Neues Verspätungsregime bei EC München-Zürich ab Dezember. (Allgemeines Forum)

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Donnerstag, 06.08.2015, 19:25 (vor 3852 Tagen) @ Twindexx

Zum Beispiel die EW IV. Da hat man für die Pendelzugtauglichkeit sogenannte Kursatoren in die Drehgestelle eingebaut. Diese Kursatoren mag das EBA offenbar nicht. Aber die SBB werden die mit Garantie auch nicht ausbauen.
Dann fährt auch mal ein ICN auf diesen IR, welche wegen Störströmen und Software-Dokumentation beim EBA nicht zulassungsfähig ist.
Die Bp-Wagen wurden 1999-2002 modernisiert und dabei technisch zu Inlandswägen umgerüstet (waren früher international im Einsatz, geht heute nicht mehr). Wird sowieso spannend, wie lange diese 27 Wagen grosse Splittergattung noch im Einsatz ist.
Die ehemaligen Bpm51-Wagen mit Übersetzfenstern, welche noch als Zusatzwagen zum Einsatz kommen, verloren ihre RIC-Zulassung mit Nachrüstung automatischer Türen vor wenigen Jahren (waren früher die grünen Wagen, welche manchmal als Zusatzwagen nach München kamen). Wegen ein paar EC nach München wird man auch nicht den riesigen Aufwand mit dem EBA suchen.

Und zum anderen hat man die Kompositionen der EC speziell hergerichtet: Der erste Erstklasswagen hat einen Businessbereich mit grösseren Tischen und eine geänderte Luftansaugung wegen der Dieselloks (Bayernlüftung), davon hat man nur vier Wagen (drei im Münchner Umlauf und einen Reserve). Der zweite Apm61 ist ein normaler EC-Wagen mit RIC-Zulassung. Dann kommt der WRm, den die IR-Kompositionen sonst auch nicht haben. Der folgende Bpm61 ist wieder ein normaler EC-Wagen mit RIC-Zulassung. Der zweite Zweitklasswagen ist ein Bpm61 (Velo), die ausser in den Münchner EC sonst am Gotthard fahren und dort auch bleiben werden, sind also auch nicht zusätzliche für die Münchner Umläufe vorhanden. Der dritte Bpm61 ist wieder einer mit Bayernlüftung, wovon es auch nur wieder vier Stück gibt (drei im Umlauf, einer Reserve). Und das sind die sechs Wagen langen Stammkompositionen der Münchner EC.

Ok, danke, wieder was gelernt. ;) Bisher dachte ich, alle SBB-Wagen hätten RIC-Zulassung und könnten beliebig durch Europa fahren...
Ob das gut ist, sich international wegen der Kursatoren zu isolieren, ist jedoch fragwürdig. Die Fexibilität leidet sehr, es können nur 3 von 8 Zügen bis Basel durchgebunden werden und bei EC 196/197 baut man sich das Problem mit Verstärkerwagen ein.
Vlt. hätte man doch eine andere Möglichkeit suchen sollen, sodass Pendelzugtauglichkeit und RIC-Zulassung zusammen funktioniert bzw. im Zweifel mit den Kursatoren noch bis 2020 zuwarten sollen.

Lustig dabei finde ich doch eher, dass im Schweizer ITF 98% der Anschlüsse erreicht werden. Dieser Wert liegt in Deutschland trotz dieser viel längeren Umsteigezeiten um einiges tiefer. Die längeren Umsteigezeiten sind also kein Allheilmittel, können also auch von der Seite her nicht die Lösung sein. Sie wären eh nur Symptombekämpfung. Wichtiger ist immer Ursachenbekämpfung und das wäre eben das Einrichten ausreichender Fahrzeitreserven.

Das ist ja logisch, denn in der Schweiz sind die Laufwege der Züge allgemein kürzer als in DE. Dazu kommt der Pseudo-ITF mit "Taktknoten" an einigen Stationen, wie Hannover, Stuttgart oder Mannheim mit sehr kurzen Umstiegszeiten der Anschlüsse, die häufig nicht erreicht werden.
Und natürlich der Unterschied, dass die DB ein Wirtschaftsunternehmen unter Sparzwang ist, die SBB jedoch nicht.

Der einzelne Reisende sieht das natürlich immer anders. Aber das muss objektiv im Sinne aller Reisenden entschieden werden. Und wenn die Komposition des Takt-IR eine Stunde später als EC-Ersatz eingesprungen ist, braucht es dafür die Komposition des EC für diesen Takt-IR eine Stunde später. Und je nachdem gibts in Zürich dann einen Kompositionstausch wenn der die EC-Komposition noch am gleichen Tag als EC wieder nach München muss.

Das ist geschummelt! Booooo! Ich dachte, die SBB würde zusätzliche Garnituren vorhalten, die überhaupt nur im Verspätungsfall eingesetzt werden.
Einfach schon den Takt vorverlegen kann ja jeder. :P

Wenn das so dringend wäre, hätte man es längst gebaut. Und wegen den paar verspäteten EC aus München übersteigt der Kostenaufwand den Nutzen dann doch um einiges. Und das wäre eben auch nur wieder Symptom- statt Ursachenbekämpfung. Ursachenbekämpfung wäre eine Massnahme in Deutschland, um die EC pünktlicher zu machen (das wäre vermutlich sogar billiger als in der Schweiz irgendwo ein Dreigleisiger Ausbau).

Pasing - Geltendorf wäre ein viergleisiger Ausbau dringend nötig. Allerdings verursacht der Mischbetrieb dort weniger Verspätungen, als großen planmäßigen Fahrzeitverlust. Auch mit 140 km/h und freier Trasse könnten die EC bis Buchloe ~10 Minuten schneller sein. Mit 160 km/h sogar noch etwas mehr.
Geplant und noch nicht entschieden ist ein dreigleisiger Ausbau nur bis Eichenau, der ganz sicher auch 2020 noch nicht in Betrieb sein wird.

Es bleibt allerdings zu beachten, dass die EC eher selten über 10 Min. verspätet in Lindau aus Ri. München ankommen und das Verspätungsregime in St. Gallen daher nur in Ausnahmefällen angewedndet werden wird. Ab 2018 mit dem 15 Minuten Aufenthalt dort, da DB Bahn die Trasse nicht ändert, dürften nahezu 99.9% aller EC regulär in Zürich (und Basel) ankommen.

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Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
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