Bescheidenheit ist die schlimmste Form der Eitelkeit. (Allgemeines Forum)

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Sonntag, 23.05.2021, 11:43 (vor 1844 Tagen) @ Christian_S

Hallo.

Kommt übrigens von Charles de Foucauld der Spruch oben und nicht von mir.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Charles_de_Foucauld

Und ja, daran werde ich mich so lange stören, bis das Eisenbahnwesen incl DB FV die hohe Qualität erreicht, die meine Auftraggeber von mir auch erwarten; die ich im Gegensatz zur Eisenbahn allerdings auch erbringe!

Oha, soviel Lob für die eigene Arbeit. Werde ich beim nächsten Mitarbeitergespräch auch mal probieren, indem ich sagen werde, das meine Arbeit höchsten Qualitätsstandards entspricht und ich diese entsprechend erbringe. Mal sehen, was mein Vorgesetzter dazu sagt ;)

Du meinst also, dass du deine Arbeit nicht gut machst?

Und wenn du sie gut machst, warum darfst du das dann nicht auch äußern?

Was für ein verquertes Weltbild ist das denn? Also dass du ein Problem mit starken Persönlichkeiten hast, wie z.B. mit der Diesellady auch, das ist mir ja schon länger klar. Aber dass du deine eigene Arbeit als offensichtlich problematisch empfindest - dass es so schlimm ist, hätte ich nicht erwartet.


Im RES der DB gibt es bekanntlich monatlich eine Fehlerauswertung. JEDER NOCH SO KLEINE Fehler wird penibel aufgelistet. Ja, ich bin da mit meiner Fehlerquote doch seeehr zufrieden. Würde ich umgekehrt der DB eine solche Liste schicken, wäre sie schon deswegen länger, weil meine extrem kurz ist.

Ich betreibe jedenfalls viel Aufwand, die Daten so korrekt wie möglich zu erheben und Fehler zu vermeiden. Da muss ich dann auch mal recherchieren, welches EVU jetzt nach Kirchheimbolanden fährt. Und genauso wichtig ist mir, dass sich die Fahrgäste wohl fühlen. Denn schlussendlich bezahlen die mich. Die Reaktionen zeigen mir da, dass mir das häufig gelingt. Gerne haben wir auch mal Spaß und wir lachen auch mal. Der Zugbegleiter der Eurobahn war neulich sehr angetan von soviel Engagement, ein Außendienstler der Zählfirma meinte "besser geht's nicht", und wenn ich mal Aussteiger zähle und deswegen an der Tür stehe und sich die Kunden mit einem Lächeln von mir verabschieden, dann kann soviel nicht falsch gelaufen sein.

Warum darf ich also nicht sagen, dass ich meine Arbeit gut erbringe?

Dass ich auch mal einen Bolzen schieße und daneben liege - ja, natürlich kommt das auch mal vor. Aber eben nicht so oft.

Bevor es aber wieder bewußt falsch verstanden wird: ich behaupte nicht, der Einzige zu sein. Ich kenne etliche Befrager, die genau so gute Arbeit abliefern und manchmal sicher auch noch bessere. Und ich behaupte auch nicht, alles zu können. Lokführer könnte ich nicht. Und Fahrdienstleiter auch nicht. Aber das, was ich mache, mache ich gut. Weil ich es kann. Manch anderes könnte ich vielleicht auch, aber das will ich nicht. Und von anderen Sachen lasse ich gleich ganz die Finger.

Während du dann offensichtlich ein Sicherheitsrisiko darstellst, weil du deiner eigenen Arbeit ja offensichtlich mißtraust?! Und was genau sagst du deinem Vorgesetzten im Mitarbeitergespräch denn dann?

Und nein, seiner Arbeit zu vertrauen, heißt nicht, leichtsinnig, unachtsam oder unvorsichtig zu sein. Im Gegenteil - all das zu vermeiden und sich immer neu zu überprüfen, macht einen Teil der guten Arbeit aus. Denn sonst wäre die Fehlerquote nicht so gering.


Na ja, vielleicht schaffst du es ja aber auch noch mal. Ich drücke dir die Daumen.


Schöne Grüße von jörg


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