Sammelantwort (Allgemeines Forum)

Henrik, Dienstag, 25.01.2011, 06:15 (vor 5559 Tagen) @ Alphorn (CH)

Es ist gut möglich (ich kann es nicht wissen), dass das von mir diskutierte Prüfintervall 45.000 eine nahezu hundertprozentige Sicherheit für die nächsten 3 Jahre gäbe

Na, wenn Du es nicht wissen kannst, musst Du es auch nicht behaupten.
Es kann genau so gut das USP-Intervall von 30.000 km sein

Hab ich nirgends behauptet, ich hab nur Beispielrechnungen gemacht. Was ich aber wissen kann ist, dass die EBA-Beamten und Gutachter die Intervalle auf Risiko 0.0 auslegen werden, weil sie haftbar sind. Der Gesetzgeber geht beim Auto nicht auf Risiko 0.0

Du behauptest andauernd so einiges und das mit sehr großer vorgegebener Gewissheit,
begründest und belegst es jedoch überhaupt nicht fundiert, nimmst da einfach pauschal irgendwelche Zahlen und Annahmen, wie hier auch wieder.
Absolutes Risiko gibt es nicht, das Risiko muss so gering wie möglich gehalten werden
Und wo sollte da genau der Unterschied zum Auto sein?

Wenn Mercedes die nächste S-Klasse mit schadhaften Achsen ausliefert, dieses von Gutachtern & Beamten abgenickt wurde und es dann etliche Unfälle gibt, dann werden so einige Köpfe rollen.
und dann kommst Du an als Mercedes-Vorstand und erklärst doch tatsächlich:
"Ja, aber mit diesen billigeren Achsen haben wir unter in Kaufnahme von den tödlichen Unfällen mehr Umsatz gemacht als BMW und da Mercedes eh grundsätzlich sicherer ist als BMW, gehen die Todesfälle doch voll in Ordnung."
Was besseres als solche Vorfälle und dann auch noch ein solches Statement könnte dem Konkurrenten BMW nicht passieren, die werden sich freuen.

Nein, die Bedingungen, die ich fordere, wären anders. Bei einem Intervall von z.B. 45'000km kann sich kein Riss über 100'000km langsam vergrössern, das konnte er früher.

Das ist der StatusQuo, den wir jetzt haben.

Und gleicher StatusQuo, dass es eben aktuell einen Unfall aus dem jenigen Grund bereits gegeben hat.
Oder willst Du den hier rein theoretisch ausklammern als ob es ihn nicht gegeben hat?

Nein wieso? US-Intervall 300'000 km scheinen zu einem Unfall pro 5 Jahre zu führen, ich möchte ein tieferes US-Intervall, welches einen Unfall pro 300 Jahre erwarten lässt.

Wie wieso? Weil sämtliche Sätze hier von Dir reine Theorie, rein hypothetisch sind,
Du weißt ganz genau, dass Du mit Deinem Axiom des erheblich stark Rückfahrens der Sicherheit mit wissentlicher inKaufnahme von vielen Todesfällen überhaupt keinen Rückhalt in sicherheitsrelevanten Geschäftsbereichen geschweige denn verantwortlichen Vorständen, Behörden und politischen Institutionen hättest und erst recht nicht in der emotional sensiblen Bevölkerung (spätestens die würd Dich zum Mond schießen).
Desweiteren weißt Du genau, dass Du hier nur äußerst oberflächlich & pauschal argumentierst, bei den Zahlen nicht in die Tiefe gehst.
Also wenn eh schon alles rein theoretisch hypothetisch ist bei Dir, dann könnte es auch sein, dass Du den vorhandenen Unfall ausklammern wolltest.
Dass es jetzt nach etwas über 5 Jahren Betrieb einen Unfall gegeben hat, heißt nicht, dass "nur" alle 5 Jahre ein solcher vorkommen würde. Das wäre schon ein fahrlässiges Denken, wenn Du so denkst. Dann hättest Du mit Deiner Philosophie ja mit dem 300.000 km USP-Intervall weiterfahren können. Nach Deiner Logik würde dann ja vielleicht noch ein weiterer Unfall bis zum Wechsel der Achsen geschehen und das wäre dann Deiner Ansicht nach OK.

Du möchtest ein USP-Intervall, das keinen weiteren Unfall die nächsten 298 Jahre erwarten lässt?
Das ist der StatusQuo, mit den 30.000 km.

Aus Deinem ADAC-pdf geht hervor, dass im Jahre 2008 auf Autobahnen 495 Menschen ums Leben gekommen sind

Guter Punkt. Aber jeder Autofahrer fährt zur Autobahn durch Wohngebiete. Und die verspäteten ICEs stören den Regionalverkehr stark (Trassenausschlüsse, Anschluss abwarten) was auch die nicht-ICE-Fahrer vom Bahnfahren abhält.

Guter Punkt?
Wäre es nicht an Dir gewesen, diese Zahlen mal anzuschauen?
.....wenn Du schon solch derart pauschale haarsträubende Vergleiche anstellst.
Das mit den Wohngebieten (worauf ich bereits einging) und dem Regionalverkehr ist albern
und sieht schon sehr nach Rausreden aus.
Schau Dir doch mal besser an, wo genau die Leute ums Leben kamen, wo sie herkamen und hin wollten, welches Alter sie hatten, welchen Zustand etc.
In Mecklenburg (viele Unfalltote) und parallel der A2 zwischen H & B sind doch recht selten ICE 3 unterwegs.
Wieviel sind denn auf der A3 zwischen Köln & Frankfurt gestorben?
Das ist doch alles kein Geheimnis in der Verkehrssicherheitswissenschaft, schau es Dir an, vorher.

Flughäfen vereist, Fluggäste wollten auf die Bahn umsteigen, was diese dann total überforderte.

Eben weil die ICE dauernd zur US-Untersuchung mussten.

alles andere als "dauernd" und der Vorfall ist über 2 Jahre her, spielt also absolut keine Rolle mehr.

Ja, ich nehme zusätzliche Tote im Bahnverkehr in Kauf

Und das ist ein absolutes NoGo. Das geht gar nicht.

Und ob das geht. Erklär mir, warum nicht bundesweit Tempo 30 gilt? Da werden durch höheres Tempo Tote in Kauf genommen.

Es scheitert schon allein an der Akzeptanz in absolut allen Ebenen, s.o.

In jedem Wohngebiet gibts Tempo 30 - mit vielen Todesfällen.
Da wird absolut kein Tod in Kauf genommen, im Gegenteil, wo Unfälle vermehrt auftreten, wird man tätig, z.B. baulich.

Und jetzt stellen wir mal vor, Autofahrer würden in richtig großen Massen einfach so mal von heute auf morgen auf die Bahn umsteigen. Bahnchaos pur wäre das. > Die kommen nicht alle auf einmal,

Es war Deine These, die Bahn sei sofort verfügbar,
was sie in dem Falle eben nicht wäre.

Bahnen können zudem recht schnell wachsen, die SBB in nur 9 Jahren um 50%.

SBB ist hier fehl am Platze. Derlei Werte gibts genauso bei der DB, s.o.

Die Reisedistanzen sind so unterschiedlich nicht.

In CH kannst Du keine Relationen wie HH-M oder Berlin-Basel oder HB-Nürnberg zurücklegen,
die Distanzen hierzulande sind gewaltig höher.

Sprich, Du wolltest an der Sicherheit Geld einsparen, um dieses dann dem Betrieb zugute kommen zu lassen, s.o.

Ich wollte die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer erhöhen, indem ich die Leute zum Bahnfahren bringe. Ganz nebenbei würde dabei Geld von US-Untersuchungen frei, welches man an effizienterer Stelle (Bahnübergänge?) einsetzen kann.

In allererster Linie wolltest Du die Sicherheit der Bahn massiv zurückschrauben.

Wiewenig Menschen rettest Du potenziel an einem ersetzten Bahnübergang?
0? 1? 2?
Wieviele tausend Todesopfer sind bei 3 SuperGAUs von ICE 3 Unfällen zu beklagen?

Warum nicht? Ist das Leben eines Bahnfahrers mehr wert als das eines Autofahrers?

Weil das eine mit dem anderen absolut überhaupt nichts zu tun hat.

Wenn weniger Ultraschalluntersuchungen zu mehr Bahnfahren führt und mehr Bahnfahren zu weniger Autofahren und Autofahren gefährlicher ist als Bahnfahren, dann HABEN sie etwas miteinander zu tun. Das ist nicht Meinung, das ist Fakt. Du kannst gern meine Voraussetzungen bestreiten, aber die Schlussfolgerung ist zwingend.

wenn....wenn... hätte & wäre

das ist alles mögliche, aber eines ganz sicher nicht: Kein Fakt,
das ist Deine vage Vermutung, Deine Ausgangsthese, die sich nicht einmal mit Deinen eigenen Zahlen deckt, s.o.
Es kann so sein, aber es ist nichgt zwingend so.
Auch bei 14 Mio Mal Teilnahme beim Lotto tippst Du nicht zwingend einen 6er richtig, auch nicht bei 28 Mio Mal.

Da rettest Du einfach durch "Don't drink and drive"-Aktionen aber erheblich mehr Menschenleben.

Das eine schliesst das andere keineswegs aus. Aber Aktionen kosten Geld (wer zahlt?),

Die nicht ums Leben kommen. Das spart sehr viel ein.

US-Intervalle strecken spart Geld.

An der Sicherheit fahrlässig einzusparen kostet in erster Linie massiv mit den folgenden schweren Unfällen.

Wieso sollte zuverlässiger Bahnbetrieb derzeit nicht möglich sein?
Es funktioniert doch offensichtlich
und die Bahn hielt es in letzten 24 Monaten nicht für nötig, ihre laufende Velaro D Bestellung aufzustocken.
Rein betrieblich scheint es nicht die Notwendigkeit dazu zu geben.

Selbstverständlich gibt es die Notwendigkeit. Warum ist die DB das Pünktlichkeitsschlusslicht in Europa? Warum nimmt der Fernverkehr in DE entgegen allen Trends in Europa ab?

mal abgesehen davon dass das so pauschal nicht stimmt,
das sollte alles nur wegen eines Unfalles vor über 2 Jahren so sein
und weil das USP-Intervall 30.000 km beträgt und nicht 45.000 km?

Bis die zusätzlichen geliefert sind, sind die Achsen getauscht.

Na, im Ausgangsposting war das noch Dein Vorwurf an Mehdorn.

...och, dafür ist der ICE-Fahrpreis jüngst im letzten Monat ja ganz schön stark angehoben worden. ;))

Wer weiss schon noch, was der ICE-Fahrpreis ist

Jeder weiß, was der ICE-Normalfahrpreis ist und der ist jüngst um genau 0,00 Euro gestiegen und nicht mehr.

Es wäre besser die TÜV-Intervalle der Autos auf jährlich oder halbjährlich zu erhöhen

mit Deinen Massnahmen käme man nie aufs Sicherheitslevel der Bahn.

Technische Mängel ist die geringste Unfallursache im MIV.

Der Verkehrsträger Bahn ist grundsätzlich prinzipiell sicherer.
Diesen Systemvorteil sollte man aber nicht aufgeben, sondern beibehalten & pflegen.

in dem Eschede-Monat 684 Menschen im Straßenverkehr starben. [..]
Dagegen bleiben Bahn- und Flugkatastrophen aufgrund ihren Ausmass recht gut in Erinnerung.

Zweifellos richtig. Trotzdem nimmt der Flugverkehr stetig zu, die Leute vergessen schnell.

Nein, nahm auch mal ab.
Sie vergessen nicht zwingend so schnell, erst recht bei größeren Ereignissen, 11.Sept.2001

www.tagesschau.de/wirtschaft/fluggastzahlen102.html

Eyjafjallajökull wird in der Statistik des Folgejahres 2010 auch seine Spuren hinterlassen haben.
Hättest Du da damals auch eher eine willkürlichere Sicherheitsphilosophie anwenden wollen?
Flugzeuge sind ja sicherer als Autos.


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