Mottgers-DREIECK: hoher Nutzen wegen NETZWIRKUNG (Allgemeines Forum)

sb, Mittwoch, 05.02.2014, 21:36 (vor 4444 Tagen) @ Bronnbach Bhf

Die Antworten sollten sich schon auf das Geschriebene beziehen und korrekte Informationen beinhalten:

Ein Trassierung für 300km/h wird es nicht geben. Steht so im Artikel und so wird es seit geraumer Zeit immer wieder kommuniziert.

Wie geschrieben, halte ich die bisherigen Planungen nicht für zielführend.

Deine gewünschte Trassierung via Jossa führt durch das Naturschutzreservat Spessart. Dies hat eine besonders hohe Schutzbedürftigkeit.

Zunächst gibt es rechtlich kein "Naturschutzreservat", und auch kein rechtlich geschütztes "Naturschutzgebiet Spessart" in diesem Bereich, sondern lediglich einzelne kleinere Schutzgebiete in Hanglagen, welche untertunnelt würden, sowie rechtlich eher unbedeutende Gebiete im Sinne von "Landschaftsschutzgebieten" und dem "Naturpark".

Schutzgebiete gemäß Bundesamt für Naturschutz

Was alles ein "Naturpark" ist, sieht man auf dieser Karte.

Die Baukosten würden ins Unermessliche steigen.

Unvollständige Halbwahrheiten wie diese haben nicht das Ziel einer sachlichen Debatte.

Nutzen: Wie erläutert, erwarte ich den größeren Nutzen einer Mottgers-NBS mit Anbindung nach Fulda und Würzburg sogar auf der Kante Frankfurt – Würzburg, welche durch die bisherigen Planungen meist ignoriert wurde.

Kosten: Ebenso gibt es verschiedene NBS-Varianten; ein langer Tunnel Bad Soden Salmünster – Jossa/Altengronau würde beispielsweise sogar die genannten Schutzgebiete vollständig unterfahren können.

Gerade wegen der Taktverdichtung im NV nach/von Fulda würden dem GV nicht so viele Trassen zur Verfügung stehen.

Dem SGV würde aufgrund der Entlastung der Strecken vom SPFV sehr wohl mehr Fahrplantrassen als heute auf der Kante Frankfurt – Fulda zur Verfügung stehen; den zusätzlich frei werdenden Fahrplantrassen im Falle einer NBS Frankfurt – Fulda nördlich des Kinzigtals steht die Beibehaltung des Status Quo auf der Achse Frankfurt – Würzburg entgegen – was insgesamt aus meiner Sicht schlechter wäre. (Immer den gesamten Kontext beachten!)

In der 2012 erfolgten Wirtschaftlichkeitsüberprüfung aller Ausbau/Neubaustrecken ist man zu dem Schluss gekommen, dass die SFS Stuttgart-Ulm nur dann einen KNF von über 1,0 hat, wenn Mottgers nicht gebaut wird und umgekehrt.

Die NBS Stuttgart – Ulm ist nur deshalb so knapp über 1,0 gekommen, weil sie mit dem Unsinnsprojekt Stuttgart21 politisch gekoppelt ist; dies hat das baden-württembergische Stimmvolk aber so gewollt, selbst wenn es nun zu erheblichen Kostensteigerungen insbesondere zu Lasten des Landes Ba-Wü, der Region und der Stadt Stuttgart kommt.

Da man die SFS Stuttgart-Ulm politisch priorisiert hat, ist die Mottgersspange damit tot. Sie darf aktuell nicht gebaut werden, weil KNF unter 1,0.

Nochmal: Ich spreche nicht von der Mottgers"spange", sondern von einer "Mottgers-NBS mit Abzweig nach Fulda und Würzburg"(!) – was die Kosten nur wenig erhöht, den Nutzen aber deutlich steigert. => Nutzen-Kosten-Quotient vsl. >> 1,0.

Die Mottgersspange ist großer Mist, weil es dadurch keine Fahrzeitverkürzung für alle FV nach Norden und Osten gibt.

Jetzt wird es aber unseriös, denn:

Kantenzeit ICE Frankfurt – Fulda von 1h00' auf 00h45'
Kantenzeit ICE Frankfurt – Würzburg von 1h00' auf 00h45'

Und beide Kanten sind Hauptachsen des deutschen ICE-Netzes mit mehreren ICE-Linien!

Der Korridor Frankfurt-Hannover, Hamburg, Berlin, Leipzig Dresden verbindet rund 15 Mio. Menschen. All diese Menschen profitieren bei einer Diretissima von einer Fahrzeitverkürzung von knapp 20 Minuten. Bei Mottgers gäbe es für alle diese Menschen keine Fahrzeitverkürzung. Bei Mottgers nur für den Verkehr Frankfurt-Nürnberg-Ingolstadt. Das sind keine 3 Mio. Menschen.

Übrigens: Wenn Hamburg, Berlin, Leipzig und Dresden mitgezählt werden, muss für die Kante Frankfurt – Würzburg auch Ober- und Niederösterreich sowie Wien und perspektivisch auch Tschechien mit berücksichtigt werden!

München darf man nicht mitzählen. Denn nach München komme ich über die SFS S-Ulm genauso schnell.

..."was nicht sein darf, kann nicht sein"? Wie erläutert, bringt eine Führung der ICE Frankfurt – München über die Mottgers-NBS einen Gleichstand mit einer Führung über Mannheim, womit folglich Frankfurt – München sehr wohl mit 50% zu berücksichtigen ist!

Eine NBS Gelnhausen-Fulda muss neben der Korridorentlastung vorallem eine echte Fahrzeitverkürzung für die Nordverkehre haben. Nur dann macht sie auch wirtschaftlich Sinn. Zusammen mit der Beschleunigung zwischen Hannover und Hamburg wäre bei einer Diretissima Gelnhausen-Fulda eine Fahrzeit F-Hamburg von rund 3h möglich. Der heutige Sprinter bzw. die zukünftige ICE Linie 15 nach Berlin wäre auch nur noch 3h unterwegs. Frankfurt-Dresden in gut 3,5 Stunden. Es gibt keine andere SFS die nur annähernd einen solchen Fahrzeitgewinn für so viele Korridore bringt.

Eine NBS ist immer eine Großinvestition; deshalb sollte sie nicht notwendigerweise den Sinn haben, nur einzelne Korridore zu beschleunigen, wenn eine anderen NBS-Variante eine insgesamt höhere Netzwirkung bei erzielen kann.


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