Basel-Mannheim = Grundbaustein FV-Halbstundentakt (Aktueller Betrieb)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 05.06.2012, 10:18 (vor 5059 Tagen) @ JumpUp

Hallo JumpUp,

Ich frage mich in letzter Zeit, ob das Fernverkehrsangebot von Mannheim über Karlsruhe, Baden Baden, Offenburg und Freiburg nach Basel in der Schweiz nicht etwas zu "gut" ist.

Wäre die Strecke in der Schweiz, hätte es schon längst Halbstundentakt gegeben.

- alle zwei Stunden ICE 3 Basel-MA-K-(DO/AMS).
- zu der jeweils anderen Stunde ICE 1 Interlaken-Bern-Basel-MA-B.
In MA Korrespondenz mit den Zügen aus München
- zuzüglich alle zwei Stunden ein ICE 1 (ZH-)Basel-MA-F-HH.
- neben diesem Taktverkehr EC Paare 101/102 sowie EC 6/7 Chur-Basel-MA-Rheintal-K-HH.

Besonders "leer" sind wirklich meist die ICE 3 zwischen Basel und Mannheim, da sehr viele Fahrgäste, die nicht weiter als zw. Basel und Mannheim fahren, oft den neun Minuten vorher verkehrenden ICE 1 nehmen, frei nach dem Motto: "wenn ich zufällig ein paar Minuten früher am Bahnsteig bin und den ICE 1 bekomme, dann nehme ich den doch auch"
Die ICE 1 kommen dabei zusätzlich noch meist aus Zürich, Bern oder Interlaken und haben schweizer Publikum mit dabei. Die ICE 3 sind (außer für Baselaner) nur mit Umstieg aus der Schweiz zu haben.

Aus diesen beiden Gründen würde ich hier für einen Halbstundentakt plädieren, entspricht also sogar noch ein Ausbau des Ist-Zustands. Wenn die Züge gleichermaßen über die Stunde verteilt sind, werden auch die Fahrgäste besser über die Züge verteilt.

Bei uns in NL wird zuerst ein Takt festgelegt und erst danach versucht man, die Leistungen mit passender Fahrzeuglänge optimal auszulasten. So ist auf der Achse Amsterdam-Maastricht der Abschnitt Amsterdam-Eindhoven recht stark ausgelastet (daher aktuell IC im 15-Minutentakt), der Abschnitt Eindhoven-Maastricht eher weniger (daher aktuell IC in Halbstundentakt).
Problem ist aber, dass auf Eindhoven-Sittard mindestens 8 Doppelstockwagen verkehren müssen, weil der IC ein Kuppelzug ist: in Sittard wird nach Maastricht und Heerlen geflügelt. Zudem gibt es auf dem ganzen Laufweg starke Schwankungen in der Nachfrage.

Dennoch soll auf Eindhoven-Sittard der IC in 15-Minutentakt kommen. Dabei verzichtet man auf Flügelung und steuert abwechselnd Maastricht und Heerlen an; zur anderen Stadt verkehrt dann ab Sittard eine RB.
Somit kann man die Relation mit vierteiligen Triebwagen fahren; ggf. unbenötigte Zugteile werden dann in Eindhoven abgetrennt.

Zu Basel-Mannheim: es gibt reichlich Möglichkeiten, das Angebot auszubauen. Wenn man möglichst viele Direktverbindungen haben möchte, wäre der Ansatz, von Basel aus gesehen:

A. 2h-Takt ICE nach Berlin
B. 2h-Takt ICE nach Hamburg
C. 2h-Takt ICE nach NRW via Rennbahn
D. 4h-Takt IC nach NRW via Rheinbahn
E. 4h-Takt IC via Stuttgart nach Nürnberg

Wobei D + E = 2h-Takt Basel-Karlsruhe. Die vierstündliche Lücke KA-MA soll dann mit einem IC der Linie 26 (der Marburg-IC) gefüllt werden.
Leider wird das zu zahlreichen weiteren Probleme führen. So verkehrt Linie 26 aktuell über Heidelberg, nicht Mannheim. Und auf der Rheintalstrecke wird es auch nicht mehr so übersichtlich, mit 2h-Takt Köln-Stuttgart-..., 4h-Takt Köln-Stuttgart (endet dort) und 4h-Takt Köln-Basel(-Chur). Über Direktverbindungen Köln-Rheintal-Nürnberg habe ich erst noch gar nicht geredet.

Ein weiterer Ansatz wäre die Verdichtung von einer der drei Taktlinien zum Stundentakt.
Wenn man A stündlich anbietet, dann wohl auch NRW-Mannheim-München stündlich. Dann muß aber NRW-Basel 30 Minuten verschoben werden; in der anderen Stunde dann Hamburg-Basel. Dann stimmt aber das K-F angebot nicht mehr (sprich 30-30-60 Takt).
Dasselbe Problem bei C, dann mit Berlin und NRW verwechselt.
Wenn man B stündlich anbietet, bleibt die Korrespondenz NRW/B - MA - M/Basel bestehen. Aber dann fehlt eine Direktverbindung Hamburg-Stuttgart (aktuell Linie 22, bildet mit Linie 20 Hamburg-Basel einen Stundentakt Hamburg-Frankfurt).

Dritter Ansatz wäre zwei stündliche Hauptachsen. Z.B.:

1h-Takt nach Berlin
1h-Takt nach NRW

Die Korrespondenz NRW/B - MA - M/Basel gibt es dann halbstündlich, aber die Direktverbindung Basel-Hamburg fehlt dann.

Bei uns gibt es auch eine solche Korrespondenz, nämlich Eindhoven/Nijmegen - Utrecht - Alkmaar/Schiphol (jede 15 Minuten). Wäre also mit Basel/München - Mannheim - NRW/Berlin vergleichbar. Ich habe ab Eindhoven (Basel) also keine Direktverbindung nach z.B. Groningen (Hamburg).
Nun ist das bei uns nicht so dramatisch. Erstens ist NL ein überschaubares Land und zweistens gibt es zugleich eine halbstündliche Korrespondenz Den Haag+Rotterdam/Schiphol - Amersfoort - Groningen+Leeuwarden/Enschede (die mit + verbundeten Städte werden mit jeweils einem Zugteil eines Kuppelzuges gefahren).

In Deutschland durfte ein solches Modell aber schwieriger sein.

EDIT: "naseweiß" hat auch etwas dazu geschrieben. Muss ich noch mal nachschauen.

Auch sind die Städte, die zwischen Mannheim und Basel liegen, nicht unbedingt die Wichtigsten:

Absolut gesehen sind die Städte schon wichtig.
Allerdings ist es am wichtigsten, dass die Knotenzentren Mannheim und Basel immer um die gleiche Minute erreicht werden = Anzahl der Halte von allen beteiligten Zügen dieselbe. Karlsruhe und Freiburg würde ich dann immer bedienen, Baden-Baden und Offenburg abwechselnd.

Freiburg ist als 34. größte deutsche Stadt nicht sooo bedeutend, Offenburg und Baden-Baden erst recht nicht.

Netzwirkung und touristische Bedeutung lassen sich nicht in Einwohnerzahlen ausdrücken.

Basel mag zwar interessant sein, aber 3 Züge in 2 Stunden gibt es auf ähnlich schnellen und wichtigen internationalen Relationen auch nicht (Mannheim-Paris, Köln-Brüssel, Berlin-Stettin. etc).

Basel hat den Vorteil, dass die Grenze am Rande der Stadt ist. Auf Deinen Relationen fehlt eine solche Stadt; Kehl, Aachen und Stettin haben nicht die Netzwirkung die Basel hat.

Wichtige Verbindungen, die weit mehr Menschen national Versorgen (Bsp. Hamburg-NRW) werden auch nur einmal stüdlich bedient.

Wobei durchaus Potential für einen Halbstundentakt besteht.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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