VRR: Bahnsteige zu hoch für neue S-Bahnen (Allgemeines Forum)

flierfy, Donnerstag, 19.09.2013, 20:40 (vor 4586 Tagen) @ Giovanni

Die Zwischenhalte (RE3 im Takt) zwischen Stralsund und Berlin teilen sich so auf:
7x 76cm (+ Prenzlau)
10x 55cm
1x 34cm
1x 28cm (Groß Kiesow)
1x 26cm

Wie man sieht, hat Mecklenburg-Vorpommern nahezu durchgehend 55cm. Das Brechen der Züge an der Landesgrenze ist schließlich keine Option.

Auch Sachsen hat 55cm.
Und angesichts der extrem kurzen Bahnsteige - teils müssen jetzt schon Wagen abgesperrt werden - gibt es keine Alternative zu 55cm-Dostos. Die andernorts im Topic unterstellten Omneo haben weniger Kapazität - die anderen Fahrzeuge sind noch nicht einmal konstruiert.

Wenn Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen sich auf Bahnsteighöhen festlegen, die stufenfreien Bahnverkehr unmöglich machen, ist das deren Problem. Brandenburg setzt mit Berlin auf den deutschen Standard 76 cm und somit auf ein Mass, dass mit kleineren Abstrichen stufenfreien Bahnverkehr möglich macht.

Und wo bitteschön gibt es noch kurze Bahnsteige. In Brandenburg hat man überall eine Mindestlänge von 140 m. Das reicht für einen 7-teiligen Talent 2, der genauso viel Sitzplätze bietet wie die 4-teiligen KISSes. Besser wäre noch ein 8-teiliger SLT. Durch den kann man stufenfrei durchgehen und stufenfrei einsteigen.
So lange man die Bahnsteiglängen nicht ausreizt, ist Kapazität jedenfalls kein Argument.


Überhaupt kann ich nur bei einer einzigen DB-Bahnsteigkante im VBB einen potenziellen Grund erkennen, auf 76cm zu setzen: Wittenberge, wenn sich Sachsen-Anhalt bei der RB30 auf BR 425 festlegt.
(+ NEB RB27 wegen S-Bahnsteig Karow)

Die wenigen 76cm-Fahrzeuge, BR 646, wurden extra für Brandenburg mit höheren Einstiegen bestellt. Die vorher bestellten UBB-Fahrzeuge hatten nur 55cm.

Da hat man offensichtlich falsch bestellt.

Insgesamt sind jedoch 24 Bahnsteige im Verlauf des RE3 76 cm und nur 5 55 cm hoch. Somit kann man in Prenzlau sehr wohl von Vereinheitlichung sprechen.


Falsch s.o.

Von wegen falsch. Du kannst von Nechlin bis Berlin eine Richtschnur spannen. Und von zwei noch nicht erneuerten Bahnsteigen haben alle die gleiche Höhen. Folglich ist der Bau in Prenzlau eben doch Teil einer Vereinheitlichung.


Begründet wird die Bahnsteighöhe von 76cm gerne mit angeblichen Erfordernissen des Fernverkehrs. Dabei ist dort der Anteil an barrierefreien Fahrzeugen extrem gering - ironischerweise sind aber auch dort mehr 55cm- als 76cm-Fahrzeuge vorhanden.
Einziger mir bekannter, nicht saisonierter, Fernzug mit 76cm ist der Interconnex.

Im Fernverkehr kommen fast ausschliesslich Fahrzeuge mit Flurhöhen von 125 cm zum Einsatz. Da lässt sich leicht erklären, warum die Bahn lieber auf 76 cm setzt. Es geht schliesslich nicht nur um Barrierefreiheit, sondern auch um Komfort und Tempo beim Fahrgastwechsel. Für alle drei Kriterien gilt, umso kleiner der Höhenunterschied, umso besser. Deswegen bleiben 76 cm hohe Kanten so lange das Optimum, so lange diese Obergrenze in der EBO bestehen bleibt.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum