Französische Zentralisierung und deutsche Kleinstaaterei (Reiseberichte)

L.Willms, Donnerstag, 16.04.2015, 19:45 (vor 4056 Tagen) @ Lumi25

Sie wollen es anscheinend nicht kapieren oder verstehen. Noch mal HGV oberhalb von 200 km/h lohnt sich erst ab Entfernungen von 100 km aufwärts auch wenn Sie das nicht begreifen können oder wollen.


Wenn dem denn so ist, und Sie kloppen ja immer damit rum, dann müssen Sie doch auch zugeben, daß in Deutschland Verkehre mit mehr als 200 km/h nicht wirtschaftlich zu betreiben sind.

Wie man eine SFS in Deutschland optimal Nutzen kann zeigt die SFS Mannheim-Stuttgart. Durch diese SFS wurden vielerlei Verbindungen erheblich beschleunigt und dies OHNE ICE zum großen Teil.

Genauso Hannover - Würzburg: riesige Fahrzeitverkürzungen durch Streckenbegradigung. Kassel - Göttingen in nur noch 20 Minuten statt fast einer Stunde mit einem Regionalzug (allerdings mit vielen Zwischenhalten).

de.Wikipedia.org über "Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg"

Die Fahrzeit zwischen Fulda und Würzburg im IC-Verkehr reduzierte sich mit der Inbetriebnahme von 63 auf 39 Minuten, die Streckenlänge um 19 km

Und Köln - Rhein-Main spart 1 Stunde Fahrzeit ein.

Bei Sprinterverkehren handelt es sich um Zusatzverkehre die dazu dienen u.a. auch die SFS besser auszulasten.

Das ist nicht richtig. Die Sprinter F - B fahren in der Fahrplanlage der normalen ICEs F - B. Beim frühen, dem ICE1092 ist das nicht so gut sichtbar, weil das der erste ICE ab F nach B ist. Deutlicher wird das beim späteren ICE 1090, ab F um 18:14, der reißt eine Lücke von 2 Stunden zwischen den ICE 276 um 17:13 und ICE 274 um 19:13.

Die normalen Taktverkehre zweifelt niemand an.

Wie das Beispiel der Sprinter F - B zeigt, fallen dafür aber die normalen Taktzüge mit ihrem Zwischenhalten aus. Wer sonst um 19:40 von Kassel nach Berlin fahren könnte, muß entweder noch eine Stunde warten, oder um 19:22 oder um 20:25 fahren mit Umsteigen in Hannover.

Allerdings stelle ich die Frage in den Raum wozu man für Entfernungen wie Göttingen - Kassel 250 km/h schnelle ICE-Züge braucht.

Weil Kassel zwar ziemlich in der Mitte der derzeitigen Republik liegt, aber eben nicht der Nabel der Welt ist wie Paris, und die Bahn keine radialen Punkt-zu-Punkt-Verkehre von Kassel nach beliebigen Orten in der Provinz fährt, wie z.B. das benachbarte Göttingen.

Nein, wir leben in Deutschland, und da ist der Sprung von Kassel nach Göttingen nur eine kleines Zwischenstück von längeren Zugläufen -- bsp. von Zürich nach Kiel, oder von München nach Bremen oder von Stuttgart nach Hamburg usw usf.

Das ist doch einfach sehr einfach zu begreifen, wenn man sich nicht den Kopf mit irgendwelchen Hirngespinsten vernagelt.

Hier wären spurstarke IC für 200 km/h genau so schnell und billiger was die Betriebskosten als auch was die Fahrpreise anbelangt.

solche fahren da ja auch. Die IC-Linie 26 Karlsruhe - Frankfurt - Gießen - Kassel - Hanover - Hamburg benutzt natürlich auch die Schnellfahrstrecke zwischen Kassel und Göttingen und gurkt nicht etwa auf der Altstrecke herum. Übrigens ist das Stück zwischen Kassel und Göttingen in kommerzieller Hinsicht für die DB ein Leckerbissen -- hier pendeln die Impulsverkäufer mit Kaffe, Eis und Gebäck hin und her.

Diese Hysterie das der komplette Fernverkehr weg fällt nur weil nicht mehr ICE drauf steht ist vollkommener Blödsinn.

Sie können gerne einen Plan machen für ein Overlay-Netzwerk von Sprinterzügen, die nur an wenigen Bahnhöfen halten. Das wäre verkehrlich vielleicht ganz schön, aber kommerziell scheint das nicht profitabel zu sein, sonst hätte die DB AG das schon längst eingerichtet, und nicht zahlreiche Sprinter-Zugläufe wieder eingestellt.

Sie können auch gerne ein paar Dutzend Milliarden Euro für eine HGV-Strecke vom Ruhrgebiet bis zum Anschluß an die SFS nach Berlin in Oebisfelde oder auch schon Lehrte (mit Umgehung von Hannover entlang der Südumgehung). Diese Strecke würde natürlich auch das geliebte Bibelfeld weiträumig umfahren... Und wo würde diese Strecke anfangen? Natürlich in Hamm (Westf), weil man von dort so wunderbar in die Fläche verteilen kann...

Vielleicht auch die alten Pläne für die Große Acht von Transrapidstrecken wieder aus der Schublade holen?


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