Oje ... (Allgemeines Forum)

Christian_S, Samstag, 22.05.2021, 19:55 (vor 1849 Tagen) @ Der Blaschke


Das übliche Totschlagargument von Betriebseisenbahnern. Der Beförderungsfall hat keine Ahnung und deswegen die Klappe zu halten.

Dabei sprechen die für den Kunden sichtbaren Resultate ja für sich.

Totschlagargument von Besserwissern: Ich war ja im Zug / am Bahnsteig / an der Strecke, ich habs doch gesehen!
Dabei frage ich mich bei manchen Deiner Berichte und Deiner selbst gefällten Hintergrundurteile: Hattest Du echt die ganzen Monitore mit den Streckenspiegeln, Zeit-Wege-Linien und Bahnhofsfahrordnungen vor Dir oder simpelst Du Dir einfach etwas zusammen?


Die Denkweise solcher Eisenbahner durfte ich neulich wieder erleben. In der Presse wurde der dreckige Nds-RE 9 beklagt und der in Osnabrück direkt dabebt daneben stehende NRW-RE 2 ob seiner Sauberkeit gelobt. 2 Bahner im Gespräch empörten sich an der ungerechtfertigten Kritik. DB Regio NRW habe eine Indoor-Waschanlage mit 6 Bürsten, DB Regio Nord nur eine Außenanlage mit 2 Bürsten.

Der Logik zufolge ist es also völlig logisch und damit auch in Ordnung und normal, dass die Züge einen unterschiedlichen Sauberkeitsgrad aufweisen.

In unserer Gesellschaft, auch außerhalb der Eisenbahn, ist so manches nicht logisch. Das heißt aber noch nicht, das eine Stammtischparole zur ultimativ besten Lösung führt, weil sie einfach vieles gar nicht bedenkt.

Aber mit solchen Fragen würde man sich natürlich schnell unbeliebt machen. Und, siehe oben: als Externer hat man gefälligst keine Ahnung.

Es gibt als Externer diverse Möglichkeiten, sich und seine Ideen aktiv einzubringen. Dazu muss man nicht mal Mitarbeiter werden. Aber einfach losposaunen, wie es hätte laufen sollen, das ist natürlich einfach für jemanden an der heimischen Tastatur oder dem Smartphone, aber ohne Einblick in die betrieblichen Belange.

Ich geb Dir mal ein praktisches Beispiel: Neulich gab es auf einer von mir betreuten Strecke eine Störung an einer Weiche, die diverse Fahrwege verhinderte. Ausgerechnet ein Fernverkehrszug war davor "eingesperrt", sprich konnte so nicht einfach nach vorne weiterfahren.
Es gab eine wahrscheinliche Möglichkeiten, mit dahinter befindlichen Zügen die Störung zu umfahren, so meine Idee. Problem an einer kurzfristigen Umsetzung: der Fdl, über 100 km von mir entfernt, ist bei sowas natürlich enorm eingespannt. Er muss die Störung melden und beim Eintreffen der Techniker ggf. Gleissperrungen organiseren, aber wie in dem konkreten Fall auch mit dem Tf des Fernzuges den Befehl zum zurücksetzen des Zuges schreiben, die betrieblichen Maßnahmen dazu treffen usw. Da ists für den Disponenten mitunter schwer, den Fdl zu erreichen und mit ihm Maßnahmen abzusprechen, denn ins Betriebliche hat man nicht hineinzufunken bzw muss ggf warten.

Soweit, sogut. Wir konnten die Ersatzmaßnahmen dann nach ca 10 Minuten umsetzen, aber das musste ich erst mit dem Fdl abklären, ob es Stellwerkstechnisch geht oder die Störung auch den dazu notwendigen Fahrweg eventuell mit blockiert. Jedenfalls hätte es durchaus auch länger dauern können. Blaschi in der S-Bahn oder am Bahnsteig hätte aber längst getobt, warum man nicht über das offensichtlich freie Gleis daneben fährt ...


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