DB-Tarifsystem: Nichts gelernt? (Allgemeines Forum)

sb, Donnerstag, 04.12.2014, 14:30 (vor 4144 Tagen) @ moonglum

Um Herrn Grube (MSN, 03.12.2014) zu zitieren:

"Es sei nicht verwunderlich, dass drei Anbieter bereits wieder aus dem Markt ausgeschieden seien. Auch die Bahn, selbst der drittgrößte Fernbusanbieter in Deutschland, erreiche hier "nur mit großer Mühe eine schwarze Null". Die Bahn werde sich nicht auf einen Preiskampf einlassen, sagte Grube: "Wir machen kein Dumping!""

...doch genau das Tarifsystem des DB Fernverkehrs seit 2002/2003 ist ein solches Dumping(!) – nun musste auch Herr Grube hinsichtlich des Fernbus-Hypes zugeben, dass Sparpreis-Tarifminimierung ökonomisch für die Bahn und selbst für den Fernbus auf längere Sicht kontraproduktiv ist.

Um mich vom 25.06.2014 zu wiederholen:

DB Fernverkehr hat bis heute nicht wirklich aus der PEP-Tarifkatastrophe aus 2002 bzw. 2003 gelernt, als es massive Proteste gegen die zwischenzeitliche Abschaffung der BahnCard50 gab; stattdessen versucht man verbissen, weiterhin den mathematischen Rafinessen des Yield Managements zu fröhnen, statt auf ein attraktives und erfolgreiches Preissystem umzustellen:

- Normalpreis = gleichbleibender Entfernungstarif als Vergleichsbasis mit anderen Verkehrsmitteln (dieser könnte gegenüber dem heutigen auch deutlich gesenkt werden unter Abschaffung weiterer Rabattkarten)

- Sparpreis = Sonderpreis für einzelne(!) Relationen zur Verbesserung der Auslastung, nicht als Quasi-Normaltarif

Während der Aufwand (Marketing, Vertrieb) für Stammkunden gering ist, ist er für Gelegenheitskunden hoch; folglich subventionieren im aktuellen Preissystem die Stammkunden der Bahn faktisch die Gelegenheitskunden, weil DB Fernverkehr nicht verstehen will, wie eine dauerhafte Kundenbindung auch wirtschaftlich realisierbar ist!


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