Dostos sind keine Lösung (Allgemeines Forum)

Twindexx, St. Gallen (CH), Montag, 23.09.2013, 23:25 (vor 4579 Tagen) @ flierfy

Hoi,

Es gibt kaum einen Güterzug, der an einem 96 cm hohen Bahnsteig Probleme hätte.

Es sind mehr als Du denkst.

Im Übrigen war und ist es nie Ziel gewesen, 'den Verkehr' auf die Schiene zu verlagern.

Das ist sehr wohl das Ziel, steht Schwarz auf Weiss in der Schweizer Bundesverfassung. Und Deutschland und die EU haben sich per Staatsvertrag dazu verpflichtet, im Transitverkehr diese Politik zu unterstützen. Staatsverträge sind keine besseren Vorschläge, die haben eingehalten zu werden.

Dafür ist das System Eisenbahn überhaupt nicht geeignet.

Die Eisenbahn ist ein universelles Transportmittel, welches eine Vielzahl von unterschiedlichen Transporten abwickeln kann.

Wenn selbst 400 m Bahnsteig nicht mehr ausreichen, dann schiebt man aber einen gewaltigen Investitionsstau vor sich her. Davon sind wir aber weit entfernt. Es geht lediglich darum, Bahnsteige vielleicht auf 200 zu verlängern.

Nein, das hat mit Investitionsstau nichts zu tun. In der Schweiz werden 400 m lange Dostos mit 1300 Sitzplätzen im Fernverkehr zunehmend zur Regel, und das im durchgehenden Halbstundentakt, in der HVZ bald auch im 15-min-Takt. Mit einstöckigen Zügen ist diese Fahrgastmenge schlicht nicht mehr transportierbar. Und wie gesagt, mit Investitionsstau hat das gar nichts zu tun. Die Schweiz ist eh schon an der Spitze der Pro-Kopf-Investitionen in den Schienenverkehr. Mehr geht einfach irgendwo nicht mehr, denn Geld ist schliesslich endlich. Und wenn man mit den Zügen auf Grund rasanter Nachfragesteigerungen nicht mehr in die Länge gehen kann, dann muss man eben in die Höhe gehen und auf Dostos setzen.

So viele zusätzliche Fahrzeuge braucht man gar nicht. Jedenfalls nicht so viele, als dass es die finanziellen Vorteile eines einstöckigen Bahnbetriebs aufzehren würde.

Einen 15-min-Takt mit 400 m Dostos zu fahren bedeutet, 5200 Sitzplätze anzubieten pro Stunde. Eine ICE-3-Doppeltraktion bietet 920 Sitzplätze. Man müsste also pro Stunde 5.7 mal fahren statt viermal um dieselbe Transportleistung zu erreichen. Dadurch ergäbe die einstöckige Variante einen Fahrzeugmehrbedarf von 42.5%. Wenn man bedenkt, dass eine 400 m Zugskomposition locker 60 Mio € in der Anschaffung (Unterhalt kommt später auch noch dazu) kostet, dann sind hier bei einer einstöckigen Variante gewaltige Mehrkosten im Spiel. Von den Kosten für die Erweiterung der Infrastruktur, um die zusätzlichen 1.7 Züge pro Stunde fahren zu können, ganz zu schweigen.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.


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