Welche Exklusion? (Allgemeines Forum)

Twindexx, St. Gallen (CH), Freitag, 20.09.2013, 13:58 (vor 4583 Tagen) @ Mario

Hoi,

Ich persönlich empfinde es als großen Nachteil, dass ein Rollstuhlfahrer im schweizer Konzept rein auf das Unterdeck des Restaurantwagen beschränkt ist. Hier gefällt mir das ICE-Konzept, wo ein Rollstuhlfahrer durch den Wagenübergang ins normale Bistro fahren kann, viel besser. Denn so kann er viel mehr am Leben in den normalen Bereichen im Zug teilnehmen. Klar ist das eine ein Dosto und das andere ein Einstöcker, doch das Ziel muss doch sein, endlich diesen gordischen Knoten zu lösen und ein Zugkonzept zu entwickeln, dass beide Denkweisen vereint.

Das wird dir nie gelingen. Es gibt einfach irgendwo Grenzen. Auch der Talgo 22 vermochte diese nicht zu durchbrechen. Der Durchgang im Unterdeck kann nie breit genug sein für Rollstuhlfahrer. Man hat einfach nicht den Platz dazu, im Unterdeck den Durchgang genügend breit zu machen für Rollstuhlfahrer.

Hersteller und Betreiber müssen nur endlich mal offen für echte Innovationen sein und diese heißen hier eben Einzelräder mit Direktantrieb. Dann heißt es nicht mehr "entweder so oder so" sondern "beides".

Das Talgokonzept hat neben klaren Vorteile eben auch seine Nachteile. Physik kann man nicht bescheissen lautet so ein Grundsatz. Der Talgo 22 hatte das Problem, dass er nur vier angetriebene Achsen haben konnte, nämlich die ersten und letzten beiden. Und die Trafos, Stromrichter, Hilfsbetriebeumrichter, Klimaanlagen, Kompressoren und die Leittechnik wollen auch noch Platz haben.
Wenn hohe Leistung oder hohe Zugkraft gefragt sind, tut das Talgokonzept keinen Stich mehr. Bei den SBB ist der Talgo 22 gegen den Stadler Kiss angetreten. Der Kiss hat mehr Leistung und mehr Zugkraft als der Talgo 22. Damit ist der Kiss im dichtbelegten SBB-Netz die deutlich bessere Wahl. Der Talgo 22 könnte die Werte des Kiss nur erreichen, wenn noch mehr Fahrgastraum für angetriebene Achsen geopfert würden. Und damit würde der Talgo 22 dann in der Disziplin Anzahl Sitzplätze gegen den Kiss verlieren. Die SBB haben damals das Talgo-Angebot sehr genau unter die Lupe genommen und eben einige Schwachstellen am Konzept ausmachen können.
Eine Talgo-übliche Schwachstelle wäre auch die absolute Unflexibilität der Komposition. Der Zug ist schlicht nicht neu formierbar oder überhaupt mit verhältnismässigem Aufwand trennbar.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.


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