Bahn zu teuer? Rechnet mal nach. (Allgemeines Forum)

GibmirZucker, Donnerstag, 24.01.2013, 00:43 (vor 4820 Tagen) @ Chrispy

Allerdings ist ein autofreies Leben in der Schweiz auch einfacher als in Deutschland.

Der Unterschied ist eher Stadt-Land als D-CH. Ich, mittelgroße Stadt (100 000 Einwohner) und mit vielfältigen Mobilitätsbedürfnissen, habe ein Auto eigentlich noch nie vermisst. Wobei, ich kaufe auch nicht bei diesem Möbelhaus ein.
In der Stadt habe ich in jede Ecke tagsüber 5-10 Minutentakt mit Bus/Straßenbahn, nachts (24h Stundenbetrieb ohne Nachtzuschlag! Wo gibt es das in der Schweiz?) zwei Fahrten pro Stunde auf den wichtigsten Linien, d.h. erreiche jeden Punkt in Stadt und Vorland zu jeder Tageszeit mit der Bahn. Verbindungen aus der Landeshauptstadt habe ich noch weit nach Mitternacht, am Wochenende noch eine Nachtverbindung, ebenfalls ohne Zuschlag (macht de facto in der Nacht einen ungenauen 2h-Takt; also entweder nächsten Zug nehmen oder noch drei Kleine). Eigentlich günstiger als das, was ich alles in der Schweiz erlebt habe. Und diese Nachtreisen sind auch immer ein Argument für ein Auto, da ja der letzte Zug sooo früh fährt...

Im Nah- und Fernverkehr tagsüber habe ich einen annehmbaren Takt, Fahrzeiten in etwa gleich lang wie mit dem Auto für die wichtigsten Relationen. Einziges Argument dass es in D schlechter ohne Auto geht, ist die geringere Zuverlässigkeit der Bahn. Aber auf der Straße sieht es diese Tage auch nicht gut aus, also liegengebliebene LKW höre ich täglich mehrmals im Radio. Praktische Gründe für das Auto gibt es wenigstens in der Zivilisation nicht. Wobei, ich muss auch nicht um drei Uhr nachts in ein Kaff fahren, um Eier beim Bauer zu kaufen. Ich glaube das geht vielmehr in Richtung Statusdenken, da, jenseits von akademischen Kreisen, die sowieso als Paradiesvögel gelten und der soziale Status am Rost des Fahrrades zu erkennen ist, eben das Auto immer noch ein Statussymbol ist.


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