Diskussion: nochmal redesignen statt ausmustern? (Allgemeines Forum)

ice-t-411, Freitag, 24.02.2012, 11:56 (vor 5171 Tagen) @ Oscar (NL)

Hi!

In Deutschland überlegt man dagegen, die ICE 1 auszumustern, sobald die neuen ICx kommen. Die ICE 1 haben dann das Alter der heutigen TGV PSE erreicht.

Und zwar ein alter von über 30 Jahren, was auch für Züge ganz stattlich ist.

Das ganze läuft aber auf eine Life-Cycle-Cost Betrachtung heraus. Für ein weiteres Redesign des ICE1 fallen noch deutlich höhere Kosten an als beim letzten weil vermutlich größere Arbeiten an den Wagenkästen und für alle Wagen neue Drehgestelle notwendig sind. Außerdem steht natürlich der Umbau aller GTO-Triebköpfe auf IGBT-Technik an, weil man sonst vermutlich in Ersatzteilschwierigkeiten kommt, wie jetzt schon bei den Thyristor-Köpfen.

Auch bei der DB gibt es das Programm ICmod, was zurzeit zu einem erneuten Redesign der IC-Wagen führt, die im Schnitt deutlich älter sein dürften als die ICE1.

Es ist eine Abwägungssache was am Ende günstiger ist. Ein gebrauchter Zug wird auch durch ein Redesign nicht neu, d.h. die Konstruktion ist immer noch auf dem Stand 1985 und man hat viel Geld ausgegeben. Ein neuer Zug hätte womöglich mehr gekostet, spart aber z.B. Energie und Wartung und kann auch wieder 30 Jahre im Einsatz bleiben.

Allerdings würde ich auch jetzt keine genauen Prognosen abgeben wollen, wann die ICE1 ausgemustert werden. Keiner weiß genau wie viel Verkehr im Jahr 2020 wirtschaftlich zu betreiben ist und womöglich kann man 280 km/h schnelle Züge immer noch sehr gut brauchen. Nicht außer acht lassen sollte man aber, dass möglicherweise auch technische Nachrüstungen notwendig sind, um überhaupt eine Verlägerung der Betriebsgenehmigung zu bekommen.

Gruß
Johannes

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Schiffbau ist Kunst - Flugzeugbau ist Wissenschaft - Elektrotechnik ist Glücksache ;)

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