Mottgers-Dreieck: hoher Nutzen für Großinvestition (Allgemeines Forum)

Bronnbach Bhf, Mittwoch, 05.02.2014, 09:56 (vor 4453 Tagen) @ sb

Bzgl. "Naturschutz" müssen bei der Mottgers-Spange zwar einige Schutzbedürfnisse beachtet werden, doch ihr großer Nutzen direkt für den ICE-Verkehr und indirekt für den Güterverkehr dürfte auch ökologisch im Sinne einer maßgeblichen Verlagerung großer Verkehrsströme von der Straße auf die Schiene erkennbar werden.

Bzgl. "Trassierung" sollte darauf geachtet werden, diese Neubaustrecke als echte ICE-Strecke wie die NBS Frankfurt – Köln mit 35 Promille Längsneigung und entsprechenden Überhöhungen in Gleisbögen für ca. 300 km/h auszulegen.

Ein Trassierung für 300km/h wird es nicht geben. Steht so im Artikel und so wird es seit geraumer Zeit immer wieder kommuniziert. Deine gewünschte Trassierung via Jossa führt durch das Naturschutzreservat Spessart. Dies hat eine besonders hohe Schutzbedürftigkeit.Die Baukosten würden ins Unermessliche steigen. Die Landschaft nördlich der Kinzigtalbahn unterliegt nicht dieser Schutzbedürftigkeit.


Bzgl. "Güterverkehr" sollte eingesehen werden, dass dieser auf den bisherigen HGV-Strecken nur ein politischer Vorwand war, welcher aber die Kosten wesentlich erhöhte. Gerade für den Güterverkehr Frankfurt – Fulda/Würzburg stünden dann auch tagsüber mehr Fahrplantrassen zur Verfügung; nachts bliebe es beim Status Quo.

Falsch. Gerade wegen der Taktverdichtung im NV nach/von Fulda würden dem GV nicht so viele Trassen zur Verfügung stehen. Daher wird auch die NBS benötigt und das vorallem tagsüber mit einzelnen Trassen. Du kannst den Gv nicht nur nachts fahren lassen. Bei einer SFS mit 35 Promille Steigung ist eine NBS für den GV aber nicht nutzbar. Somit auch nicht in der Nacht. Eine NBS auf direktem Wege nach Fulda mit nur 12,5 Promille Steigung und Vmax 230 km/h hätte zudem den Vorteil, das bis Fulda auch tagsüber die NBS für den GV nutzbar wäre (kein Begegnungsverbot, da keine 1 röhrigen Tunnel). Die ICE´s gen Norden fahren ab Frankfurt heute schon im Blockabstand. Selbst bei einer Verdichtung auf einen 30 Minutentakt würde die NBS für den GV tagsüber mit 2 bis 3 Trassen je Stunde und Fahrtrichtung nutzbar sein. Denn für den FV soll es nur eine Vmax von 230 km/h geben. Die freizuhaltendne Blockabstände sind somit wesentlich geringer als bei Tempo 300 km/h. Dazu kommt, dass eine Direktissima nur 20% länger wäre, als die zu bauende Mottgersspange. Wegen der hohen Schutzbedürftigkeit des Spessarts würde eine Mottgersspange aber trotz allem teurer werden.

Bzgl. "Wirtschaftlichkeit" vermute ich den größeren Nutzen sogar auf der ICE-Kante Frankfurt – Würzburg, weil mit einer Beschleunigung der ICE Frankfurt – Würzburg auf längstens 45' der ICE-Korridor Frankfurt – München genauso schnell über Würzburg wie über Mannheim,

Hier liegt Du falsch. In der 2012 erfolgten Wirtschaftlichkeitsüberprüfung aller Ausbau/Neubaustrecken ist man zu dem Schluss gekommen, dass die SFS Stuttgart-Ulm nur dann einen KNF von über 1,0 hat, wenn Mottgers nicht gebaut wird und umgekehrt. Da man die SFS Stuttgart-Ulm politisch priorisiert hat, ist die Mottgersspange damit tot. Sie darf aktuell nicht gebaut werden, weil KNF unter 1,0.

Eine Mottgers-Spange für ICE mit Anbindung nach Fulda und Würzburg wäre meiner Einschätzung nach ein sehr prüfenswertes Großprojekt, weil dieses die gut ausgelasteten konventionellen Strecken Frankfurt – Fulda und Frankfurt – Würzburg vom schnellen Fernverkehr (ICE) entlasten und dort gerade dem Güterverkehr tagsüber die dringend benötigte Kapazität geben würde.

Die Mottgersspange ist großer Mist, weil es dadurch keine Fahrzeitverkürzung für alle FV nach Norden und Osten gibt. Frankfurt-München ist mit 3h Fahrzeit schon sehr gut. Frankfurt-Hamburg/Berlin/Dresden sind es noch nicht. 4 ICE Linien gen Norden wären der Verlierer, nur damit 1 ICE Linie nach Süden um 20 Minuten beschleunigt wird.
Der Korridor Frankfurt-Hannover, Hamburg, Berlin, Leipzig Dresden verbindet rund 15 Mio. Menschen. All diese Menschen profitieren bei einer Diretissima von einer Fahrzeitverkürzung von knapp 20 Minuten. Bei Mottgers gäbe es für alle diese Menschen keine Fahrzeitverkürzung. Bei Mottgers nur für den Verkehr Frankfurt-Nürnberg-Ingolstadt. Das sind keine 3 Mio. Menschen. München darf man nicht mitzählen. Denn nach München komme ich über die SFS S-Ulm genauso schnell.

Eine NBS Gelnhausen-Fulda muss neben der Korridorentlastung vorallem eine echte Fahrzeitverkürzung für die Nordverkehre haben. Nur dann macht sie auch wirtschaftlich Sinn. Zusammen mit der Beschleunigung zwischen Hannover und Hamburg wäre bei einer Diretissima Gelnhausen-Fulda eine Fahrzeit F-Hamburg von rund 3h möglich. Der heutige Sprinter bzw. die zukünftige ICE Linie 15 nach Berlin wäre auch nur noch 3h unterwegs. Frankfurt-Dresden in gut 3,5 Stunden. Es gibt keine andere SFS die nur annähernd einen solchen Fahrzeitgewinn für so viele Korridore bringt.


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