Mehdorn bekommt Schützenhilfe (Allgemeines Forum)

Jogi, Sonntag, 23.01.2011, 12:03 (vor 5566 Tagen) @ Alphorn (CH)
bearbeitet von Jogi, Sonntag, 23.01.2011, 12:07

Du hast mein Argument nicht mal im Ansatz begriffen. Genau das ist ja exakt das, was ich für kurzsichtig halte: Dass die Gutachter auch ohne Fahrlässigkeit mit einem Fuss im Gefängnis stehen und daher immer absolute Sicherheit zu erreichen versuchen müssen.

Wenn das nicht so wäre, wäre Bestechung ja Tür und Tor sperrangelweit geöffnet...

Absolute Sicherheit ist aber dann eine sehr schlechte Idee,...

Ist es nicht ein Widerspruch in sich, absolute Sicherheit als schlechte Idee zu bezeichnen, wenn man dem "Schutz von Leib und Leben" oberste Priorität einräumt? Oder anders gesagt: Ist es nicht grob fahrlässig, etwa 1 Prozent Unsicherheit zuzulassen, wenn wissentlich z.B. 0,5 Prozent möglich wären? (Alle Prozentangaben sind selbstverständlich als irgendwelche Hausnummern zu sehen).

...wenn dadurch das System Bahn so behindert wird, dass die Leute ins Auto getrieben werden. Wenn man also ein 1%-Risiko, dass es nochmal ein Zugsunglück gibt, in Kauf nimmt,...

... handelt man grob fahrlässig und riskiert unmittelbar Menschenleben. Wurden nicht innerhalb weniger Wochen bei drei (oder "nur" zwei) ICE-T Risse in den Radsätzen entdeckt?

...kann man dadurch trotzdem Leben retten, indem die Bahn endlich wieder pünktlicher und zuverlässiger wird und die Leute weniger Auto fahren.

Mal abgesehen davon, dass es ethisch diskussionswürdig ist, die Anzahl potentiell geretteter Menschenleben so gegeneinander aufzuwiegen (nicht umsonst hat das BVG dem Abschießen entführter Verkehrsflugzeuge eine Absage erteilt), wie soll man das denn statistisch beweisen? Zynisch formuliert: denn man kann ja die Bahnunfallopfer nicht mehr fragen, ob sie mit dem Auto gefahren wären, wäre die Bahn unpünktlicher.
Außerdem unterstellst Du, dass Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit das einzige Kriterium wären, Bahn zu fahren. Was ist mit dem Fahrpreis, mit dem Bahnangebot insgesamt, ob die Bahn überhaupt eine Alternative darstellt,....?

Nur welcher Gutachter wird schon ein 1%-Risiko in Kauf nehmen?

Hoffentlich keiner.

Jogi


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