkt, wo man mit dem Bahn 2000 Leitsatz, nur dort zu Bauen wo unbedingt nötig, nicht mehr weiter kommt und sich sogar langfristig schadet.


Was Du schreibst, sehe ich auch bei Utrecht-Arnhem. Ja es hat hier und dort mal ein Pflästerchen gegeben und dadurch ist 6 "IC" pro Stunde möglich (aber kein sauberer 10-Minutentakt, ich berichtete schon eher).
Für den ICE International wird es aber nicht besser. Na gut, man erhofft den unsauberen 2h-Takt in einen sauberen 1h-Takt zu verwandeln. Durchschnittliche Wartezeit geht von 60 zu 30 Minuten; halbe Stunde gewonnen, Baukosten null.
Aber dennoch: anderthalb Stunden für 135 km Luftlinie oder 155 km Strecke, damit gewinnt man nicht viel in Vergleich zum Auto.

Die Fahrzeit zwischen Genf und Lausanne beträgt 30 min mit dem schnellsten IC. Mit einer NBS200 würde man maximal 5 min einsparen, da die Bestehende Strecke auch schon mit 140 km/h (?) befahren wird. Es ginge nicht einmal um die Fahrzeit per se, aber der dreigleisige Ausbau wäre fast gleich teuer wie eine zusätzliche zweispurige NBS. Man könnte die NBS aber nicht kilometer weise bauen, wie beim Ausbau und man müsste auf einmal einige Milliarden in die Hand nehmen und nicht in kelinen 100 Mio schritten.


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