Fahrpreise heute auf Akzeptanz hin optimiert (Allgemeines Forum)

Henrik, Montag, 05.09.2011, 04:26 (vor 5327 Tagen) @ Felix

So sehe ich das auch. Und wenn wir uns als Ziel setzen, möglichst viele Menschen von der Straße auf die Schiene zu holen (mit entsprechendem Kapazitätsausbau), verfehlen wir dies mit den derzeitigen Preisen.

Es ist ja so, daß die Fahrpreise heute auf Einnahmenmaximierung optimiert sind und nicht etwa auf eine Erhöhung des Modal-share der Eisenbahn. Im Fernverkehr ist dies so, weil die DB ein gewinnorientiertes Unternehmen ist,
aber auch im Nahverkehr sehen die Länder ihre Aufgabe darin erfüllt, ein möglichst großes Zugangebot anzubieten. Ob die Fahrgäste sich dieses Angebot auch leisten können und wollen, sehen sie nicht mehr als ihr Problem an und übernehmen einfach den PK C-Tarif der Deutschen Bahn. Und wenn ich mich nicht täusche, ist dieser ebenfalls auf Einnahmenmaximierung optimiert.

Nein. Das ist so grundsätzlich völlig falsch und Du täuscht Dich wahrlich gewaltig.
Es ist selbstverständlich erklärtes großes Ziel stets der DB, ihren Anteil am Modal-Split zu erhöhen.
Das gelingt in erster Linie durch Zeit & Preis.
Durch die Zeit bei ABS & NBS, durch Preis bei den Fahrkarten, siehe z.B. Sparpreise ab 29 Euro, BahnCards, ....

Ja, Aufgabe der Länder ist, ein möglichst großes Zugangebot anzubieten bzw. seit der Bahnreform ein möglichst immer größeres und das gelingt sehr gut und natürlich achten sie genau darauf, dass dieses bezahlbar ist - genau dafür sind die Subventionen da. Genau das ist ihre ureigentlichste Angelegenheit. Ausgestalt ist dann von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.
Du täuscht Dich.

Grundsätzlich ist aber auch die Maximierung des Modal-share nicht notwendigerweise das einzig richtige Ziel

Die Veränderung des modal-split hin zum Verkehrsträger Bahn war ein erklärtes Ziel der Bahnreform.
Gelungen ist es leider nicht.

um das Bahnsystem danach auszurichten. Die Bevölkerung sollte mit ihrem Bahnsystem auch zufrieden sein, und die Möglichkeit, jederzeit spontan preisgünstig verreisen zu können, ist ein Wert an sich.

Dieser Wert zieht aber die Veränderung im Modal-Split nach sich, zumindest der Punkt Preis.
Das mit der Zufriedenheit ist eher ein nebenbei, eine Imageangelegenheit.


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