Idee zur Zukunft der DB (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 17.04.2012, 07:58 (vor 5152 Tagen) @ GUM
bearbeitet von Oscar (NL), Dienstag, 17.04.2012, 08:00

Hallo GUM,

...andererseits aber das umweltfreundlichste aller Verkehrsmittel Stück für Stück amputiert.

Mir sind keine Amputationen von Bussen (1, 2, 3) und Fahrrädern (1) bekannt...

Und so ist es einfach absurd, dass es eine Neubaustrecke München-Nürnberg gibt, die ursprünglich mit einer Stunde Fahrzeit beworben wird. Aber schon kurz nach der Eröffnung geht man auf 1h07m. Also bleiben von den 43 Minuten Fahrzeitgewinn nur noch 36 Minuten übrig.

Ich verreise lieber planmäßig 1:07 und immer pünktlich, als planmäßig 1:00 und immer 7 Minuten verspätet.

Aber wahrscheinlich möchtest Du folgendes Verfahren kritisieren: man baut Reserven ein -> Fahrzeit verlängert -> Reserven werden dann doch nicht gebraucht also wählt man ein langsameres Fahrzeug -> Reserven dann doch wieder zu knapp -> Fahrzeit verlängert, usw., bis am Ende eine (zwar ITF-konforme) Fahrzeit von 1:30 entsteht, SNCF die Strecke mit dem AGV in 1:00 fährt und das Unternehmen stolz behaupten kann, es hatte den Deutschen eine halbe Stunde verschenkt (obwohl die ICEs die 1:00 bei der Eröffnung gefahren haben).

Und ja, als pragmatischer Niederländer hätte ich auch lieber gesehen, dass M-N von Anfang an eine Kantenzeit von 60 Minuten hatte und die Strecke dementsprechend gebaut wurde.

[1] ICE ist und bleibt das schnelle Premium-Produkt mit Sitzkomfort á la ICE 1 (ursprüngliche Version) oder den nicht gestauchten ICE 3 vor dem Umbau.
[2] Es gibt ein zuschlagfreies "Zwischenprodukt" mit Tempo 200 und dem IC/EC-Standard. Dazu gehört ein IMMER geöffneter Speisewagen auf einem Kernnetz. Nur an den Randstücken gibt es irgendeine Art Snack Caddy auf 3-4 Wagenzügen.
[3] Nahverkehr bleibt wie er ist, allerdings steigt bei Neubauten das Quadratmeter-Angebot pro Sitzplatz um mindestens 10% an.

Diese Aufteilung habe ich auch im Gedanken, nur etwas anders. Fernverkehr, Mittelstreckenverkehr, Nahverkehr.

Ziel wird enormer Mehrverkehr und Umweltentlastung sein. Und dieser eine ICE330 (EDIT:pro Stunde) auf jeder Strecke "finanziert" seinen Energieverbrauch ja aus den in der Garage verbleibenden Autos!

Wenn ich das richtig verstanden habe, möchtest Du bei [1] also ein 330 km/h schneller ICE haben. Dir durfte schon klar sein, dass solche Geschwindigkeiten sich einfach nicht lohnen, wenn man alle 70 km halten muß. Die Sache würde anders aussehen wenn ich auf Köln-München eine ununterbrochene 330 km/h Rennbahn habe, damit ich diese Strecke nonstop in 2,5 Stunden reisen kann.
Nur schade, dass es viele solche Strecken in Deutschland gibt, die somit einen "ICE330" rechtfertigen: Berlin-NRW, Berlin-Frankfurt-Basel, Hamburg-München usw.
Dagegen konnten die Franzosen ihre 4 wichtigste Ballungsräume (Lille, Paris, Lyon, Marseille) mit einer einzigen Strecke verknüpfen. Dasselbe gilt für Italien (Turin-Mailand-Bologna-Florenz-Rom-Neapel).
In Spanien baut man aktuell ein umfangreiches HGV-Netz (inzwischen eine vierstellige Kilometerzahl): ab Madrid sollen alle Städte Spaniens in 3 Stunden erreichbar werden. Bin mir nicht sicher, ob diese spanische Lösung sich auf Deutschland übertragen läßt. Vor allem wenn man die aktuelle Wirtschaftszustand Spaniens betrachtet und zudem bedenkt, dass ein Teil des Netzes mit deutschen EU-Subventionsmoneten gebaut wurde.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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