Deutschland hat zuviele parallel verkehrende Zuggattungen (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 23.11.2010, 10:01 (vor 5599 Tagen) @ Alphorn (CH)
bearbeitet von Oscar (NL), Dienstag, 23.11.2010, 10:04

Einverstanden bin ich, dass schlechter Takt einen ITF stark erschwert. Will man zwei Linien mit Zweistundentakt in einem ITF-Knoten zusammenführen, muss man die Fahrzeit zu den Nachbarknoten Knoten auf die nächsten runden 60 Minuten runterkriegen. Mit Stundentakt sind's nur noch 30, mit Halbstundentakt 15. Bei verschiedenen Takten gilt der bessere.

Deutschland hat meistens viele parallele Zuggattungen in jeweils Zweistundentakt, manchmal auch Stundentakt.
So verkehren zwischen Stuttgart und Ulm:

1. der ICE ohne Halt
2. der IC mit Halt in Plochingen, Göppingen und vereinzelt auch Geislingen
3. der IRE mit etwas mehr Halten
4. der RE mit noch etwas mehr Halten
5. die RB die außerhalb des Ballungsraumes Stuttgart überall hält
6. die S-Bahn die innerhalb des Ballungsraumes Stuttgart alle Halte bedient

Würden 1-5 alle stündlich verkehren und Stuttgart und Ulm Taktknoten, dann wären die Fahrzeiten 30, 60, 90, 120 und 150 Minuten (die S-Bahn lasse ich einfacherweise aus). Letztere Fahrzeit wäre für eine RB unrealistisch.
Wenn die neue Rennbahn in Betrieb geht, kann man Verkehre trennen; denkbar wäre ICE halbstündlich in 30 Minuten, IC250 (Halt in Flughafen) halbstündlich in 45 Minuten.
Auf der Altstrecke kann man dann einen halbstündlichen Mittelstreckenzug anbieten sowie eine halbstündliche Regionalbahn. Mit 2 Strecken und jeweils 2 Zuggattungen pro Strecke lässt sich der ITF besser gestalten.

In NRW ist die Zuggattungenvielfalt zwar geringer (ICE, IC/EC, RE, RB/S) aber dafür haben parallele RE-Linien unterschiedliche Zwischenhalte = es gibt "schnelle" und "langsame" REs.

Bei uns gibt es (bis auf einigen Ausnahmen) nur 2 Zuggattungen (IC und Sprinter). Das eignet sich selbstverständlich sehr gut für einen 10-Minutentakt.

Ebenfalls erschwert wird ein ITF durch eine starke Vernetzung zwischen den Bahnhöfen, weil dann jede Änderung einer Knotenzeit in einem Bahnhof die Anpassung vieler Fahrzeiten zu den nächsten Knoten bedeutet. Grosse Ländern sind aber nicht notwendigerweise stärker vernetzt als kleine.

In Deutschland gibt es z.B. Rhein-Ruhr-Sieg und Rhein-Main-Neckar, die stark vernetzt sind. In letztere wäre F Hbf, F Flughafen und Mainz alle Knotenkandidaten, genauso Mannheim und Heidelberg. Es gibt Strecken MA-MZ (via Worms), MA-FFF (via Biblis) und MA/HD-F (via Darmstadt) die man alle vertakten müsste. Hinzu kommt in der Zukunft noch eine neue Rennbahn F-MA.
Wie man das vernünftig darstellen kann, ist mir zur Zeit nicht klar.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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