Klassischer Fall: Interesse vs Interesse (Allgemeines Forum)

Christian_S, Sonntag, 23.05.2021, 09:42 (vor 1844 Tagen) @ Alibizugpaar

- wenn ich in Duisburg auf Bahnsteig 2 stehe, der IC nach Köln dann aber last second nach Gleis 4 verlegt wird und die Durchsage erst ertönt, als die Zugspitze nebenan schon einrollt, es keinen Hinweis gibt, daß der Steuerwagen auf der falschen Seite vor der 1.Klasse steht und ich dann noch einen Schaffner erlebe, wie er nervös mit seinem Schlüsselbund klappert, weil die Radfahrer nach dem Bahnsteigwechsel auf 4 auch dort noch den ganzen Zug entlang von E nach A zur Südspitze laufen müssen und der Schaffner dazu brummelt 'man man man man'

Sehr schönes Beispiel einseitiger Sichtweise, wo aber praktisch doch zwei sehr gegensätzliche Interessenkonflikte aufeinander prallen. Du schimpfst über die kurzfristige Verlegung. Die hat der Fdl aber mit Sicherheit nicht aus Spass gemacht. Gründe können vielseitig sein, aber meist nicht planbar. Es kann ein Zug, der eigentlich schon hätte abgefahren sein sollen das Gleis noch blockieren, eine Störung eine Fahrstraße in betroffenes Gleis verhindern (auch wenn es für den Fahrgast am Bahnsteig augenscheinlich frei aussieht), Fahrstraßen von der anderen Richtung zu einem Ausschluss führen etc.

Nun stehst Du am Bahnsteig und musst plötzlich zu einem anderen Bahnsteig wechseln. Ärgerlich ist das, ganz klar. Du schimpfst also. Aber was wäre die Alternative? Zug am Esig stehen lassen, bis das Gleis nutzbar ist? Kann ggf etliche Minuten dauern. Und hier kommen gleich mehrere gegensätzliche Interessen auf:

1) Fahrgäste in betroffenem Zug, die aussteigen wollen. Manche haben vielleicht sogar knappe Anschlüsse. Die würden Dir was husten, wenn sie wegen Deines Anspruchs ihre Anschlüsse verpassen und vielleicht 5 oder mehr Minuten im Vorfeld herumstehen und nix geht weiter.

2) ein am Esig "parkender" Zug kann die Ein- und Ausfahrten weiterer Züge blockieren und somit eine Kette an Folgeverspätungen auslösen. Auch da würden sich viele für Deine "Bequemlichkeit" bedanken.

3) Die Verspätung des betroffenen Zuges, der warten muss, nur damit er ins geplante Gleis fahren kann, verursacht ggf auch im weiteren Laufweg Folgeverspätungen und für sich selbst ggf weitere Anschlüsse an den nächsten Bahnhöfen. Das alles nur, damit der Fahrgast in Duisburg nicht den Bahnsteig wechseln muss?

Außer Frage steht natürlich, das in so einem Fall der Zug nach Ankunft aber auch mal noch 2 Minuten länger warten muss, damit die Reisenden die Chance zum Bahnsteigwechsel auch haben. In den allermeisten Fällen geben Fdl bzw ZuB diese 2 Minuten aber von sich aus hinzu. Habe schon oft Fdl gehabt, die den Tf deswegen anfunkten und ihm Bescheid sagten.


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