nette Zubs verschönern es halt für die Kollegen auch (Allgemeines Forum)

Henrik, Dienstag, 25.01.2011, 17:40 (vor 5640 Tagen) @ bahn-user

Siehe eben Zugbindung-Ignoranz

s.o.
Wenn kein Vorsatz ersichtlich ist, dann sollte sie tunlichst auch nicht unterstellt werden.

Ich finde Vorsatz oder nicht unerheblich, ausserdem ist Vorsatz eigentlich nie festzustellen.

Und was der Zub halt im Alltag verpasst, sind die gelegentlichen flüsternden Unterhaltungen jener Leute im Vorfeld einer Kontrolle: "Wir sitzen eigentlich im falschen Zug, aber wir stellen uns halt doof, wenn das Personal kommt. Ich übernehm das Reden." :-) (und nein, ich verrate die dann nicht. Muss die Bahn mit sich ausmachen)

Es ist ein riesengroßer Unterschied, ob Vorsatz oder Fahrlässigkeit vorliegt,
natürlich erst recht auch bzgl. dem Willen, Kulanz walten zu lassen.
Bei mir würde man Vorsatz diesbezüglich stets immer 100%ig sofort feststellen können, ich könnte sowas gar nicht. ;))
Natürlich mag es das gegenteilige Extrem auch geben, die es perfekt verstehen
und dann eben die Masse dazwischen.
Das ergibt sich dann aus den Einzelfällen.

Bei der Lufthansa wäre das alles überhaupt kein Problem.
Die schreiben Service sehr groß, wie auch andere Fluggesellschaften.
Ich hatte noch nie ein Problem mit dem Umsetzen im Flugzeug o.ä.

Glaub ich nicht. Put up or shut up. :-)

In nahezu allen meinen Flügen geschehen.

Sowas passiert nicht, ausser Du hast bei der Fluggesellschaft irgendeinen Super-VIP-Status

Nee, grade in dem Fall, als ich bzw. wir diesen Status hatten, wollte das Bodenpersonal nicht so recht ("geht nicht, Flieger is voll"), weil die neidisch auf unsere Stand-by Tickets waren (sowas kriegen die nämlich nicht). Aber kaum waren wir im Flieger, war alles kein Problem mehr.

Bei der Bahn kommt man damit bei "weichen" Zubs durchaus schon mal durch ("weiche" Zubs = die Konflikten aus dem Weg gehen wollen). Und andere Fahrgäste sehen das und lernen mit.

Man muss aber keine Konflikte raufbeschwören, wo keine sind, wo keine notwendig wären.
Und wenn der Schaffner eine kritische Situation nett, freundlich und auch ggf. kulant meistert, dann registrieren das auch andere Fahrgäste und nehmen das sehr positiv auf! Das trägt zu einem guten Image bei.

Du verwechselst immer noch Servicekulanz mit Weichheit. Andere Fahrgäste registrieren genau, dass es windelweiche Zubs gibt, die einfach den Weg des geringsten Widerstandes gehen und dies lässt den Respekt generell erodieren.

Vielleicht verwechselst Du da auch was oder wir reden aneinander vorbei, ich meinte schon so alles genau so wie ich es geschrieben hab.
Von "Weichheit" sprach ich nie, jedoch sehr wohl von Service, Freundlichkeit & Kulanz.

Wir reden hier vom Fernverkehr, vom ICE. Wer den tagtäglich benutzt und die Zubs kennt, hat eh BC100 o.ä.

Gewiss sollte ein gewisses Maß an Respekt vorhanden sein, gegenüber dem Personal,
aber eben auch vom Personal gegenüber dem Kunden, den Fahrgästen.

Beispiel neulich: Zug voll, 1. und 2. Klasse.

Ein liebes älteres Ehepaar will seine Platzreservierung einnehmen. Die Plätze sind blockiert durch ein unangenehmes Paar, das sich weigert, aufzustehen. Typ "Bully".

Das ältere Ehepaar holt Zub. Zub verlangt das Aufstehen, die Sitzenden weigern sich aber (O-Ton: "Nö. Zug ist doch voll, wo sollen wir dann sitzen?". Was passiert dann im Zeichen von scheinbarer Nettigkeit und "Bloss-keine-Konflikte"-Haltung? Der Zub zuckt mit den Achseln und verdrückt sich nach einer kleinlauten Entschuldigung. Das liebe Ehepaar steht, trotz seiner Reservierungen.

Der Zub ging eben den Weg des geringsten Widerstands. Kritische Situation bereinigt, würdest Du vielleicht rufen. ;-)

Kundenbetreuung aus dem Wege gehen, hat wenig mit Freundlichkeit, Service oder Kulanz zu tun.

Das Gesetz des Dschungels mag ich weniger.

Da sind wir uns einig. Nicht Recht nach Vorschrift, Gewalt & Unfreundlichkeit sollte dominieren,
sondern Freundlichkeit, Service und ggf. Kulanz.


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