Mottgers-Dreieck: hoher Nutzen für Großinvestition (Allgemeines Forum)

sb, Mittwoch, 05.02.2014, 00:14 (vor 4453 Tagen) @ Bronnbach Bhf

Es wäre wirklich zu hoffen, dass eine Mottgers-Spange mit Realisierung eines ICE-Dreiecks bei Jossa (südlich von Mottgers) in allen sinnvollen Varianten geprüft würde. Denn:

Bzgl. "Fernverkehrshalt in Aschaffenburg" wird häufig übersehen, dass die Achse Frankfurt – Würzburg zwei Zugprodukte des Personenfernverkehrs verträgt: Ein schneller mindestens stündlicher ICE mit einer Kantenzeit Frankfurt Hbf – Würzburg Hbf von 45' und ein mittelschneller stündlicher IC/EC mit Zwischenhalt in Hanau und Aschaffenburg mit einer Kantenzeit von 1h15'.

Bzgl. "Naturschutz" müssen bei der Mottgers-Spange zwar einige Schutzbedürfnisse beachtet werden, doch ihr großer Nutzen direkt für den ICE-Verkehr und indirekt für den Güterverkehr dürfte auch ökologisch im Sinne einer maßgeblichen Verlagerung großer Verkehrsströme von der Straße auf die Schiene erkennbar werden.

Bzgl. "Trassierung" sollte darauf geachtet werden, diese Neubaustrecke als echte ICE-Strecke wie die NBS Frankfurt – Köln mit 35 Promille Längsneigung und entsprechenden Überhöhungen in Gleisbögen für ca. 300 km/h auszulegen.

Bzgl. "Güterverkehr" sollte eingesehen werden, dass dieser auf den bisherigen HGV-Strecken nur ein politischer Vorwand war, welcher aber die Kosten wesentlich erhöhte. Gerade für den Güterverkehr Frankfurt – Fulda/Würzburg stünden dann auch tagsüber mehr Fahrplantrassen zur Verfügung; nachts bliebe es beim Status Quo.

Bzgl. "Wirtschaftlichkeit" vermute ich den größeren Nutzen sogar auf der ICE-Kante Frankfurt – Würzburg, weil mit einer Beschleunigung der ICE Frankfurt – Würzburg auf längstens 45' der ICE-Korridor Frankfurt – München genauso schnell über Würzburg wie über Mannheim, womit eine zudem bessere Auslastung Frankfurt – Würzburg – Nürnberg als heute erreicht würde und weil der im West-Ost-Güterverkehr wichtige Streckenabschnitt Aschaffenburg – Lohr vom schnellen ICE-Verkehr befreit würde. Dieser wesentliche Nutzen für das ICE-Kernnetz in der Mitte Deutschlands dürfte die Großinvestition auch volkswirtschaftlich rechtfertigen.

Eine Mottgers-Spange für ICE mit Anbindung nach Fulda und Würzburg wäre meiner Einschätzung nach ein sehr prüfenswertes Großprojekt, weil dieses die gut ausgelasteten konventionellen Strecken Frankfurt – Fulda und Frankfurt – Würzburg vom schnellen Fernverkehr (ICE) entlasten und dort gerade dem Güterverkehr tagsüber die dringend benötigte Kapazität geben würde.

Eine solche Großinvestition würde die verkehrspolitischen Bedürfnisse mit dem weit verbreiteten Glauben, Großprojekte seien Fortschritt an sich, wenigstens an einem Projekt vereinen – und damit die politische Unterstützung ausnahmsweise auch in zielführende Projekte leiten.


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