ICE International NL-CH (Sammelantwort). (Aktueller Betrieb)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 10.12.2021, 09:57 (vor 1584 Tagen) @ Twindexx

Twindexx:

Wieviele Leute wollen direkt bis Basel und wieviele davon eigentlich weiter nach Brig/Interlaken/Tessin/Chur? Die Letzteren sind sicher klar in der Überzahl und müssen damit immer in Basel SBB umsteigen.

Der Grund des ICE International 104/105 Amsterdam-Basel ist Ersatz des ehemaligen EC 2/3 "Berner Oberland" Amsterdam-Interlaken. Da für den ICE3 eine CH-Zulassung an Basel SBB vorbei nicht nachgestrebt wurde, verendete der Zug in Basel und war für Interlaken ein Umstieg notwendig.

Genauso gut könnten diese Leute dann aber auch schon in Köln oder Frankfurt in einen direkten Zug nach Brig, Interlaken, Lugano oder Chur umsteigen und dann entfällt stattdessen der Umstieg in Basel SBB. Es entsteht also kein Nachteil, wenn kein direkter ICE mehr von Amsterdam nach Basel führe, da die Gesamtzahl an Umstiegen während der gesamten Reisekette gleich bleibt.

Das ist richtig und aus diesem Grund finde ich auf solchen Langstrecken ein Umstieg verkraftbar. Die Frage ist eher: inwiefern ist die Direktverbindung nach Basel heute noch relevant? Wäre eine Direktverbindung nach München nicht viel relevanter?

1. Wenn ich zwischen München-Köln unterwegs bin, erfahre ich nicht wirklich eine Sprachenbarriere. Gefühlt sind auf Linie 41/42 reichlich NL-Touristen unterwegs.

2. Top 10 Urlaubsländer der Niederländer. Deutschland Rang 2, die Schweiz nicht bei den ersten 10. Gut, dafür Rang 4 für Italien, aber Jan wird wohl eher nach Mailand fliegen (geschweige Rom) als mit der Bahn via Basel reisen. Dafür aber Österreich Rang 7, sogar noch vor Belgien (8).

3. Tourismus in NL. Es sind vor allem Deutsche die in die NL reisen. Mehr noch als Belgier, obwohl Kamiel durchschnittlich eine kürzere Anreise hat als Otto.

4. Beim Geschäftsverkehr bin ich mir nicht sicher.

Dass Bedarf an Langstrecken besteht, ist klar. Nur der 104/105 verkehrt schon ab Amsterdam mit zwei Zugteilen. Die restlichen Internationalen aus AMS/BRX nach Frankfurt verkehren zumindest bis Köln mit nur einem Zugteil.

Die Situation sähe sicher anders aus, wenn es ICE-Triebzüge gäbe, die sowohl in NL als auch CH fahren könnten...

DE-CH und DE-AT wurden schon mit ICE1 abgedeckt. Für DE-BE und DE-NL wurde der ICE3M entwickelt. Eine Zulassung für CH war kein Thema; das wäre nur der Fall wenn es einen signifikanten Verkehr NL-CH gäbe (BE-CH wäre via Paris-Umfahrung schneller). Für lediglich ein Zugpaar pro Tag baut man keine Unterbaureihe.

JeDi:

Das ist so. Auf allen grenzüberschreitenden Fernverkehrslinien ab Deutschland ist der grenzüberschreitende Abschnitt der mit Abstand leerste. Selbst in Basel oder Frankfurt(Oder).

Der ICE International DE-NL ist auf Arnhem-Oberhausen relativ gut gefüllt. Mögliche Gründe dafür sind:

1. auf Amsterdam-Arnhem gibt es eine Alternative die 12x so oft angeboten wird und nur wenige Minuten langsamer ist: der 10-Minutentakt "IC".
2. auf Duisburg-Frankfurt gibt es reichlich andere ICE-Linien (41/42/43). Und ab Oberhausen ist Duisburg nur ein Katzensprung.
3. die parallele NRW-RE19 ist für Arnhem-Oberhausen keine Alternative, denn viel langsamer.
4. derselbe Grund, wieso ich den NRW-RE13 in der n-Wagenzeit immer "DrogenExpress" nannte... ;)

Stammstrecke:

Für die Fahrgäste von Deutschland in die Schweiz wird es zukünftig zahlreiche verschiedene direkte Verbindungen zur Auswahl geben. Für Fahrgäste Amsterdam-Mannheim/Karlsruhe/südliches Rheintal/Basel wird es zukünftig keine direkte Verbindung geben.

Mannheim könnte man noch mit einem ICE International Amsterdam-Mannheim-München abdecken. Zwar verliert man dann KA-BAD-OG-FR-Basel (die Schweiz inkl. Schwarzwald) aber gewinnt man S-UL-A-M (inkl. Bodenseeregion, bayerische Alpen, Tirol, Salzburger Land, Kärnten). Das durfte vor allem touristisch interessanter sein; NL-AT mit nur einem Umstieg. Und für die Schwarzwaldregion könnte ich mir einen IC2 Frankfurt-Konstanz vorstellen, via Mannheim-Heidelberg-Karlsruhe.

Twindexx:

Und da muss man tatsächlich sagen, dass ICE 104 für Touristen einfach viel zu spät in Amsterdam ankommt. Das war bisher also sowieso eher eine Alibi-Verbindung.

Grund dafür ist Umlaufplan. ICE 105 wendet in Basel SBB auf ICE 104, übernachtet in Amsterdam und verkehrt dann als ICE 121 oder 123 nach Frankfurt.
Die Alternative wäre eine zusätzliche gespiegelte Konstellation, also mit Basel und Amsterdam verwechselt. Dann gibt es also eine Frühverbindung CH-NL und eine Nachmittagverbindung NL-CH. Allerdings benötigt man dann zwei zusätzliche Triebwagen und die sind angeblich nicht vorhanden.

Aus demselben Grund musste 2007 der ICE 223 nach München schon um 6:34 in Amsterdam losfahren, damit er um 14:04 München erreichte. Nach Zugreinigung ging es dann wieder nach Amsterdam.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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