Deutschland hat zuviele parallel verkehrende Zuggattungen (Allgemeines Forum)

Alphorn (CH), Donnerstag, 25.11.2010, 03:02 (vor 5598 Tagen) @ Oscar (NL)

A. Ab Bern habe ich bei erheblich weniger Zuggattungen eine immer noch große Auswahl an Direktverbindungen. Kann sich locker mit Stuttgart mithalten, ist vielleicht sogar besser.

Nun, das liegt einfach daran, dass das Schienennetz um Bern sehr dicht ist, ich zähle 13 Destinationen. Auf der gleichen Strecke verkehren aber nur je maximal 3 Zuggattungen, typischerweise 2.

Wünschenswerte Zugklassen für einen ITF wären:

1. FV-A = ICE
2. FV-B = IC/EC
3. NV-A = (I)RE
4. NV-B = RB/S

So etwa ist es in der Schweiz (allerdings kaum FV-A). Aber wie gesagt: Viele Klassen heisst geringe Tempounterschiede, und geringe Tempounterschiede heissen, dass man nicht zwei benachbarte Knoten mit zwei Zugklassen jeweils zur Knotenzeit erreicht. Deswegen konzentriert man sich auf IC und IR, und die RB hängen sich nur am einen Ende der Strecke in den ITF-Knoten.

Und mit dem Flügelzugverfahren kann man auch mehrere Direktverbindungen anbieten. Zwar ist das verspätungsanfällig, aber mit kurzen Flügelrelationen soll man das im Griff bekommen. Es funktioniert, siehe IC Amsterdam-Sittard-Maastricht/Heerlen.

Eigentlich ist flügeln+ITF eine verlockende Kombination: Man spart knappe Trassen zu den (im ITF hochbelasteten) Knoten und knappe Bahnsteige in den Knoten. Dennoch flügeln die SBB bisher noch überhaupt nicht; hier wurde wohl Pünktlichkeit höher gewichtet als Bequemlichkeit und Kapazität. Ich denke, im Fernverkehr ist das die richtige Entscheidung (siehe letztes Winterchaos in Deutschland). Die BLS flügelt bisher nur auf einer Nahverkehrstrecke, ab Fahrplanwechsel auf zwei.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum