Behördenbahn bis 1. Januar 1994 (Allgemeines Forum)

Henrik, Freitag, 28.01.2011, 00:21 (vor 5637 Tagen) @ SST

Da wird grundsätzlich nicht großartig unterschieden vor 1994 und damit macht man auch nicht viel falsch.

Wer unterscheidet nicht "großartig"? Du? Die Geschichte, Wandel, Leistungen und Strukturen der Deutschen Bundesbahn von 1949 bis 1994 - also 45 Jahre Eisenbahngeschichte - aus einem einzigen Blickwinkel ("Behördenbahn") zu betrachten, aber bei der "Deutschen Bahn AG"

Wenn ich "man" schreibe, meine ich ganz sicher nicht einfach nur mich selbst. -.-
Da ich in der Verkehrswissenschaft, Literatur groß geworden bin, nimm das im Zweifel...^^
Plus hier eben Bahnvorstände, Regierungskommission Bundesbahn, Vorschriften, Gesetze,....Grundgesetz Art 87
...auch wikipedia spricht davon.
Der entscheidende Unterschied, den der 1. Januar 1994 eben ausmachte, war dieser, die Umwandlung von der Behördenbahn zur AG.

Sicher ging es schon unter Gohlke bergauf und erst recht auch schon in den Jahren 1991 bis 1993 unter Dürr, aber die grundsätzlichen Änderungen hin zum Unternehmen Zukunft kamen dann mit dem 1. Januar 1994.

Das meinst Du vermutlich ironisch?

Nein, ganz sicher nicht.
Aber Du hast recht, ich stimme Dir zu in dem Punkte, dass von Mitte der 80er, 90er die Bahn ein anderes Image in der Bevölkerung hatte als in den Jahrzehnten davor.
Es stimmt, dass schon etwas vor der Bahnreform das Image deutlich anstieg.
Das Negativ-Image der Nachkriegsjahrzehnte wurde endlich mal überwunden,
richtig bergauf ging es dann aber erst nach 1993.

Betrachtet an den Verbesserungen im Reiseverkehr - vom sehr langsamen und betagten Dampflokbetrieb (so schön er auch war) hin zu einem modernen und zeitgemässen Unternehmen - war die Periode unter Prof. Dr. Oeftering wohl noch am ehesten als "Unternehmen Zukunft" zu bezeichnen.

innerhalb der ersten 3 Jahrzehnte der Bundesbahn womöglich, aber so schwer is das auch nicht,
war er schließlich 15 Jahre Präsident der Behörde.
Und wie sehr er es vielleicht auch wollte und in Paragraph 28 Bundesbahngesetz Grundlage darin sah, die Bahn als Wirtschaftsunternehmen führen zu wollen, so hatten die Fesseln der Behördenstrukturen verhindert, dass am Markt erforderliche Entscheidungen schnell und unbürokratisch getroffen werden konnten.
Als "Unternehmen Zukunft" ist die Bundesbahn in seiner Amtszeit nie bezeichnet worden,
das ist ein Begriff der jüngeren Zeit - zurecht und spielt direkt auf die Privatisierung ab.

All die Störungen der heutigen DB AG, die ja gerade hier in diesem Forum täglich auf das Genaueste hin diskutiert werden, tragen wohl kaum dazu bei, dass das Unternehmen heute bei der Bevölkerung noch als "Unternehmen Zukunft" angesehen wird.

Da hatte die Deutsche Bundesbahn z.B. in der Zeit 1965 - 1975 wohl ein deutlich positiveres Image bei der breiten Bevölkerungsschicht.

Mitnichten.
Auch wenn die Werbekampagne von McCann Erickson das Image in der Tat erheblich verbesserte,
"Alle reden vom Wetter - Wir nicht" ist auch heute noch ein Klassiker,
änderte das nichts an den auch damals vorhandenen wetterbedingten Verspätungen, wo jener Spruch eben als Spott benutzt wurde,
an den massiv angestiegenen Schuldenberg (von 10 Milliarden Mark (1963) auf 30 Milliarden Mark (1978)).
und dem deutlichen Rückgang des Anteils am Verkehrsmarkt.

Ich würde noch ein Jahr zurückgehen,
1964 wurde das Tarifrecht liberalisiert, die DB konnte erstmals Sonderangebote in kaufmännischer Kalkulation anbieten und marktgerechter agieren.

Längst nicht ansatzweise das was heute möglich ist, und auch kurz vor 1994 vorbereitet wurde, mit der BahnCard und später das Wochenendticket
unter Reiner Maria Gohlke und dann Heinz Dürr.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum