Rhein/Main - Rhein/Neckar (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Sonntag, 04.09.2011, 14:34 (vor 5328 Tagen) @ Felix

wenn die Preise billiger werden, werden wahrscheinlich auch mehr Leute Bahnfahren [1] - und zwar auf den heute schon sehr gut ausgelasteten und attraktiven Hauptstrecken in den Ballungsräumen. Auf diesen Strecken sind allerdings schon alle Trassen vergeben [2] und auch meist keine längeren Züge mehr möglich [3], so dass die Aufnahmekapazitäten auf diesen Strecken erschöpft sind.

Da würden mich konkrete Beispiele interessieren.

Zu [1]: HSL-Zuid. Bei 7,40 Euro Aufpreis für 78 km Amsterdam-Rotterdam möchte keiner dort reisen, aber 2-3 Euro Aufpreis werden manche gerne zahlen.
Zu [2]: viele Strecken in der Schweiz. Dokument dazu (mit großer Grafik, wohl nicht auf Handy anschauen).
Zu [3]: NRW-RE 1 Aachen-Hamm(-Paderborn?)

Ich vermute nämlich, daß die Aufnahmekapazitäten auf diesen Strecken (F-MA) nur aufgrund von Zwängen, die man sich selbst geschaffen hat, erschöpft sind. Geschaffen, um das Angebot möglichst attraktiv zu gestalten, ein Luxus also, der aber nicht unbedingt notwendig wäre.

Bin ich mir nicht sicher.

Zu [2]:
Ja, das geht, denn bei uns verkehren 11-12 Züge pro Stunde zwischen Rotterdam-Den Haag. Abschnitt Schiedam-Rijswijk ist nur doppelspurig. Brechend voll also, aber die Japaner können darum nur lachen: der Hankyu-Express verkehrt schon in 10 Minutentakt als IC und als S-Bahn, mit Sekundenpünktlichkeit.
Nein, das geht nicht, denn in Deutschland sind die Geschwindigkeitsunterschiede größer. In Japan sind alle Züge gleich schnell. Bei uns fahren ICs und RBs nur 140, die eine Cargo pro Stunde 100 und alle Züge müssen in Delft auf 70 runter wegen einer Lafa. Im Falle Riedbahn hat man 100 km/h Cargos, 140 km/h S-Bahnen, 160 km/h RE und 200 km/h Fernverkehr.

Zu [3]:
Ja, das geht, so fahren viele deutsche RE160 mit bestenfalls 5 Dostos und kämpft man um den 6. Dosto, während bei uns schon langer Zeit IC-Dostotriebwagen mit 12 Wagen rumfahren.
Nein, das geht nicht, denn für 12 Wagen ist 320 m Bahnsteig benötigt. Sogar ICE-Bahnhöfe haben nicht immer eine solche Bahnsteiglänge. Bei uns war das relativ leicht machbar: weil unser IC ein gemeinwirtschaftliches Grundangebot ist, konnte Prorail die Notwendigkeit der Bahnsteigverlängerungen leicht verteidigen ("Ja, die Bahnsteige in Driebergen-Zeist müssen 320 m lang sein, damit NS in Stoßzeiten bis zu 12-Wagen-ICs dort halten lassen kann").
Zudem habe ich in Erinnerung, dass in Deutschland ab 7 Wagen ein zweiter ZugbegleiterIn benötigt ist. Wenn der Bund ihn/sie nicht bestellt, ist es bei 6 Wagen Feierabend.

Es ist heute schon so, dass viele Menschen zwischen Mannheim und Frankfurt stehen müssen.

In den ICEs? Oder in den REs? Warum kann man die nicht verlängern?

1. Ein ICE 1 läßt sich schwer verlängern. Sehr schwer sogar.
2. wenn 1x403 zu wenig ist, dann durfte 2x403 wieder zu viel sein
3. RE: Bahnsteige zu kurz
4. RE: keine zusätzlichen Zugbegleiter bestellt

Es wird ja eine NBS geplant, aber ich glaube, wenn man wirklich wollte, ließe sich selbst mit den vorhandenen Strecken eine Lösung finden, nur daß man dafür anderswo Einschränkungen in Kauf nehmen müsste. (Vielleicht S-Bahn-Verkehr auf der Strecke aufgeben und die S-Bahn-Halte vom Regionalzug mitbedienen lassen?)

Mit der Main-Neckar-Rennbahn kann man den fast kompletten Fernverkehr dort verlagern. Die ICs werden mit den neuen IC-Triebwagen dann auch noch um einiges beschleunigt.
Nebst der Main-Neckar-Rennbahn und die S-Bahnnetze Rhein/Main und Rhein/Neckar wären RE160 {x} "Main-Neckar-Express" angesagt, die schneller sind und weniger oft halten als die heutigen REs. Ansatz:

1. Wiesbaden - Mainz - Worms - Frankenthal - Ludwigshafen - Mannheim - Heidelberg
2. Frankfurt - Riedstadt-Goddelau - Biblis - Mannheim - Heidelberg - Wiesloch/Walldorf - Bruchsal - Karlsruhe
3. Frankfurt - Darmstadt - Bensheim - Weinheim, a. Mannheim - Ludwigshafen - Schifferstadt - Neustadt(Weinstraße), b. Heidelberg

Etwa mit Alstom Regio 2N, Bombardier Twindexx oder Stadler DOSTO.
Ob das dann in Stundentakt oder Halbstundentakt muss, weiß ich nicht, dafür fehlen mir Ortskenntnisse.

Allerdings ist die Frage:

a. welches Unternehmen hat den Guts, dieses Netz eigenwirtschaftlich zu fahren?, oder:
b. wer bestellt die Züge?


gruß,

Oscar (NL).


{x} solange S-Bahnen auf der gleichen Strecke fahren und nur die Riedbahn dementsprechend ausgebaut ist, würden 200 km/h wenig Sinn machen.

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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