Region Ilmenau will nun SFS-Halt einklagen (Allgemeines Forum)

Henrik, Freitag, 20.07.2012, 17:44 (vor 5010 Tagen) @ GibmirZucker

Manipulation ist ein unschönes Wort, ich würde das eher kreative Berechnung nennen.

*hehe*
Die Berechnungsverfahren sind bekannt, die Zellen als Grundlagen ebenso,
wenn man da im Rahmen der Berechnung sehr drastisch kreativ sein wollte, dann ist das eine Manipulation.
Wie man's letztendlich nennt, ist ja auch egal.
Da unterschiedliche Akteure beteiligt sein müssten, mit entsprechend Risiken,
von Nutzen & Schaden die Rede ist, wäre das eben strafrechtlich relevant.

Dass das Projekt im Hinblick auf seine Wirtschaftlichkeit umstritten war, ist hinlänglich bekannt, es stand länger auf der Kippe. Und, gehen wir vom Mindestfaktor 1,0 aus, kann es durchaus eine Rolle spielen, wenn man zusätzlichen Nutzen "einbaut", was, wenn man dank dem Regionalverkehr dann von 0,95 auf 1,01 gekommen ist?

Konkret & weniger schwammig formuliert hab ichs lieber. ;)

Das Projekt war sicher nicht wegen einer Wirtschaftlichkeit geringer 1,0 umstritten.
Es ist nunmal ein sehr teures Projekt, bindet sehr viel Kapital.
Und einen solchen Umstand mögen gewisse Leute überhaupt nicht, völlig unabhängig von der Wirtschaftlichkeit. Über die Ursachen solcher Ängste kann man sich sicher mal unterhalten - vor allem aus psychologischen Gründen äußerst interessant!
Dann der Umstand: Wenn man auf der Karte mit nem Lineal ne direkte Linie von Berlin nach München zieht, dann liegt Erfurt doch etwas von ab von dieser Linie. Sieht kurios aus, aber es ist ja nicht so, dass man andere Varianten (z.B. über Bayreuth & Hof) nicht untersucht hätte.

Die Wirtschaftlichkeit an sich.
Mit einem NKV von 1,8 (Projektbewertung im Zusammenhang mit der Antragsstellung auf Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE))
ergibt sich gewiss kein übergroß hoher Wert,
er ist aber der gleiche wie z.B. ABS/NBS Karlsruhe–Offenburg–Freiburg–Basel (2. Baustufe).
Also auch ohne der NV-Linie liegt der NKV deutlich über dem Wert 1.

Du tust ja so, als wäre so was Betrug, dann müssten wohl zwei Drittel der Entscheidungsträger hinter Gitter.

Ich unterstelle keinen Betrug, keine absichtliche vorsätzliche Verfälschung von bekannten Berechnungsverfahren und Basiszellen.
Wenn soetwas vorlegen würde, dann sollte es auch entsprechende Konsequenzen haben, ja.
Ist ja nun nicht so, dass man sowas aus dem Baubereich nicht kennen würde.^^

Politische Entscheidungen werden meistens getroffen, indem die Befürworter beschönigende Angaben machen.

Geht's ein kleines bisschen konkreter?
In Sonntagsreden können Politiker alle möglichen Angaben machen, auch kritische Projekte schönreden.
Wir sind hier aber nicht auf der politischen Ebene, sondern auf der rechtlichen.
Um die Fördermittel vom Bund und auch von der EU (s.o.) zu erhalten, muss die Wirtschaftlichkeit rechnerisch nachgewiesen werden in einem bekannten umfangreichen Verfahren - das ist gesetzlich vorgeschrieben.

Wer was wann entschieden hat, spielt keine Rolle.

..dafür machst Du aber ein großes Thema draus.^^

Tatsache ist, der schnelle Regionalverkehr war Bestandteil des Projektes, Tatsache ist, dass kurz vor Vollendung des Projektes davon Abstand genommen wird.

Regionalverkehr war Bestandteil des Projektes, ja.
Er ist es aber schon sehr lange nicht mehr.
Etwa 10 Jahre vor Vollendung des Projektes, vor Inbetriebnahme, würde ich nicht gerade mit "kurz vor" beschreiben, sondern eher mitten drin.
Es wurde "gerade mal" etwa eine Mrd Euro in das Projekt gesteckt - mehr als 4 Mrd standen noch aus.

Zweitens, nein, ich sehe nichts unerwartetes.

Lass mich raten: Fukushima war auch nichts unerwartetes, genauso wenig wie 9/11

Ich zumindest bin kein Hellseher und andere Verkehrsingenieure auch nicht.

Doch den sehr desolaten Zustand der Wirtschaft Ostdeutschlands und erst recht den dramatischen wirtschaftlichen Zusammenbruch Osteuropas konnte keiner in dem Ausmaße vorhersehen. Desweiteren das dann doch sehr unterschiedliche Reisenverhalten der Bewohner dort etc. Der traurige Bevölkerungsrückgang ist bekannt.

Die blühenden Landschaften sind mittlerweile Realität.
Westdeutsche Schüler haben gar keine Probleme mehr, in Ostdeutschland zu studieren,
finden wieder aufgeblühte alte Stadtkultur vor. In Rostock, HGW, Leipzig oder Dresden zu studieren - das hat wieder was. Auch industrielle Kerne (Jena, Dresden, Bitterfeld, Leipzig) sind wieder entstanden.
In Westdeutschland wird ein "Aufbau West" gefordert.^^
Es sollte aber nicht vergessen werden, dass noch immer sehr viel getan werden muss.
Dieses Projekt über das wir reden wird nicht umsonst sehr deutlich von der EU vom Topf EFRE unterstützt.


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