einige Anmerkungen zu S21 (Allgemeines Forum)

Zugreisender, Mittwoch, 05.05.2010, 23:06 (vor 5814 Tagen) @ bigbug21

Hallo Peter,

Täusche ich mich, oder hängt das Projekt nicht im Wesentlichen an fehlenden Planfeststellungsbeschlüssen? Im Gegensatz zu der Neuordnung des Bahnknotens Stuttgart ist der Ausbau der Rheintalbahn als laufendes Vorhaben im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans enthalten und wird nicht erst ab ~2017 finanziert.

Auch für Stuttgart 21 fehlen noch wesentliche Teile der Planfeststellung und Genehmigungen. Wieso halt das hier niemanden davon ab mit dem Geld ausgeben noch ein wenig zu warten?

Hier verwechselt du weitgehend Äpfel mit Birnen. Der Ausbau der Rheintalbahn ist ein Bundesprojekt, das weitgehend aus Bundesmitteln finanziert wird. Stuttgart 21 wird dagegen zum größten Teil von der Deutschen Bahn und dem Land Baden-Württemberg finanziert. Der Bund trägt "nur" die so genannten "Sowieso-Kosten" in Höhe von wenig mehr als 500 Millionen Euro, die sowohl bei S21 als auch bei K21 für die Einbindung des Knotens Stuttgart an die Neubaustrecke nach Ulm anfallen würden.

Egal ob Bund, Land oder Stadt, es sind Gelder welche durch Steuern erarbeitet werden müssen und welche an anderer Stelle fehlen. Und wieder scheinst du die NBS (wirtschaftlicher Mehrwert) mit dem Kellerbahnhof (sinnlos und teuer) zu vermischen.

Allerdings scheint mir die Finanzierung des Projektes immer noch transparenter und nachvollziehbarer als die Rechnung der Kopfbahnhof-21-Befürworter. Auf den S21-Seiten findet sich unter http://www.das-neue-herz-europas.de/bahnprojekt/finanzierung/finanzierung-stuttgart21/d... eine recht detaillierte Aufstellung: Demnach enthalten die 4,088 Milliarden Euro bereits Inflationseffekte bis in das Jahr 2019.

Wer an die 4,088 Milliarden glaubt belügt sich selbst. Selbst Holger bekam kalte Füsse und war nie bereits auf diese zu Wetten, obwohl er sich rhetorisch viel weiter aus dem Fenster gelehnt hat als du. Die Schätzungen der wahren Kosten gegen von 5-6 Milliarden (BRH), 6-8 (Vieregg & Rössler) bis über 10 (geheimes Gutachten aus der Schweiz).

Und ich glaube das NIEMAND am Ende das Geld haben wird die Sache zu Ende zu bringen.

Auf der anderen Seite habe ich seitens der Kopfbahnhof-21-Befürworter bislang noch keine Daten gesehen, wie sich die zu diesem Projekt kommunizierten 1,2 Milliarden Euro zusammensetzen, auf welchem Preisstand diese Zahl beruht und inwieweit hier Preissteigerungseffekte berücksichtigt sind. Kannst du mir hier weiterhelfen?

Kurzum: Die Finanzierung von S21 ist nicht unbedingt transparent, das Konzept K21 lässt hier aber noch mehr Fragen offen.

Die genauen Kosten von K 21 kann man selbstverständlich heute noch nicht endgültig abschätzen. Da hier aber deutlich weniger in die Substanz eingegriffen werden muss und es deutlich weniger Tunnelkilometer geben wird (und im Tunnel liegen die Kostenfallen) ist es nicht schwer zu erkennen das es am Ende günstiger kommen wird bei fast gleichen Fahrzeiten.

Noch grösserer Vorteil: Man kann es ein Teilabschnitten umsetzen und damit spontan auf die jeweilige Kassenlage abstimmen während S 21 nur zu 100% überhaupt etwas bringen kann, jede vorherige Unterbrechung aber extreme schädlich wäre.


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