Langsamfahrstelle-Dichte? (Allgemeines Forum)

Chrispy, Donnerstag, 18.02.2021, 18:42 (vor 89 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo Oscar,

Unser Netz hat relativ wenig Lafas (Langsamfahrstellen), aber für deutsche Begriffe ist unsere vmax von 130-140 km/h (auf Hauptachsen!) an sich schon eine Lafa. Erst recht für einen europaweiten Premiumzug namens ICE International... ;)

Zudem können Lafas nicht nur streckenbedingt (Schwachstellen im Gleisbett) sondern auch fahrplanbedingt sein (weil ein schneller Zug von einem langsameren Zug ausgebremst wird) oder sogar hausgemacht (weil Verkehrsleitung entscheidet dass ein langsamerer Zug trotzdem Vorfahrt hat).

Meine Idee wäre, dass man dabei natürlich nur jene Lafas erfasst, die aufgrund von Infrastrukturschäden eingerichtet wurden. Dass man fahrplanbedingt Züge verlangsamt sehe ich nicht als Lafa an. Als Lafa verstehe ich einen Streckenabschnit, dessen ursprünglich zugelassene Geschwindigkeit für alle Zuggattungen reduziert wurde (https://de.wikipedia.org/wiki/Langsamfahrstelle).

Da unser Netz am drittdichtesten befahren wird (nur CH und JP dichter) ist unser Netz auch wartungsintensiver.

Es geht mir eben gerade darum einen Indikator zu haben, der aufzeigt, dass genügend Geld in den Unterhalt der Bahnanlagen gesteckt wird. Wird ein Netz mehr befahren als ein anderes, muss auch mehr Geld investiert werden. Die Anzahl Lafas, oder vielmehr das Verhältnis zwischen der Gesamtlänge der Lafas und der Länge des Streckennetzes, kann mir unabhängig von Streckentopologie und Zugfrequenz zeigen, ob die Betreiber auch genug Geld investieren.

Prorail versucht nachts Reparaturen durchzuführen. Aber manchmal sind Wochenendsperren ganzer Streckenteile notwendig. Inklusive SEV mit Bussen, mangels Umgehungsstrecken (wenn Utrecht-Den Bosch dicht ist, müsste ich ganz via Arnhem-Nijmegen oder via Rotterdam reisen, damit ich nach Eindhoven komme; dann ist ein SEV-Bus über die Autobahn schneller, erst recht wenn der Bus freie Busspuren benutzen und somit an Staus vorbeifahren darf).

Lafas durch Bauarbeiten dürfte man ebenfalls nicht berücksichtigen, da Instandhaltungsarbeiten kein Indikator für einen schlechten Netzzustand sind und vorallem ist deren häufigkeit wieder abhängig von der Streckentopologie, Zugfrequenz und der gefahrenen Geschwindigkeit. Genau da ist auch die Schwierigkeit meines Indikators:

1. Man müsste zuerst an die Anzahl und Länge aller Lafas in D und CH kommen.
2. Dann müsste man die Möglichkeit haben, Baubedingte Lafas zu identifizieren und zu streichen

Weiss nicht ob es überhaupt eine Bahn gibt, die solche Daten publiziert.


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