Unterschied Talgo zu Einzelradkonzept mit Direktantrieb (Allgemeines Forum)

Mario, Freitag, 20.09.2013, 11:43 (vor 4583 Tagen) @ Alphorn (CH)

So interessant der Talgo 22 ist, er hat auch so seine Nachteile. Es gibt zum Beispiel nirgends Platz für Antriebstechnik, also braucht es Triebköpfe. Nicht schlimm im FV, aber problematisch im NV, weil es bei Mehrfachtraktionen Bereiche ohne Türen gibt.

Beim Talgo22 hätte man zwar Triebköpfe statt verteiltem Antrieb, doch die Triebköpfe würden trotzdem zur Hälfte aus Fahrgastraum bestehen. Somit hält sich dert Bereich ohne Türen in Grenzen (siehe http://www.talgo.de/download/Talgo_22_D.pdf).

Zudem gehe ich davon aus, dass ein Talgo 22 teurer ist als ein gleich langer normaler Doppelstockzug.

Warum sollte er das sein? Ich kenne die Preise zwar auch nicht, aber warum sollte man einen neuen Zug entwickeln, wenn er dann teurer wäre? Ist vielleicht zufällig bekannt, wie es sich preislich zwischen einem Talgo 350, einem AGV und einem Velaro verhält?

Insgesamt halte ich den Durchgang im unteren Stockwerk für nicht wirklich wichtig. Klar, nett zu haben, aber man gewinnt weder Passagierwechselzeit noch Kapazität.

Du gewinnst absolute Barrierefreiheit im Unterdeck, so dass Rollis total stufenlos einsteigen, zu ihrem Platz fahren UND ins Bistro fahren können. Diese drei Eigenschaften vereint weder das klassische ICE-Konzept noch das Twindexx-Konzept noch das Oberdecks-Durchgangskonzept a la TGV Duplex oder IC2000.

ABER:
Man muss hier klar unterscheiden zwischen dem Talgo-Konzept und dem zeitgemäßen Einzelrad-Konzept mit Direktantrieb, wie ich es gestern hier angesprochen habe! Denn Einzelradkonzept heißt ja nicht automatisch System Talgo sondern kann auch zwei Räder pro Wagenende heißen, so wie beim Konzept "Next Generation Train" des DLR:

http://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10467/740_read-916/#gallery/2043
http://www.youtube.com/watch?v=nBGQA9TogPs

So einen Zug hätte man heute schon längst haben können, wenn man nicht so lange auf die antiquierte, schwerfällige und barriereschaffende Drehgestelltechnik klassischer Bauart oder Jakobs-Bauart gesetzt hätte. Und das Gute bei diesem Konzept im Vergleich zum heutigen Talgo und Jakobsdrehgestellzügen: Die Wagen mit den vier Einzelrädern an zwei virtuellen Achsen sind genau wie bei klassischen Drehgestellen eigenständig verfahrbar, so dass sie auch bei Bedarf ein- und ausrangiert werden können und keine Hilfsgestelle im Depot brauchen.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum