TMST und separate Bahnsteige (Allgemeines Forum)

Thalyseo, Freitag, 10.09.2010, 15:31 (vor 5697 Tagen) @ Oscar (NL)

Ist ab London oder Frankfurt Brüssel auch interessanter/attraktiver als ab Paris?

Nun, ich denke ab Paris dürften Brüssel und London in etwa gleich attraktiv sein, wenngleich Brüssel etwas attraktiver sein dürfte, da hier die Sprachbarriere entfällt (= auch wenn Brüssel formal zweisprachig ist).

Ab Frankfurt wäre London - bedingt durch eine Reisezeit von über vier Stunden - wahrscheinlich weniger attraktiv als Paris. Dennoch könnte sich London als (insgesamt) als attraktiver erweisen, da mehrere attraktive (Teil-)Strecken gebündelt werden:


Primär:

-> London <-> Brüssel
-> London <-> Köln
-> Lille <-> Liège
-> Brüssel <-> Köln
-> Brüssel <-> Frankfurt

Sekundär:

-> Lille <-> Brüssel
-> Lille <-> Aachen
-> Brüssel <-> Aachen
-> Liège <-> Aachen

Vorteil bei der "Paris vs. London"-Frage wäre, dass - bei Weiterführung nach London der Check-in 30 Min. vor Abfahrt - bereits in Deutschland erfolgen könnte und so kein weiterer Aufenthalt in Brüssel von Nöten wäre.

Die heutigen neun Verbindungen nach Paris (= inkl. ICE Int. mit Umstieg in Brüssel) blieben - ohne Verlängerung der Reisezeit - erhalten, nur müsste in Brüssel umgestiegen werden, was auch mit Gepäck - der obligatorischen Reservierung sei Dank -mit minimaler Beeinträchtigung zu realisieren wäre (= selber Bahnsteig ggü.).

Natürlich würde man da einige Reisende an den Luftverkehr verlieren, aber andererseits würde man für London Marktanteile gewinnen, was den Verlust (wahrscheinlich) überkompensieren dürfte.

Als die Zuiderzeelinie geplant wurde, träumte man schon von einem täglichen Thalys Paris-Groningen.
Denn: "Paris ist ein sehr interessantes Reiseziel für Groningen"
Aber: ist Groningen auch ein sehr interessantes Reiseziel für Paris?

D. h. man würde über Amsterdam Centraal weiter über die noordholländische Halbinsel nach Friesland übersetzen? Über würde man über Amersfoort/Utrecht fahren?

Ich würde die Frage nicht auf Paris versteifen, denn die Franzosen verweilen bekanntermaßen im eigenen Land. Zur Auslastung könnte Thalys potentiell auch innerniederländische Fahrten anbieten, allerdings stünde er dann in Konkurrenz zum Fyra. Deswegen meinte ich ja auch, dass es besser gewesen wäre, den Thalys nicht nach Belgien verkehren zu lassen (= wäre von den Kosten sicherlich erheblich günstiger) georden uns stattdessen den Thalys zwischen Amsterdam und Brüssel/Paris - mindestens auf einen 60-Min.-Takt - zu verdichten. Zu hätten die Züge eine friedliche Koexistenz geführt.

Die Sachlage scheint mir vergleichbar mit Brüssel <-> Köln, auf der der IC A durch den HGZ-Verkehr (= wenn auch nicht Thalys, aber das liegt wahrscheinlich an KRM) ersetzt würde. Zugeben der Vergleich hinkt an der unterschiedlichen Auslastung und der damit verbundenen Frequenz der Zugfahrten.

Ich denke jedoch, dass die NS mit dem Fyra vielleicht andere Strecken auf neuem Niveau (Amsterdam - Maastricht/Liège bzw. Heerlen/Aachen und/oder Breda-Amsterdam-Groningen) anbieten könnte. Natürlich weiß ich, dass der Fyra in Deutschland nicht zugelassen ist, ich glaube aber gelesen zu haben, dass er mit dem Stromsystem kompatibel ist. Problem wäre natürlich die wegfallende Flügelung in Sittard, aber das ließe sich wahrscheinlich auch durch Shuttles nach Heerlen/Maastricht regeln.

Müssten dann nicht auch entsprechend abgesperrte Bahnsteige für die Londoner Züge - wie in Brüssel und Paris - eingerichtet werden? Wie es in Lille (Europe) gelöst ist, weiß ich nicht.

Frage:
Wie wird genau dieses Problem mit Eurostar-Zügen Richtung Südfrankreich gelöst?


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum