Das ist tatsächlich etwas schwierig (Allgemeines Forum)

guru61, Arolfingen, Montag, 15.02.2021, 08:24 (vor 16 Tagen) @ Eingleisigkeit

Hallo Murrtalbahner,

Bitte berücksichtigen fairerweise auch die Investitionen des Bundes in Deutschland ins Schienennetz, wenn du es bei SBB Infra auch machst. Dann erhöht sich die deutsche Summe mal eben im knapp 7 Milliarden. Und das ist nur der Bund! Landes- und Kommunalzuschüsse sind da nicht drin.


Ich bin da zugegebenermaßen etwas überfragt. Vielleicht können ja ein paar der Schweizer Foristen hier Aufklärung bieten: Der reine "Ertrag aus Infrastrukturbenützung" für die SBB Infra ist mit 97 Mio. CHF lächerlich wenig. Damit dürften sich die wahren IH-Kosten fürs Schienennetz insbesondere in häufig schwierigem Gelände mit Ingenieursbauwerken nicht refinanzieren lassen. Ich vermute daher, dass schon die Trassenkosten in der Schweiz staatlich subventioniert sind. Und ich hatte weiter vermutet, dass genau die 2,1 Mrd. CHF der "Leistungen der öffentlichen Hand für die Bahninfrastruktur" darunter zu verstehen sind. Sind denn hier auch schon die Gelder für den Netzausbau enthalten?
Sind die 97 Mio. CHF lediglich irgendwelche Kosten für stationäre Anlagen, z.B. Elektranten. Und die Trassenerlöse verstecken sich irgendwo anders im Geschäftsbericht der SBB?

Wir haben den Fond FABI, über den die Gelder gesammelt werden und sich sozusagen automatisch füllt:
https://www.uvek.admin.ch/uvek/de/home/verkehr/investitionen/fabi.html
Über den wurde 2014 abgestimmt und von Volk und Ständen angenommen:
https://www.uvek.admin.ch/uvek/de/home/uvek/abstimmungen/abstimmung-fabi-vorlage/abstim...
Aufgrund dessen, können die Politiker nur naoch das machen, was sie am Besten beherrschen: Geld ausgeben:
https://www.uvek.admin.ch/uvek/de/home/verkehr/investitionen/Ausbauschritt2035.html
Zudem bietet die Fondslösung eine Planungssicherheit, die meines Erachtens in Deutschland fehlt.
Ähnliche Fonds bestanden schon bei Bahn 2'000 und der NEAT.
Nur so war es möglich Projekte über 30 Jahre durchzuziehen. Dass eine gesicherte Finanzierung und eine nahe Baubegleitung der wesentlichste Schritt für ein Projekt ist, sieht man gerade am BBT:
https://kurier.at/wirtschaft/bbt-kuendigt-porr-konsortium-966-mio-euro-schweres-baulos/...

Dazu hat man in dem Personenbeförderungsgesetz ein paar wirksame Bremsen gegen Rosinenpicker eingebaut:
https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2009/680/de
Art 16 und 17: Direkter Verkehr
Nur so ist es möglich in Winzanu Säliblick im Bus ein direktes Billett nach Zuckenriet Post zu lösen.

Art 32 die Verpflichtung Personal und Fahrzeuge abzugeben, bzw. zu übernehmen. Somit wäre in der Schweiz die Übernahme der Berliner S Bahn durch ein anderes Verkehrsunternehmen kein Problem

Dazu kommt, dass über diese Vorlagen entweder abgestimmt wurde, oder das Referendum nicht ergriffen wurde oder nicht zustande kam. Somit also eine hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung haben.
Dazu kommt, dass man bei der Vernehmlassung auch manchmal über den eignen Schatten springen kann, und eine bessere Lösung erarbeitet:
https://www.pro-bahn.ch/application/files/6715/6559/6579/InfoForum_1_14__Hauptthema_Dur...
Guggsch: Szenarien zur Verkehrsbewältigung.
Vielleicht ist das der Grund, dass wir kein Stuttgart 21 Debakel hatten!
Gruss Guru


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