Künftige Züge Zürich-München. (Allgemeines Forum)

Twindexx, St. Gallen (CH), Freitag, 21.01.2011, 00:45 (vor 5565 Tagen) @ 611003 3
bearbeitet von Twindexx, Freitag, 21.01.2011, 00:47

Was mich betrifft, im Dezember durfte ich mal ins Fahrplanbüo der SBB in Zürich reinschauen und hier bekam ich sehr detaillierte Antworten.


Mit wem muss man dafür schlafen? :)

Ich musste für die Berufsschule eine Vertiefungsarbeit schreiben, ich wählte natürlich ein Eisenbahn-Thema. Ich telefonierte erst einmal mit der Generaldirektion in Bern und bekam dann im Dezember in Zürich einen Termin. Diesen nutzte ich natürlich aus.

Etwas verwunderlich, es sollte doch aber seit vielen, vielen Jahren klar sein, dass man auf der Teilstrecke Bern-Zürich nicht auf Einstöcker zurück kann.

Die Idee, hier einstöckige Neigezüge einzusetzen, stammte noch aus den 90er Jahren.

Also übernehmen die neuen Neigezüge voraussichtlich drei Strecken? Zürich-Stuttgart, Zürich-München und Zürich-Mailand?

Bei Zürich - Stuttgart war die Rede davon, in etwa drei Jahren wieder mit ICE-T zu fahren, aber sicher ist das nicht.
Was Mailand angeht: Hier handelt es sich um ein Gerücht, das sich auf eine Aussage von Vincent Ducrot (abtretender Leiter Fernverkehr der SBB) stützt, die ECN würden dann auch durch den Gotthard fahren.
Die ECN werden vorallem über Basel nach Frankfurt hoch fahren.

Hmmm. Ob man wirklich mit nur einem Grad Wankkompensation die Fahrzeiten von Acht-Grad-Neigezügen nur dank besserer Beschleunigung wird halten können? Bei relativ vielen Halten kann ich mir das noch vorstellen, aber auf St.Gallen-München? Vermutlich wird man Fahrkomfort opfern müssen (Seitenbeschleunigung), was auf langen Fahrten problematisch ist.

Zürich - St. Gallen mit Halt in Zürich Flughafen und Winterthur mit je zwei Minuten Haltezeit in 57 Minuten und Bern - Lausanne mit einem zweiminütigen Halt in Fribourg in 54 Minuten zu schaffen war Teil des Anforderungskatalogs an die FV-Dostos bei aktiver WAKO.
Komfortverluste sollte es keine geben, da mit WAKO eine Kurve schneller befahren werden kann bei gleichbleibenden Querkräften. Ein nicht zu unterschätzender Teil der Querkräfte auf Fahrgastebene kommt daher, dass durch die Fliehkraft und die Federung sich der Wagenkasten um ein bis zwei Grad nach aussen neigt. Durch das aktive Aufrichten des Wagenkastens nehmen bei gleicher Geschwindigkeit die auf die Fahrgäste einwirkenden Querkräfte ab.
Was längere Strecken betrifft: Zumindest bei den SBB wird im Fahrplan einberechnet, wie schnell ein Zug nach einem roten Signal oder einer Lafa wieder die vmax erreicht, das hat eine Auswirkung auf die einberechnete Reservezeit.
Generell rechnet man dei den SBB mit 8% Fahrzeitreserve.
Ein Beispiel für eine Fahrzeitreserve: Nach Fahrplan brauchen die ICN von Wil nach Winterthur 15 Minuten. Als aber mal bei einem vorraus fahrenden Fussball-Fan-Extrazug die Notbremse gezogen wurde, erreichte mein ICN aus St. Gallen Wil mit knapp acht Minuten Verspätung. Die Strecke Wil - Winterthur legte der ICN dann in gut 12 min zurück.

Der vorläufige Bieler Umweg ist nicht vermeidbar, also müssen wir den wohl hinnehmen.

Auf sicher ist das auch noch nicht, über die Durchbindung der einzelnen Linien in Zürich HB ab 2016 will man sich noch nicht ganz festlegen. Die Durchbindung über Biel nach Genf ist nur derzeitiger Planungsstand.

Werden da auch irgendwelche Reserven da sein oder wird hier so stramm gefahren werden, dass es bei einer zehnminütigen verspätung des einen Zuges gleich 10 weitere Züge stört?

Fahrplanplanung nach SBB-Standard: Mindestens 8% Fahrzeitreserve.

Twindexx-Innenraummodell sieht auch gut aus : Klick mich

Gewöhne dich lieber nicht zu sehr daran.
Nachdem im Juni der Vertrag unterschrieben war, wurde seitens der SBB erstmal über das Aussendesign gemeckert. Die Abdeckung der Kupplung musste umdesignt werden und an den Seiten wird der Zug das bekannte IC 2000-Farbschema erhalten. Entsprechende neuere Bilder habe ich gesehen, habe aber keines bekommen, das ich hier zeigen könnte.
Zum Innendesign: Ich weiss, dass die Langenthaler Textilfirma Lantal den SBB ein Farbenkonzept für die Sitzbezüge der Twindexx vorgelegt hat und dieses von den SBB abgesegnet wurde, wie das aussieht, weiss ich nicht. Auf den Bildern sind nur Designvorschläge von Bombardier zu sehen, am Schluss wird die SBB entscheiden, was für Sitze, Bezüge und Farben reinkommen. Der Besteller entscheidet, wenn also die Sitze in den DB Regio-Dostos unbequem sind, dann ist das die Schuld von DB Regio, Bombardier baut nur das ein, was der Kunde haben will.

Hier noch das Präsentationsmodell des Twindexx, eine 50'000 CHF-teure Einzelanfertigung:
http://img691.imageshack.us/i/twindexxmodell.png/


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