Danke für die Bestätigung. (Allgemeines Forum)

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Samstag, 22.05.2021, 20:55 (vor 1845 Tagen) @ Christian_S

Huhu.

Ich geb Dir mal ein praktisches Beispiel: Neulich gab es auf einer von mir betreuten Strecke eine Störung an einer Weiche, die diverse Fahrwege verhinderte.

Wie oft lese ich in den Verspärungsgründen 'Weichenstörung'? Viel zu oft.

Es gab eine wahrscheinliche Möglichkeiten, mit dahinter befindlichen Zügen die Störung zu umfahren, so meine Idee. Problem an einer kurzfristigen Umsetzung: der Fdl, über 100 km von mir entfernt, ist bei sowas natürlich enorm eingespannt. Er muss die Störung melden und beim Eintreffen der Techniker ggf. Gleissperrungen organiseren, aber wie in dem konkreten Fall auch mit dem Tf des Fernzuges den Befehl zum zurücksetzen des Zuges schreiben, die betrieblichen Maßnahmen dazu treffen usw. Da ists für den Disponenten mitunter schwer, den Fdl zu erreichen und mit ihm Maßnahmen abzusprechen, denn ins Betriebliche hat man nicht hineinzufunken bzw muss ggf warten.

Soweit, sogut. Wir konnten die Ersatzmaßnahmen dann nach ca 10 Minuten umsetzen, aber das musste ich erst mit dem Fdl abklären, ob es Stellwerkstechnisch geht oder die Störung auch den dazu notwendigen Fahrweg eventuell mit blockiert. Jedenfalls hätte es durchaus auch länger dauern können.

Und wo in der Schilderung kommt jetzt der Fahrgast vor? Wer informiert den? Wie auf DS-O, von einem Lokführer geschrieben, nachzulesen: soll ich das auch noch machen?

Blaschi in der S-Bahn oder am Bahnsteig hätte aber längst getobt, warum man nicht über das offensichtlich freie Gleis daneben fährt ...

Blaschi würde die Frage stellen, inwieweit die Arbeitsabläufe da gut organisiert sind. Und die Grundsatzfrage stellen, warum überhaupt wieder mal eine Weiche gestört ist. Dass eine Störung mal auftritt: geschenkt. Und wenn wer den Kunden ordentlich informiert: okay.

Wenn aber zum 27. Mal morgens vor 7 der EC aus Hamburg wegen verspäteter Bereitstellung oder wahlweise Verzögerungen im Betriebsablauf wieder zu spät kommt und in Münster der Anschluß weg ist, dann ist das indiskutabel.

Wenn die Kunden bei den Befragungen Kritik üben, dann sehe ich zu, ihnen manch Hintergrund zu erklären. Was 'Personen im Gleis' bedeutet und warum ein Umlauf erst nach Stunden wieder im Lot ist. Viel zu oft aber dind es vermeidbare Störungen - und gar nicht mal große, sondern eher die kleinen -, die für Unbill sorgen. In der Summe geht das dann eben nicht.

Und die Erläuterungen sind oft haarsträubend. Da wird im 36 Minuten verspäteten Fernzug die Begrüßungdansage ganz nsch Vorschrift runtergerattert. Da fühlt man sich als Kunde schon etwas veräppelt. Dann: wir haben 37 Minuten wegen einer Weichenstörung. Über die Anschlüsse werde man informiert.

Spätestens beim Anschluß wird es dann ganz haarsträubend. Meistens werden einfach die nächsten 5 bis 8 Züge runtergerappelt; fertig. Inwieweit das zu den verpassten Anschlüssen überhaupt passt - egal. Manchmal heißt es, der Zug wartet und ist doch weg. Manchmal ist's auch umgekehrt.

Und besonders schön: kurz vor der Einfahrt, man ist pünktlich, die Durchsage, dass alle Anschlußzüge erreicht werden. Aber dann gibt's keine Einfahrt. Und wir stehen. Mit Glück kommt dann noch die Durchsage, dass sich die Einfahrt verzögert. Sehen wir selbst auch. Und dann kommt es vor, dass der gerade gepriesene Anschlußzug weg ist. Wem will man denn sowas auch nur ansatzweise erklären?


Schöne Grüße von jörg


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