Welche Exklusion? (Allgemeines Forum)

Mario, Freitag, 20.09.2013, 15:39 (vor 4582 Tagen) @ Twindexx

Das wird dir nie gelingen. Es gibt einfach irgendwo Grenzen. Auch der Talgo 22 vermochte diese nicht zu durchbrechen. Der Durchgang im Unterdeck kann nie breit genug sein für Rollstuhlfahrer. Man hat einfach nicht den Platz dazu, im Unterdeck den Durchgang genügend breit zu machen für Rollstuhlfahrer.

Wie gesagt heißt Einzelradkonzept mit Direktantrieb nicht automatisch Talgo, wo die Durchgangsbreite in der Tat wegen dem Rahmen nicht so breit wie gewünscht ist. Vielleicht schafft man es ja mal, dass es breiter werden kann.

Doch bei einem Konzept ähnlich dem NGT mit vier Einzelrädern mit Direktantrieb auf je einer virtuellen Achse pro Wagenende hätte man wieder volle Durchgangsbreite zum nächsten Wagen, so dass Rollstühle problemlos in den nächsten Wagen rollen können und man auf beiden Decks stufenlos durchgehen kann.

Das Talgokonzept hat neben klaren Vorteile eben auch seine Nachteile. Physik kann man nicht bescheissen lautet so ein Grundsatz. Der Talgo 22 hatte das Problem, dass er nur vier angetriebene Achsen haben konnte, nämlich die ersten und letzten beiden. Und die Trafos, Stromrichter, Hilfsbetriebeumrichter, Klimaanlagen, Kompressoren und die Leittechnik wollen auch noch Platz haben.

Diese würden in den vorderen Bereichen der Triebköpfe sitzen, während wie gesagt die hintere Hälfte doppelstöckiger Fahrgastraum wäre. Der Twindexx Vario ist ja auch kein Triebwagenzug und ich muss in den angetriebenen Endwagen auch die Traktionsausrüstung zwischen Führerraum und Fahrgastraum unterbringen.

Bei den SBB ist der Talgo 22 gegen den Stadler Kiss angetreten. Der Kiss hat mehr Leistung und mehr Zugkraft als der Talgo 22. Damit ist der Kiss im dichtbelegten SBB-Netz die deutlich bessere Wahl.

3,2MW zu 4,0MW. Gut, für diesen Auftrag war der Kiss besser geeignet, aber es gäbe auch Ausschreibungem, wo andere Aspekte mehr zählen. Zudem musst du bei der Gegenüberstellung der Leistung natürlich auch die Gewichte der Züge mit beachten. Denn da ist der Talgo22 durch seine Bauweise ja auch leichter als der Kiss.

Der Talgo 22 könnte die Werte des Kiss nur erreichen, wenn noch mehr Fahrgastraum für angetriebene Achsen geopfert würden.

Der Talgo22 ist leichter als der Kiss, so dass ihm auch weniger Leistung reicht. Aber seltsam, beim Twindexx Vario oder Stadler Kiss muss ja auch Fahrgastraum Traktionsausrüstung geopfert werden, wo es aber scheinbar für dich kein Problem darstellt. Warum also machst du es beim Talgo zu einem? Wenn ich mal vereinfachent den bekannten Twindexx-Konfigurator hernehme, dann hat ein Endwagen ohne Antrieb 107 Plätze und einer mit Antrieb 81 Plätze, also 26 Plätze oder 24,3% weniger. Hier verliere ich also nahezu ein Viertel der Plätze im Wagen während es beim Talgo hingegen ein Problem wäre. Das ist ein klarer Widerspruch.

Und damit würde der Talgo 22 dann in der Disziplin Anzahl Sitzplätze gegen den Kiss verlieren.

Hast du die genauen Sitzplatzzahlen aus den Angeboten? Ich denke nämlich nicht, dass der wie geagt eh leichtere Talgo 22 selbst mit mehr Traktionsausrüstung weniger Sitzplätze als der Kiss gehabt hätte. Hier halte ich also gegen.

Eine Talgo-übliche Schwachstelle wäre auch die absolute Unflexibilität der Komposition. Der Zug ist schlicht nicht neu formierbar oder überhaupt mit verhältnismässigem Aufwand trennbar.

Moment und bitte immer ehrlich bleiben! Das ist überhaupt keine "Talgo-übliche Schwachstelle" sondern genau so der Fall bei allem Zügen mit Jakobsdrehgestellen (z.B. Flirt, Talent 2, Omneo, TGV, AGV, ET42x/43x, Coradia Continental, Lirex, Pesa, ...) und mit Aufliegerkonzepten (z.B. GTW). Seltsam, dass es dir bei all diesen Zügen am Markt überhaupt nix ausmacht aber beim Talgo speziell macht es dir was aus. Sorry, das ist nicht gerade glaubwürdig und damit in keinster Weise ein Argument gegen Talgo.


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