DB Lounge Hamburg -warum verärgert die Bahn ihre Kunden? (Allgemeines Forum)

agw, NRW, Donnerstag, 01.06.2017, 11:58 (vor 3230 Tagen) @ ICE2020

Es geht auch nicht darum, dass die Bahn nach jahrelanger Planung den comfort-Status anders vergibt oder sich ein neues Zugangs-Konzept für die Lounge überlegt.


Doch, genau darum geht es. Man hat sich für die Lounge in Hamburg ein neues Zugangs-Konzept überlegt. Da dabei der Kreis der Berechtigten verkleinert wurde, finden diejenigen, die nun nicht mehr reindürfen, das natürlich blöd.

Wenn es so wäre, würde ich dir recht geben. Es ist aber kein "überlegtes neues Konzept", sondern eine unüberlegte Notlösung.

Außerdem:. Wer sagt, dass bis in alle Ewigkeit für alle alle Fahrgäste mit 1. Klasse Fahrschein Zugang zu allen Bereichen einer Loungenbestehen muss? Wer sagt, dass es überhaupt einen 1. Klasse oder comfort Bereich geben muss? Vielleicht braucht man überhaupt keine Lounge? Schau Dir an, was AirBerlin für Einsparungen macht (und die hatten noch nicht einmal eine wirkliche Lounge, schau Dir an, was die Lufthansa macht). Muss man alles nicht gutfinden, aber natürlich kann ein Dienstleister Angebote anpassen.

Ja, dagegen hätte ich im Prinzip nichts. Natürlich kann man auch neue Konzepte kritisieren, aber wenn sich die DB länger mit dem Thema 1.Klasse-Lounge Hamburg beschäftigt hätte, wären nicht die aktuellen Bedinungen herausgekommen.

Bei neuen Konzepten, die lange geplant, getestet, überarbeitet und angekündigt sind (wie vielleicht das neue Lounge-Konzept der DB), ist man vielleicht persönlich nicht 100% zufrieden, aber das ganze hat wenigstens Hand und Fuß.

Ich kann aber auch nichts stümperhaftes Erkennen. Man hat ein Problem: Die Lounge ist zu voll. Man kann – oder will aus Kostengründen – die Lounge nicht, bzw. nicht kurzfristig, vergrößern. Einzige Lösung: Kreis der Berechtigten einschränken. Das macht man, es wird deutlich kommuniziert. Was ist daran nun stümüerhaft?

Das ist wohl Ansichtssache, was "kurzfristig" hier bedeutet. Tage? Monate? Jahre?
Ansichtssache ist auch, was "deutlich kommuniziert" oder überhaupt "kommuniziert" wurde. Von rechtzeitig mal ganz zu schweigen. Was ich stümpferhaft finde, hab ich jetzt nur wirklich oft genug wiederholt.

Ich denke, es ist ein Fehler, immer nur aus Sicht derjenigen zu argumentieren, die nun nicht mehr reindürfen. Betrachte es doch mal aus Sicht der wirklichen Vielfahrer bzw. der anspruchsvollen Businesskunden mit Flexpreis, die vielleicht eine Lounge von Fluglinien als Vergleich haben. Die haben genauso Grund ungehalten zu sein, wenn sie abgewiesen werden, nur weil in der Lounge lauter Kunden mit 29 € Sparpreis sitzen, die nur wegen der Lounge 1. Klasse fahren und deswegen schon 3 Stunden früher zum Bahnhof angereist sind.

Wenn das eine schlüssige Argumentation wäre, könnte man damit leben.
Genauso kannst du aber argumentieren, dass der anspruchsvolle Businesskunde mit 200 Euro-Sparpreis, der vielleicht eine Lounge von Fluglinien als Vergleich hat, abgewiesen wird, nur weil die Lounge mit lauter Kunden mit 19 Euro Flexpreisen voll ist, die nur wegen der Lounge 1. Klasse fahren und deswegen schon 3 Stunden früher zum Bahnhof angereist sind.

Oder der anspruchsvolle bahn-Comfort-Businesskunde zusammen mit seiner Frau auf ein 350 Euro Flexpreis-Fahrkarte fährt, aber abgewiesen wird, weil seine Frau gerade keinen Status hat, während in der Lounge kein einziger Fahrgast sitzt.

Dazu die von der DB bekannte Angewohnheit, für den Fahrgast positive Neuerungen groß und breit anzukündigen, aber Verschlechterungen gegenüber dem Status-Quo klammheimlich von statten gehen zu lassen. Eventuell vorhandene Kulanzlösungen werden auch nicht bekannt gegeben, sodass der betroffene Fahrgast auf sich gestellt ist.


Die Zugangsbedingungen sind ja klar kommuniziert, siehe Website.

Kommuniziert heisst für mich: das jeder betroffene informiert wurde.
Für viele aber hat der Bahn-Kunde jeden Tag vor dem Kauf der Fahrkarte alle Webseiten der Bahn auf Updates abzugrasen. Achso, beim Kauf der Fahrkarte stand es ja noch gar nicht auf der Webseite...

Man wird nun keinem Unternehmen vorwerfen können, dass nicht die ganz große Werbekampagne dazu gefahren wird, wenn man in einem Bereich den angebotenen Service einschränkt (nochmals, siehe oben: Was für manche eine Verschlechterung ist, ist für andere eine Verbesserung!)

Warum sollte man dafür Werbung machen? Eine Informationskampagne reicht doch auch.
Und in anderen Bereichen informiert die Bahn doch über Einschränkungen, manchmal auch auf der Startseite. Machen andere EVU auch so. Find ich nicht komisch.

Kulanzlösungen gibt’s keine, was soll man da kommunizieren. Stelle ich mir übrigens lustig vor: Die ganz große TV-Kampagne der Bahn: Ab sofort in die comfort-Lounge in Hamburg nicht mehr mit Sparpreis!

Wenn es ein neues tolles Konzept ist, warum denn nicht?
Die Bahn würde natürlich im Newsletter eher dies schreiben:
"Jetzt neu: Bahn.Comfort-1.Klasse-Lounge-Bereich in Hamburg.

Stattdessen gibt es in drei Monaten ab x.x. den neuen Bahn.Comfort-1.Klasse-Lounge-Bereich mit folgenden Zugangsberechtigungen.
-....
-....

Nach Auswertung von Kundenfeedback haben wir uns entschieden den 1.Klasse-Lounge-Bereich in Hamburg nicht mehr anzubieten.
Sparpreis-Fahrern ohne Status können wir aus organisatorischen Gründen leider vorerst keinen Zugang zum Bahn.Comfort-1.Klasse-Lounge-Bereich bieten."

Ab und zu schreibt die Bahn ja solche Newsletter. Können tun sie das also.


Erstens: Viele Fahrgäste wollen selber über App oder Internet buchen. Wenn man nicht den personenbedienten Verkauf nutzt, kann man auch nicht die gleiche Beratung wie im personenbedienten Verkauf erwarten. Wenn Du Deinen Fernseher bei Amazon kaufst, musst Du Dich auch selbst informieren und bekommst nicht die Beratung wie – hoffentlich – im inhabergeführten Fachhandel.

War nicht gerade Teil dieses Threads, dass der Schalter eben genauso wenig weiß und entsprechend nicht berät?


Zweitens: Was erwartest Du an Informationen? Für wie viele der Zehntausenden die Tickets buchen ist die Lounge in Hamburg wirklich wichtig? Müssen alle ein Einschreiben bekommen, in der sie sechs Monate vorher auf die neuen Bedingungen aufmerksam gemacht werden?

Ich kriege soviel uninteressanten Scheiß von der Bahn, warum sollte man da vor tatsächlich nützlichen Informationen halt machen?

Und ja, manchmal wünschte man sich ein Einschreiben. z.B. wenn plötzlich heimlich der Bahncard-Rabatt auf den Auslandsanteil bei Europasparpreisen wegfällt, wegen dem sich viele eine Bahncard 25 gekauft haben. Da hofft man halt, dass der Kunde es nicht mehr und man sich trotzdem den Kaufpreis für die Bahncard einstreichen kann.
In anderen Lebensbereichen hätten die Verbrauchschützer Alarm geschlagen. Bei der Bahn merkt es halt keiner.

Und selbst wenn: Wie viele Kunden buchen wirklich nur deswegen 1. Klasse, um in die Lounge zu kommen? Im Zweifel werden sie eben beim Besuch in den allgemeinen Bereich verwiesen und haben einen leicht eingeschränkten Service. Kurzum: Breite Kundeninformation ist dann wichtig, wenn es um massive und weit reichende Einschränkungen geht (Bauarbeiten zum Beispiel). Bei Randthemen reichen auch die etwas kleinere Information aus, zumal selbst bei Nichtkenntnis die Folgen minimal sind.

Wenn die 1.Klasse-Lounge wirklich kaum einen Kunden betrifft, wieso braucht man dann eine zusätzliche Regel. Kann man doch die wenigen Leute einfach bei Überfüllung abweisen. Oder wozu überhaupt die Lounge, wenn es kaum einem Kunden wichtig ist?

Andererseits: IT-technisch sollte es kein Problem sein, nur die Kunden zu informieren, die ein 1.Klasse-Ticket über Hamburg kaufen bzw besitzen.

Den Frust kann ich aber schon verstehen.


Ich nicht. Und das meinte ich ganz oben mit Wahnsinn: Ich nutze die Lounge gern, aber wer sich die Laune verderben lässt, weil er nunmehr nur im allgemeinen Bereich sitzt, hat wohl wirklich eine ziemlich beschränkte Perspektive darauf, über welche Dinge sich aufzuregen lohnt.

Sagen nur Leute mit zu viel Geld.
Du kannst den betroffenen hier ja jeweils 5 Euro Verzehrgutscheine schicken. Oder regst du dich über diese kleinen Summen auf?


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