Mottgers-Dreieck: hoher Nutzen für Großinvestition (Allgemeines Forum)

ThomasK, Mittwoch, 05.02.2014, 23:10 (vor 4442 Tagen) @ Bronnbach Bhf

(1) >Hier liegt Du falsch. In der 2012 erfolgten Wirtschaftlichkeitsüberprüfung aller Ausbau/Neubaustrecken ist man zu dem Schluss gekommen, dass die SFS Stuttgart-Ulm nur dann einen KNF von über 1,0 hat, wenn Mottgers nicht gebaut wird und umgekehrt. Da man die SFS Stuttgart-Ulm politisch priorisiert hat, ist die Mottgersspange damit tot. Sie darf aktuell nicht gebaut werden, weil KNF unter 1,0.


Vergiss die ganzen Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Da wird viel zu viel politisch getrickst. Gerade bei Stuttgart 21 gibt es zahlreiche inoffizielle Nebenabreden.


(2) >Die Mottgersspange ist großer Mist, weil es dadurch keine Fahrzeitverkürzung für alle FV nach Norden und Osten gibt. Frankfurt-München ist mit 3h Fahrzeit schon sehr gut.


Nein ist es nicht. Marktfähig wäre eine Beförderungszeit zwischen Frankfurt (Main) und München von ca. 2:15 Stunden bis 2:30 Stunden nebst einem Halbstundentakt via Würzburg. Als damals die SNCF eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für den TGV zwischen Paris und Lyon durchgeführt hat, kam heraus, dass die SNCF nur dann einen Marktanteil von über 80% erreichen kann, wenn die Fahrzeit zwischen Paris und Lyon nur etwa 2 Stunden beträgt. Die Relation Paris - Marseille mit 3 Stunden Beförderungszeit zeigt schon, dass sich hier der Luftverkehr noch partiell gegen die Bahn wehren kann.


(3) >Frankfurt-Hamburg/Berlin/Dresden sind es noch nicht. 4 ICE Linien gen Norden wären der Verlierer, nur damit 1 ICE Linie nach Süden um 20 Minuten beschleunigt wird. Der Korridor Frankfurt-Hannover, Hamburg, Berlin, Leipzig Dresden verbindet rund 15 Mio. Menschen. All diese Menschen profitieren bei einer Diretissima von einer Fahrzeitverkürzung von knapp 20 Minuten. Bei Mottgers gäbe es für alle diese Menschen keine Fahrzeitverkürzung. Bei Mottgers nur für den Verkehr Frankfurt-Nürnberg-Ingolstadt. Das sind keine 3 Mio. Menschen. München darf man nicht mitzählen. Denn nach München komme ich über die SFS S-Ulm genauso schnell.


Hier vergleichst du Äpfel mit Birnen. Frankfurt - Wien ist eine europäische Hauptverkehrsachse mit starkem Güterverkehr zwischen Benelux und Süd/Ost-Europa. Frankfurt - Wien ist via Stuttgart ein bei weitem zu großer Umweg. Zusätzlich hast du einen großen Umsteigeverkehr in den fränkischen Raum. Das Einzugsgebiet von Nürnberg ist sehr beachtlich und der Quelle/Ziel-Verkehr zwischen Frankfurt und Nürnberg ist sehr groß.

Ich denke, dass man langfristig beide Massnahmen benötigen wird, die Mottgers Spange Richtung Würzburg und Fulda und zusätzlich punktuelle Ausbaumassnahmen auf den KBS 615 und 800.

In der Schweiz hätte man zwischen Frankfurt und Würzburg nicht nur längst schon einen 30-Minuten-Takt mit nonstop ICE-Zügen realisiert, sondern darüberhinaus noch halbstündliche Interregios mit Zwischenhalten in Offenbach, Hanau, Aschaffenburg und Gemünden (Main) eingerichtet. Das Einwohnerpotenzial von Frankfurt ist größer als das von Zürich und das von Würzburg liegt etwa in der Größenordnung von Bern. Und jetzt guck mal, was zwischen Zürich und Bern ausgebaut wird.


(4) >Eine NBS Gelnhausen-Fulda muss neben der Korridorentlastung vorallem eine echte Fahrzeitverkürzung für die Nordverkehre haben. Nur dann macht sie auch wirtschaftlich Sinn. Zusammen mit der Beschleunigung zwischen Hannover und Hamburg wäre bei einer Diretissima Gelnhausen-Fulda eine Fahrzeit F-Hamburg von rund 3h möglich. Der heutige Sprinter bzw. die zukünftige ICE Linie 15 nach Berlin wäre auch nur noch 3h unterwegs. Frankfurt-Dresden in gut 3,5 Stunden. Es gibt keine andere SFS die nur annähernd einen solchen Fahrzeitgewinn für so viele Korridore bringt.


Wenn der Liter Benzin über 3 € kosten wird, dann brauchen wir gar nicht mehr darüber diskutieren, dass man beide Massnahmen benötigt. Die aktuellen Berechnungen kannst du sowieso in die Tonne treten, da sie viel zu kurzfristig sind. Inzwischen wurde ja auch schon zugegeben, dass das Nachfrageverhalten der Bevölkerung bei einem Benzinpreis von über 3 € / Liter in keinster Weise berücksichtigt worden ist. Eisenbahnstrecken werden aber für 100 Jahre gebaut.


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