Warum so verkürzt? - warum alles durcheinander wirbeln? (Allgemeines Forum)

Murrtalbahner, Sonntag, 14.02.2021, 17:13 (vor 17 Tagen) @ Der Blaschke

Problem ist die Unterfinanzierung des SYSTEMS EISENBAHN ALS GANZES.

Und da geht es jetzt ans Eingemachte. Natürlich kann man schimpfen und dran erinnern, dass es früher mehr Personal gab, mehr Material und u.U. auch weniger Sicherheitswahn. Natürlich können wir problemlos das alles heute auch haben. Dann aber bitte auch ehrlich sein: wer ist bereit, das dann zu bezahlen? Das Material kostet seinen Preis - das ganze Jahr. Und woher kommt das Personal? Einheimische wollen niedere Arbeiten nicht machen; da wird oft lieber Hartz IV bezogen. Zuwanderung ist unerwünscht - scheidet als Lösung auch aus. Und wenn man wen findet, möchte der auch bezahlt werden. Ganzjährig.

Und wie pleite die Bundesbahn war, kann man sich dabei auch in Erinnerung rufen.

Wer sollte also all die Wünsche finanzieren? Bill Gates? Der Chinese? Oder einfach noch mehr Schulden machen? Fahrpreise anpassen? 14,90€-Sparpreise dürften Geschichte sein. Oder kürzen wir den Sozialetat und schichten um zum Verkehr? Stellen wir Straßenausbau gänzlich ein, legen Straßen still und finanzieren nur den Erhalt des Bestandsnetzes? Können wir auf den Verteidigungsetat verzichten? Muss es Entwcklungshilfe geben? Erhöhen wir Steuern? Oder führen neue ein? Oder wie bei der GEZ? Jeder zahlt ab sofort jeden Monat Summe X für das Bahnwesen. Muß ich jeden Bürger zwangsweise zum Bahnfahrer und/oder -finanzierer machen, oder sollen nur die Nutzer das System finanzieren?

Und beim Thema Sicherheit. Ich möchte den erleben, der sich heute über den Sicherheitswahn mokiert - ihm aber dann doch mal was zustößt. Ist dann der erste, der sich über die Unverantwortlichkeit aufregt und mit Klage droht usw.


Dein Ansinnen verstehe ich. Aber warum alles durcheinander wirbeln?
DB Netz ist alles andere als unterfinanziert, sondern macht im Jahr Gewinne in Milliardenhöhe. Da könnte man auch mal 10-20 Millionen für Winterdienst abzwacken. Solange man aber mit immer schlechterer (=billigerer) Leistung durchkommt, gibt es keinerlei Druck, etwas zu ändern. Einen gewissen eigenen Anspruch an das eigene Produkt hat man ja ohnehin schon lange nicht mehr.

Wie Pleite die Bundesbahn war? Auch wenn ein Vergleich müsig ist, aber lange nicht so Pleite wie die Deutsche Bahn AG. Vor allem aber hat das System Eisenbahn den Staat lang nicht so viel Geld gekostet wie heute. Ist aber auch schwer miteinander zu vergleichen.

Wer das finanzieren soll? Siehe erster Abschnitt. Der Verweis auf die Sparpreise zieht dabei nicht. Denn ob der jetzt 14,90 oder 99,99 Euro kostet, deswegen räumt DB Netz kein bisschen besser die Gleise. Zudem hat niemand DB Fernverkehr gezwungen, die Sparpreise so dermaßen billig rauszukicken. Das ist letzlich lediglich ein Ergebnis von jahrelanger Plan- und Hilflosigkeit.

Was es braucht ist eine weitere Bahnreform, die die Infrastruktur zurück in Bundeshand führt und klare Aufgaben, Ziele und Qualitätsstandards bekommt. Denn der jetzige Zustand, bei Einnahmen schön die Privatwirtschaft betonen und bei Ausgaben oder wenn es schlecht läuft mit dem Finger auf den Bund zeigen, lähmt die gesamte Entwicklung im Bahnsystem. So Peinlichkeiten wie jetzt mit dem Schnee-Drama sind da das nächste Tief, damit auch der letzte kapiert, dass dringen Handungsbedarf besteht.


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