Servicefreundlichkeit sollte angemessen vorhanden sein (Allgemeines Forum)

Jogi, Mittwoch, 26.01.2011, 09:27 (vor 5640 Tagen) @ Henrik

Wenn die 2.Klasse total überfüllt ist und Leute auch stehen müssen, dann hat man wenigstens die Premium-Kunden, sprich bahn.comfort in die 1.Klasse zu lassen,...
...wenn sie selbst auf die Idee kommen.

Nein. Mit einem 2.-Klasse-Fahrschein hat man nichts in der 1. Klasse zu suchen (Durchgehen mal ausgenommen). Zum einen aufgrund der BB, zum anderen, weil man in der 1. Klasse nicht unerheblich mehr zahlt, um mehr Ruhe resp. "Komfort" zu haben. Der geht flöten, wenn die "Premium-Kunden" kommen.


Auch das Durchgehen ist nicht erlaubt, glaube ich - wäre also bereits Kulanz.

Streng genommen ja. Gab ja mal hier und bei DS-O eine ellenlange Diskussion, da die Bahn - wenn ich mich richtig erinnere - eine Weisung an die Zub ausgab, bei morgentlichen ICE-Ankünften in Frankfurt Hbf den Durchgang durch die 1. Klasse zu unterbinden, da das Durchgehen vieler Pendler eben das wesentliche Plus der 1. Klasse ad absurdum führten.
Natürlich ist das nicht mit dem bahn.comfort-"Upgrade" zu vergleichen. Andererseits wäre es wohl auch unverständlich, wenn in Frankfurt ein ICE-1 abgefertigt wird und einige 2.-Klasse-Reisende kommen noch angehechelt und denen den Zugang zum Zug zu versperren.
Was lernen wir daraus? Abwägen und "Fingerspitzengwfühl" ist wichtig. Dann sollte man trotzdem unterscheiden zwischen Selbstverständlichkeiten und Service, also im weiteren Sinne besondere Leistungen, die nichts zusätzlich kosten.

Es geht hier nicht um reine Anwendung der BB bzw. eben drum diese grade eben nicht streng nach Vorschrift anzuwenden, in alter Behördenbahn-Manier.

Ich kenn die Bundesbahnzeit nicht selber, aber irgendwie nervt mich (nicht gegn DIch persönlich, Henrik!) deine Zweiteilung Bundesbahn = Servicewüste - Bahn AG = "Dienstleistungsunternehmen". Irgendwas muss ja gut gewesen sein, sonst wäre doch z.B. vorher der "IC 79" nicht so erfolgreich gewesen. Das muss auch am angebotenen Service gelegen haben...

Hier gehts nicht um 200 zusätzliche Fahrgäste in der 1.Klasse.
Sondern um 2...3 bahn.comfort Bahn-treue Kunden, die garantiert nicht die "Ruhe" in der 1.Klasse entscheident beeinflussen würden.

Wenn die 2. Klasse überfüllt ist, dürften das wesentlich mehr als "2...3" Comfort.bahnerer sein.

Gegenthese: Sie dort zu lassen, wäre eine bodenlose Unverschämtheit gegenüber der 1.-Klasse-Fahrgäste.

Die 1.-Klasse-Fahrgäste werden dadurch in ihrer Reise gar nicht beeinflusst, bekommen es womöglich gar nicht mal mit.

Etwa so, wie man nicht mitbekommt, dass eine Sekretärin das Ticket gebucht habe?

Ob man das mitbekommt, hängt im Wesentlichen mit der Auslastung des Zuges zusammen. Diese ist von Zug zu Zug unterschiedlich, also ist es schwer, generalisierte Aussagen zu treffen. Im ICE-1 dürfte so gesehen einen Klassenwechsel kein Problem sein. Wenn aber z.B. der ICE 514 (Stuttgart ab 17.51) mal nur einteilig verkehrt stapeln sich auch in der 1. Klasse die Aktentaschen nebst Besitzer.
Wie viel bahn.comfort-Kunden es in einem Zug gibt, dürften wohl einige Zub wissen - sonst ist das eine "Diskussion" die nur auf Einschätzungen beruht, welche so verformbar sind, dass sie in unsere jeweilige Argumentation passen.

Das ändert aber nichts an meiner Grundhaltung: wenn die 2. Klasse überfüllt ist, ist meiner Erfahrung nach auch die 1. Klasse gut gefüllt (ICE International mal ausgenommen). Da dann noch zusätzlich bahn.comfort rein, führt das wesentliche Komfortmerkmal der 1. Klasse ad absurdum, nebst des merklich höheren Fahrpreises.

Wie sollte dann aber deiner Meinung nach die Entschädigung für bahn.comfort der 1. Klasse aussehen, wenn diese überfüllt ist - und warum sollten dann 2. Klasse-bahn.comfort-Kunden nicht eine ähnliche Entschädigung kriegen?

Natürlich sollte er darum fragen... Nur weil es Service "ohne Grenzen" wäre, hat derjenige noch lange kein Anrecht darauf (-> BB).

Es geht nicht darum, vorhandenes "Anrecht" einzufordern, s.o.

Dann hab ich wohl diese Formulierung missverstanden: dann hat man wenigstens die Premium-Kunden, sprich bahn.comfort in die 1.Klasse zu lassen. Beim verwendeten Imperativ drängt sich das Nachfragen, ob man in die 1. klasse wechseln darf, natürlich förmlich auf... ;)

Ansonsten ist alles dazu gesagt: wenn's ein Zub erlaubt, ist es kein Problem (war für mich auch vorher kein Problem). Wer es sich einfach rausnimmt, kriegt hoffentlich eins auf die Finger.

Vergleich einmal nur das Image von den jeweiligen Begleitern,
Stewardessen vs. Schaffnern. - ! -

Was hat denn das Image einer Berufsgruppe mit dem angebotenen Service zu tun?

Das Image bildet einigermaßen gut den Ist-Zustand ab,...

Gut, dann hier einige "Images" von verschiedenen Nationalitäten wie auch Berufsgruppen: Polen klauen, Niederländer fahren Wohnwagen und Fahrrad, Franzosen essen nur Baguette und Schnecken, Deutsche tragen Lederhosen, Schnurrbart und Hut mit Gamsbart und trinken nur Bier. Schwaben sind geizig und verschlossen, Stuttgart ist ein piefiges Nest, Hamburg dagegen weltoffen, Köln die "wärmte" Stadt Deutschlands.
Bänker & Manager sind per sè raffgierig und ohne Moral und Anstand. Politiker haben keinen Kontakt zum Volk, sind unterqualifiziert, aber überbezahlt, haben keine Ahnung von ihrem Metier und von Lobbyisten gesteuert. Die Post kommt immer zu spät. Die Bahn ist nur unpünktlich und überteuert. Telekom hat Sch***ß-Service. Ärzte sind Halbgötter in Weiß, wenn sie im Kittel durch den Krankenhausflur rennen (was ist dann abr mit dem Landarzt, der im Jeep übers Land fährt?), Krankenschwestern tragen gerne kurze Röcke und tiefen Ausschnitte, um dem Chefarzt zu gefallen.

IMO beschreibst du kein "Image", sondern Vorurteile. Sie treffen auf einen Teil zu (in Amsterdam haben waren bei gut 20 cm Schnee viele auf'm Rad unterwegs, einige (viele?) Franzosen sind solche Gourmets, in Polen wie in anderen Ländern wird geklaut, beim Oktoberfest wird dem "deutschen Klischee" at its best nachgegangen; viele Neigschmeckte sagen, sie hätten probleme soziale Kontakte in Stuttgart aufzubauen; Ackermann hat ein fragwürdiges Rechts- und Moralverständnis; Politiker verdienen de facto viel und weisen nicht immer fachaffine Qualifikationen auf; manchmal kommt die Post spät: Besprechungen & Schulungen werden sinnvollerweise vor dem Austragen abgehalten, die Route ist vorgegeben), bilden aber sicher nicht die vollständige Realität ab.

...muss nicht zwingend so sein, aber kann ein ungefähres Bild liefern.

Aber was hat das denn nun das "Image" konkret mit dem gebotenen Service zu tun?
Genau so, wie es sehr nette, nette und "mittelmäßige" Zubs wie auch Orgelpfeifen gibt, wird die Staffelung bei Flugbegleitern nicht anders sein.

Grüße, Jogi


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