Roma-Milano: 64 Schnellzüge pro Richtung und Wochentag (Allgemeines Forum)

lokuloi, Donnerstag, 08.06.2017, 21:02 (vor 3241 Tagen) @ naseweiß

Das ist das Zugangebot an einem Wochentag im Jahr 2017 von Roma Termini zu einem der Mailänder Bahnhöfe. So etwas Ähnliches könnten wir auch auf den Gleisen zwischen Berlin und München bekommen, auf anderen Verbindungen sicherlich auch, wenn wir es nur richtig angehen würden.

Prinzipiell bin ich ja immer dabei Berlin - München mit Rom - Mailand zu vergleichen, aber ganz 1:1 geht dann auch zu weit ;-).

In Italien sind die Verkehrsströme einfach viel mehr konzentriert, da quasi die Konkurrenz an alternativen Zielen fehlt. Hinzukommt, dass die Städte Nr. 3 und 4 noch in Verlängerung des Korridors liegt. Das heißt wer von Turin nach Rom oder Neapel oder von Neapel nach Mailand will nutzt auch die Sprinter Mailand - Rom. Damit ist schon sehr viel abgedeckt.

Während in D die Verbindungen Köln - Berlin / München / Hamburg ganz woanders lang gehen, und Hamburg - München zwar prinzipiell über Berlin sinnvoll gewesen wäre, wenn man in den 70er schon gewusst hätte, dass das geht...

Und Stuttgart und Frankfurt wollen auch eingebunden werden.. Es bleibt halt dabei: Deutschland ist polyzentrischer aufgebaut, und die Zentren liegen noch in den Ecken verstreut, nicht wie in Italien oder Japan an einer Kette aufgereiht.

Abseits dieser Achse liegende Städte sind auch in Italien schon wieder schlechter angebunden (Genua).


Ungefähre Taktlinien:

- 14x ab 00': Frecciarossa 02:55 h nonstop
- 10x ab 30': Frecciarossa 03:00 h nur Bologna
- 14x ab 20': Frecciarossa 03:20 h Tiburtina, Firence, Bologna
- 05x ab 05': Frecciaroass zusätzlich über Reggio
- 08x ab 10/15': italo 02:55/03:00 h nonstop bzw. Tiburtina/Rogoredo
- 12x ab 45': italo 03:30 h Tiburtina, Firence, Bologna, Reggio, Rogoredo

Das sind vergleichsweise wenige Zwischenhalte, zur HVZ zweimal pro Stunde nonstop (Tiburtina/Rogoredo zählen als Rom/Mailand*), einmal pro Stunde nur in Bologna. Die Zwischenhalte Firence und Bogogna werden wohl vor allem auch noch durch die Züge bedient, die von Rom nicht nach Mailand fahren, sondern z.B. Venedig.


Aus den oben genannten Gründen wird es zwischen B und M auch nicht so einen dichten Takt geben, wie zwischen Mailand und Rom, auch wenn die Fahrzeit in einer ähnlichen Größenordnung wäre.


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Für München-Berlin wäre es wünschenswert grundsätzlich zwei stündliche Linien/Zugkategorien zu haben:

- SCHNELL ca. 04:00 h: Nürnberg, Erfurt, Halle**
- LANGSAM ca. 04:45 h: Ingolstadt, Nürnberg, Erlangen, Bamberg, (Coburg), Erfurt, Leipzig**, (Bitterfeld), Wittenberg

Die Fahrzeiten sind ja "locker" machbar ab Dezember. In Deutschland ist der Fernverkehr halt sehr auf Effektivität und hohe Auslastung getrimmt, deswegen ist das zwar wünschenswert, aber unrealistisch, schon alleine da man die Fahrzeuge dafür nicht hat, und vereint deshalb mehrere Funktionen in einem Zug, als dafür getrennte Züge anzubieten. Deshalb gibt es ja auf vielen Achsen "mittelschnelle" Züge, und auch hier wird es vor allem mittelschnelle geben, mit einzelnen schnlleren Zügen und einzelnen langsameren. Das ist halt der Kompromiss aus Fahrzeuganzahl, Nachfrage und schnellen Reisezeiten.


Wenn man genügend Umfahrungen hätte, könnte die Nonstop-Fahrzeit rund 3 h sein.

Man sollte auch mal mit dem zufrieden sein mit dem, was da ist :-). Wenn die Maßnahmen für den BVWP2030 fertig sind, dann wären 3:30 für Nonstop-Züge realistisch - wenn es sie dann geben würde.

Wie viel mehr Passagiere versprichst Du Dir/ versprecht Ihr Euch von 3:30 vs. 3:00?

Vor Umfahrungen fände ich dann allerdings Maßnahmen besser, die auch den haltenden Zügen Vorteile bringen, z.B.:

- 230km/h Halle - Berlin
- NBS Nürnberg - Erlangen
- eine Kurz-NBS Reichertshausen - Reichertshofen

Erst danach würden sich vielleicht auch Umfahrungen von Wittenberg oder Ingolstadt lohnen.

Nur, bevor so etwas sinnvoll und realistisch wird, gibt's in D eine Menge andere Korridore, die eine Beschleunigung verdient haben. Berlin - München ist damit erstmal fertig, auch wenn hier die > 150 km/h Reisegeschwindigkeit noch als zu wenig angesehen waren. Für D ist das in der Entfernung fürs erste einmalig.

Dann könnte noch ein Sprinter, ebenfalls im Stundentakt, hinzutreten. Und verglichen mit dem Beispiel Rom-Mailand würden sogar drei Sprinter verkehren, zwei ganz ohne Zwischenhalt, einer mit Halt in Nürnberg.

Wie verstehst Du hier drei Sprinter? Drei pro Stunde? Drei am Tag? Das würde deinem Stundentakt widersprechen?


Und nimmt man die Züge Rom-Venedig bzw. Rom-Verona als Vorbild, käme noch einzelner Verkehr München-Erfurt-Dresden und Stuttgart-Nürnberg-Berlin hinzu.

Hier sehe ich persönlich jedenfalls mehr Potential als in nochmal 10 Minuten oder so zwischen Berlin und München herauszukitzeln. Mein Eindruck ist, dass Direktverbindungen wesentlich mehr zur Attraktivierung beitragen als ein paar Prozent Fahrzeitgewinn. Die bekannten Formeln, z.B. aus der Standardisierten Bewertung gehen ja in die gleiche Richtung.

D.h. bevor ich einen zusätzlichen Nonstop-Sprinter einrichte, wären für mich erst die von dir skizzierten Dirketverbindugnen erstrebenswert.

Wünschenswert wäre sicher so einiges. Wie immer ist es ein Abwägen zwischen dem Wünschenswerten und dem Realistischen. Hier ist der Zustand ab Dezember mal nicht so schlecht.

Zusammenfassung:

- Mailand - Rom zwar prinzipiell mit München - Berlin vergleichbar, aber mit weniger "Konzentrationswirkung"
- 3:45 Fahrzeit und theoretische Nonstop-Fahrzeit 3:30 attraktiv. 3:00 Stunden vielleicht wünschenswert, aber unrealisitsch und durch Nachfrage vmtl. nicht gerechtfertigt.
- Lieber Aus/Neubau der Strecken zwischen den Städten als Umfahrungen
- Lieber mehr Direktverbindungen als Fahrzeitverkürzungen im MInutenbereich.

Gruß, naseweiß


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