Riesiges Medieninteresse (Allgemeines Forum)

Destear, Berlin, Donnerstag, 04.12.2014, 16:25 (vor 4141 Tagen) @ moonglum

Als sehr interessant erachte ich das umfangreiche Medieninteresse an diesem Thema. Jedes wie auch immer geartete Medium hat heute darüber berichtet, ich will fast behaupten, dass es sich hier um die Schlagzeile des Tages handelt.

Denn: Letztlich geht es hier erstmal um nichts anderes als um eine mehr oder weniger konkrete und beschlussreife Idee, das Rabattkartensystem eines großen Mobilitätsdienstleisters abzuschaffen. Bei dem Abgesang auf die Bahn, den man relativ regelmäßig zu hören bekommt, ist dass doch fast überraschend und zeigt, welche Bedeutung der Bahnverkehr im Augenblick noch hat.

Mir ist übrigens klar, dass diese ganze Angelegenheit erhebliche Folgen haben kann und die Veränderung des Preissystems eines faktischen Staatsunternehmens natürlich in Ausgestaltung und Folgen keine reine Trivialität ist. Dass das auf ein derartiges Echo trifft, finde ich dann aber doch sehr interessant.

Die Liberalisierung des Fernbusverkehrs hat etwas bewegt auf dem deutschen Mobilitätsmarkt. Letztlich war das politisch gewollt - entsprechende Folgen hat man ja schon im Vorfeld erahnen können. Es ist spannend, zu beobachten, wie sich unser Verkehrssystem hier weiterentwickelt. Ich finde es in Hinblick auf einen möglichst freien Marktzugang gut, dass es zu dieser Liberalisierung gekommen ist. Es sollte einem jeden selbst obliegen, wie er sich von A nach B befördern lassen möchte. Und dennoch macht mir die Entwicklung Sorgen, denn Lust habe ich nicht gerade, nur mit dem Fernbus fahren zu können, wenn ich nicht eine hohe Geldsumme für Bahnfahrten investieren möchte. Ich empfinde es mit all den Sparpreisen im Augenblick als nicht zu teuer, aber der Schluss von "Wir spielen nicht im Preiskampf mit" zu "Wir werden ein noch teurerer Premiumanbieter" ist auch nicht besonders weit weg. Wo wir aber schon beim freien Markt sind: Fair wäre es dann auch, die gleichen Wettbewerbsbedingungen herzustellen - da fallen mir Stichworte wie "Fernbusmaut" oder "Infrastrukturabgabe" ein...geht man von der Prämisse aus, dass die Straßen ein öffentliches Gut sind, so müssen Starkverbraucher entsprechend für ihren Verbrauch belastet werden. Soweit ist man mit dem Marktgedanken aber doch noch nicht gekommen.

Und wenn die Angst vor liberalem Nah- und Fernverkehr zu groß ist (ich finde die Angst nicht unbedingt begründet, aber nachvollziehbar), dann möge man aus der Deutschen Bahn auch rechtlich wieder ein reines Staatsunternehmen machen - oder es zumindest nach den Grundsätzen der öffentlichen Hand führen.


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