Bahnreform 22: Meine Ideen bzgl Auskunft und Preis (Allgemeines Forum)

Der Blaschke, Mittwoch, 10.08.2022, 21:13 (vor 56 Tagen) @ bendo
bearbeitet von Der Blaschke, Mittwoch, 10.08.2022, 21:13

Hallo.

...Und es taucht die Frage auf, wer hat denn zu bestimmen, welche Anschlüsse in einer Auskunft angezeigt werden und welche nicht. Da kann ja wohl kaum richtig sein, dass einem einzelnen EVU zu überlassen....

Hmm, wieso nicht? Ein privater Anbieter kann dir doch anbieten was er möchte, oder? Und wenn eine private Auskunft dir nur 1/3 aller tatsächlich möglichen Verbindungen ausgibt, wäre das irgendwie "verboten"?
Dass das für den Kunden besch... ist, ist klar: Oftmals würde ja gar nicht bekannt werden, welche weiteren Angebote es denn gäbe. Der Kunde wählt aus dem, was ihm angeboten wird. Als Alternative bleibt die Ablehnung des Angebots. Wenn mir auf dem Wochenmarkt nur drei schäbige Gurken angepriesen würden, kann ich eine davon auswählen oder dankend ablehnen. Dass da in einer anderen Kiste noch 10 andere Gurken liegen, wäre zwar schön für mich zu wissen, aber der Händler ist wohl nicht verpflichtet, mir diese zu offerieren, oder?

Im Prinzip ist dein Einwand richtig.

Nun wollen wir aber einen ITF und einen Deutschlandtakt. Und der freie Markt ist ja nur in Ansätzen vorhanden.


Meine Idee geht in Richtung: Zweierlei.

Es gibt einen neutralen Netzbetreiber. Meine Gedanken dazu äußerte ich schon anderswo. Eine Art gGmbH. Alle EVU müssen sich als Gesellschafter beteiligen. Dazu öffentliche Körperschaften etc. Dieser Netzbetreiber stellt eine neutrale Auskunft mit allen möglichen Anschlüssen bereit. Bei ihm kann man auch Fahrkarten erwerben. Zu einer Art Deutschlandpreis vergleichbar mit dem heutigen Normalpreis.

Neben dieser neutralen umfassenden Auskunft kann jedes EVU, jeder Verbund und sonst jemand seine eigenen Auskünfte betreiben. Dort Züge ausschließen. Oder z.B. eigene Züge bevorzugen. Ganz nach eigenem Gusto. Und jeder kann sich seine Preissystematik frei ausdenken. Hinter den Kulissen müssen natürlich Vereinbarungen über die Aufteilung der Fahrgeldeinnahmen getroffen werden.

Inwieweit die Auskunft des Netzbetreibers über all die Angebote informiert, müßte man diskutieren.

Der Kunde kann also vielgleisig fahren. Er kann bequem sein und die Netzauskunft nutzen und dort meist relativ teuer buchen. Er kann darüber hinaus auf den Seiten von EVU/Bestellern/Verbünden nach Angeboten suchen.

FGR gelten für jede gekaufte Fahrkarte, egal wo.

Zwischen den Auskünften gäbe es also eine gewisse Konkurrenz. Jeder Anbieter wäre bestrebt, dass zunächst bei ihm gebucht wird, weil so die Fahrgeldeinnahmen erst ihm zufließen. Also muss jede Auskunft möglichst kundenfreundlich bedienbar sein, einfach auffindbar und natürlich auch Angebote bereit halten, so dass es sich lohnt, regelmäßig reinzuschauen.

Ja, im Ergebnis könnte ein und dieselbe Verbindung dann bei unterschiedlichen Anbietern zu unterschiedlichen Preisen verkauft werden. Wettbewerb ganz im Sinne des Kunden.

Und es ist wie 'draußen': der Bequeme zahlt halt mal etwas mehr. Der Schnäppchenjäger hat Arbeit, aber freut sich über Ersparnisse.


Soweit meine groben Ideen und Gedanken.


Schöne Grüße von jörg


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