Warum so verkürzt? (Allgemeines Forum)

Der Blaschke, Sonntag, 14.02.2021, 14:39 (vor 21 Tagen) @ RenateMD

Hallo.

Die Eurobahn stellt den Verkehr zwischen Münster und Osnabrück kurzerhand ein. Tagsüber gibt's ja noch den RE 2. Abends schaut man in die Röhre. Keine Fahrtmöglichkeit. Null.

Natürlich kann da niemand miteinander reden, so dass kurzfristig freie RE 2-Garnituren fahren auf den 2 oder 3 Abendzügen. Hat der Bahnfahrgast Pech.

Während die Autobahn nie gesperrt war. Einen Tag ging es beschwerlich und ein Tag war Lkw-Fahrverbot m.W. Seitdem läuft's.

Man muß nicht auf DB und Flieger verkürzen.

Problem ist die Unterfinanzierung des SYSTEMS EISENBAHN ALS GANZES.

Und da geht es jetzt ans Eingemachte. Natürlich kann man schimpfen und dran erinnern, dass es früher mehr Personal gab, mehr Material und u.U. auch weniger Sicherheitswahn. Natürlich können wir problemlos das alles heute auch haben. Dann aber bitte auch ehrlich sein: wer ist bereit, das dann zu bezahlen? Das Material kostet seinen Preis - das ganze Jahr. Und woher kommt das Personal? Einheimische wollen niedere Arbeiten nicht machen; da wird oft lieber Hartz IV bezogen. Zuwanderung ist unerwünscht - scheidet als Lösung auch aus. Und wenn man wen findet, möchte der auch bezahlt werden. Ganzjährig.

Und wie pleite die Bundesbahn war, kann man sich dabei auch in Erinnerung rufen.

Wer sollte also all die Wünsche finanzieren? Bill Gates? Der Chinese? Oder einfach noch mehr Schulden machen? Fahrpreise anpassen? 14,90€-Sparpreise dürften Geschichte sein. Oder kürzen wir den Sozialetat und schichten um zum Verkehr? Stellen wir Straßenausbau gänzlich ein, legen Straßen still und finanzieren nur den Erhalt des Bestandsnetzes? Können wir auf den Verteidigungsetat verzichten? Muss es Entwcklungshilfe geben? Erhöhen wir Steuern? Oder führen neue ein? Oder wie bei der GEZ? Jeder zahlt ab sofort jeden Monat Summe X für das Bahnwesen. Muß ich jeden Bürger zwangsweise zum Bahnfahrer und/oder -finanzierer machen, oder sollen nur die Nutzer das System finanzieren?

Darüber muss man dann auch reden und Farbe bekennen und eine Meinung dazu haben!! Solange aber 'möglichst günstig' das entscheidende Kriterium ist, ist es so, wie es ist.


Und beim Thema Sicherheit. Ich möchte den erleben, der sich heute über den Sicherheitswahn mokiert - ihm aber dann doch mal was zustößt. Ist dann der erste, der sich über die Unverantwortlichkeit aufregt und mit Klage droht usw.


Die Eisenbahn ist da ein schönes Spiegelbild der Gesellschaft und jedes Einzelnen: nur fordern und nicht bedenken, dass Forderungen IMMER auch Konsequenzen haben - da sieht man aber weg, macht sich keine Gedanken und will das auch nicht.


Schöne Grüße von jörg


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