Deutschland hat zuviele parallel verkehrende Zuggattungen (Allgemeines Forum)

Alphorn (CH), Mittwoch, 24.11.2010, 03:25 (vor 5599 Tagen) @ Oscar (NL)

Einverstanden, viele verschiedene Zuggattungen erschweren sowohl hohen Takt (wegen vielen Überholungen durch grosse Geschwindigkeitsunterschiede zwischen dem schnellsten und langsamsten) als auch den ITF (durch geringe Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den einzelnen Fahrzeiten).

Die vielen verschiedenen Zuggattungen in Deutschland resultieren meiner Meinung nach unter anderem auch daraus, dass man möglichst viele (relativ schnelle) Direktverbindungen schaffen will. Meine Theorie ist, dass das unter anderem deswegen gemacht werden muss, weil die Reisenden wegen schlechtem Takt und schlechter Pünktlichkeit nicht das Risiko eingehen wollen, eine Umsteigeverbindung einzuplanen. In der Schweiz gibt es weniger Direktverbindungen, aber hier macht man sich beim Umsteigen erstens keine Sorgen und zweitens verliert man kaum Zeit (unter anderem weil wegen des ITF die Direktzüge genauso im Knoten rumstehen wie die Umsteigezüge).

Für den ITF wäre es am einfachsten, wenn jede Zuggattung doppelt so schnell wäre wie die nächstlangsamere... dann hätten automatisch beide ein korrekte Kantenzeit. Je geringer die Fahrzeitunterschiede, desto länger dauert es, bis sich die Züge wieder zu einer Knotenzeit treffen (Beispiel: Stundentakt, schneller Zug mit 60 Minuten Fahrzeit, langsamer mit 75 Minuten -> Treffen erst nach 2.5 Stunden).

Bei einem ITF zwischen zwei Knoten mehrere Zuggattungen in BEIDEN befahrenen Knoten zur Knotenzeit verkehren zu lassen klappt auch in der Schweiz nur an wenigen Stellen. Strecken, auf denen mehrere Zuggattungen verkehren, richten sich nach den schnelleren Zügen, und die langsameren kommen meist nur in einem der Knoten zur Knotenzeit an oder fahren gar nicht bis zum nächsten Knoten.


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