AT: Landesweiter ITF (mit Karte) (Allgemeines Forum)

Alphorn (CH), Sonntag, 21.11.2010, 19:21 (vor 5601 Tagen)
bearbeitet von Alphorn (CH), Sonntag, 21.11.2010, 19:22

In gut zehn Jahren werden wir sehen, ob das Erfolgsmodell Schweiz übertragbar ist: Österreich arbeitet an der Infrastruktur für einen landesweiten integralen Taktfahrplan. Zuerst mal die Karten: Prognostizierte Auslastungssituation (hier sieht man die Ortsnamen), heutige Fahrzeiten, Fahrzeiten 2025:

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Hier steht eine vertikal geteilt Scheibe für Anschlussknoten zur Minute 00/30 und horizonal für einen Knoten um 15/45 (grau: geplant, gelb: realisiert); gepunktet heisst ungefähr. Meine Interpretation der Farben: Die roten Linien sind Strecken mit angepassten Fahrzeiten, die violetten sind beschleunigte Züge und die grünen diejenigen Strecken, welche nicht an den ITF angepasst wurden.

Mir gefällt der Zielfahrplan gut, er kann sich problemlos mit dem Schweizer ITF messen. Besonders auf der Westbahn (Wien-Salzburg) scheinen die grösseren Ortschafen in günstigen Abständen zu liegen, sodass man sehr viele Unterknoten einrichten konnte. Und der beschleunigte Zug, welcher einige dieser Knoten umgeht, stellt in Linz einen Viertelstundentakt her. Zudem scheinen die Kantenzeiten sauber auf die Nachbarländer abgestimmt zu sein, in der Schweiz passen sie jedenfalls an beiden Übergängen (Bregenz und Feldkich) perfekt.

An vielen Stellen sind kleinere Beschleunigungen nötig, aber nur an zwei Stellen muss richtig gross gebaut werden: Wiener Neustadt bis Bruck an der Mur (Semmeringbasistunnel, 55 statt 85 Minuten, geplant) und Graz bis Salzburg (Koralmbahn, neu, 60 Minuten, im Bau). Hoffen wir, dass die Finanzierung des Gesamtprojekts klappt.

Vorbildlich ist auch die Dokumentation: Die Bürger können auf dieser Projektseite detaillierte Informationen zu den einzelnen Bauvorhaben bekommen.

Was sich auf diesen Karten nicht ablesen lasst, ist die Abstimmung mit den untergeordneten Verkehrsmitteln (Busse, Nebenbahnen). Ich gehe aber nicht davon aus, dass man bei einer so sauberen Planung auf nationaler Ebene dann im Detail patzt.

Ein kleiner Schwachpunkt ist die Vernetzung; der ITF scheint im Wesentlichen auf zwei Achsen zu passieren und dazwischen läuft wenig. Aber die Mitte scheint auch ziemlich dünn besiedelt zu sein.


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