Oje ... Probleme im FV - Abstellung wirtschaftlich sinnvoll? (Allgemeines Forum)

michael_seelze, Sonntag, 23.05.2021, 10:41 (vor 1844 Tagen) @ Alibizugpaar
bearbeitet von michael_seelze, Sonntag, 23.05.2021, 10:46

- wenn ein IC-Steuerwagen mit vier gesperrten Türen komplett verschlossen über mehrere Tage zwischen Sylt/Rügen/Frankfurt/Stuttgart unterwegs ist (mitten in den Sommerferien, Stichwort Fahrradtransport) und man mit der Reparatur wartet, bis der Park irgendwann im Turnusplan im Werk Hamburg vorbei kommt

Was wären denn die Alternativen?
- Anderen IC-Steuerwagen einsetzen? Der muss verfügbar sein; dann braucht es noch Rangierpersonal am geeigneten Ort. Und natürlich Zeit und ggf. auch Trassen.
- Steuerwagen zeitweise aussetzen? Erfordert Kapazität und Zeit an den Wendepunkten zum Umfahren mit der Lok. Und das Personal zum Aussetzen in der Nähe einer geeigneten Werkstatt.
- Steuerwagen durch Lok ersetzen? -->Verfügbarkeit? Zusätzliche Wartungskosten, da höhere Kilometerleistung der zusätzlichen Lok?
Was Da gibt es doch die berühmte Wendung "Das wäre wirtschaftlich nicht darstellbar" -vulgo: Es lohnt sich nicht.


- wenn die Bahn erst am Freitagmittag eine Stunde vor Abfahrt beim Ankuppeln der Lok überrascht feststellt, daß beim Wochenend-Entlastungszug (der seit So auf dem Abstellgleis stand) vier von sechs Klimaanlagen nicht anspringen.

Kann passieren: Auch Zugvorbereitung kostet.

- wenn ein Zusatz-IC leer von Köln nach Norddeich geschickt wird, um bei der Ferienende-Heimfahrtwelle zu helfen, man in Norddeich aber feststellt, dass kein einziges WC Wasser hat und so der Zug wieder leer nach Köln zurück geht

Natürlich ein unnötiger Aufwand. Auch Personal zum Wasserfüllen muss verfügbar sein und die benötigte Infrastruktur. Gab es in Norddeich keine Möglichkeit zum Wassernehmen? Wenn nicht: Lohnt sich die Vorhaltung von Infrastruktur, wenn sie nur wenige Male pro Jahr benötigt wird?

- wenn ein Tf erzählt, daß er nach extra Anreise einen in Bremen liegengebliebenen IC seit Stunden nicht wie geplant nach Eidelstedt abfahren kann, weil im Großraum Hamburg/Bremen/Hannover/Dortmund partout kein begutachtender Wagenmeister aufzutreiben ist, daß erst einer aus Fulda rangeholt werden mußte

Da sollte man das Personal vielleicht zum "Mädchen für alles" ausbilden, sodass an dieser Stelle kein Wagenmeister benötigt wird. Und wieder die Frage: Lohnt sich die Vorhaltung von Personal, wenn es nur x-mal pro Jahr benötigt wird. Offenbar wurde diese Frage im Vorfeld schon mit "Nein" beantwortet.

- zu oft keine IC-Ersatzwagen selbst an Knoten wie Hannover oder Köln, nicht einmal Bim als allerletzte Reserve

Da kann man nur vermuten, dass die Vorhaltung von Ersatzkapazitäten mehr kostet, als die entgangenen Einnahmen durch entnervte Fahrgäste oder FGR-Zahlungen.

Was bekamen Fern-Tf über den Gruppenleiter später mal als Feedback vom Vorgesetzten in der Zentrale zurück "Ich soll euch ausrichten: Wenn unsere Leute ständig auf Misstände hinweisen, dann fehlt es an der nötigen unternehmerischen Zuversicht."

Positive Rückmeldungen, die Zuversicht ausdrücken, sind natürlich auch wichtig. Wenn man den Missständen ernsthaft auf den Grund gehen und diese abstellen wollte, benötigte man wieder (qualifiziertes) Personal...


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