einige Anmerkungen zu S21 (Allgemeines Forum)

PhilippK, Dienstag, 04.05.2010, 14:01 (vor 5816 Tagen) @ Holger2

Mal völlig unabhängig der Projektdetails:

Wir sind in Deutschland an einem Punkt angekommen, an dem es nicht mehr möglich ist, ein größeres Infrastrukturprojekt (egal ob Schiene, Straße oder Luft) umzusetzen, ohne dass es zu massiven Protesten der Bevölkerung kommt. Bei jedem der hier aufgezählten Projekte gibt es Befürworter und Gegner. Projekte, die eine Großstadt massiv tangieren, werden dabei natürlich kritischer betrachtet.

Dabei gibt es zwei Stufen des Widerstandes: die Variante "garnicht" und die Variante "nicht so". Vor allem letztere greift dabei einzelne Punkte des Projekts an (Sankt-Florians-Prinzip: Verschon mein Haus, zünd andere an) - und kann dabei eine Abwägung aller Details außen vor lassen: es gibt einen gemeinsamen Punkt, gegen den man kämpfen kann. Gegen ein Projekt zu sein ist dabei einfacher. Wer ein Projekt realisieren will, braucht einen kompletten Plan; wer dagegen ist, nur einen Angriffspunkt und kann auf die restlichen Details verzichten. Das soll in keinster Weise wertend sein sondern nur die Zusammenhänge darstellen.

Bezogen auf S21 heißt das, dass hier ein konkreter Plan gegen ein schemenhaft umrissenes Konzept (K21) steht. Das macht die Argumentation der Projektgegner erst einmal einfach. Ich bin mir aber in einem Punkt sicher: hätte die Bahn ein Projekt ähnlich K21 vorgeschlagen, so hätten wir heute in Stuttgart keinen Massenprotest gegen S21 sondern einen gegen K21. Beide Projekte haben genügend Angriffspunkte, an denen sich ein solcher Protest orientieren kann.
Vielleicht hätten die Bahn am Anfang mit einer Bypass-Lösung wie in Mannheim kommen sollen. Dann würden wir in Stuttgart wohl alle Kröten mit Genuss schlucken ;-)

Gruß, Philipp


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