Großzügigere Umsteigezeiten = bessere Pünktlichkeit (Allgemeines Forum)

michael_seelze, Mittwoch, 10.08.2022, 19:49 (vor 56 Tagen) @ Nordy

Damit Anschlusszüge zuverlässiger erreicht werden, achten wir in den Fahrplanmedien ab sofort auf großzügigere Umsteigezeit. Knappe Anschlüsse, die in der aktuellen betrieblichen Lage schwer erreicht werden können, zeigen wir jetzt schon bei der Planung und Buchung nicht mehr an. Das betrifft 800 Verbindungen.

Das geht in die falsche Richtung. Selbstverständlich kann man eine höhere Pünktlichkeit am Endpunkt von Reiseketten erreichen, indem man die Umsteigezeiten erhöht. Anscheinenend wird hier aber nicht an der planmäßigen Übergangszeit geschraubt, denn diese beinhaltete eine Pufferzeit im Sinne einer Reservezeitdauer zwischen zwei Zugtrassen, sondern ursprünglich fahrplanmäßige Anschlüsse werden "künstlich" nicht mehr ausgewiesen und existieren zumindest solange fort, wie Fahrkarten für diese Verbindungen im Voraus verkauft worden sind.

Das Ganze wird so lange fortgesetzt, bis sich die Betriebsqualität aus Belastung und Wartezeit als Maßstab der Pünktlichkeit wieder in einem zufriedenstellenden (und für das EVU aus betriebsbwirtschaftlicher Sicht rentablen?) Bereich bewegt.
[Literaturhinweis: Hintergrund für das Vorstehende bildete Pomp, Roswitha,Fahrwegkapazitätsbetrachtungen, in Heister, Gert u.a, Eisenbahnbetriebstechnologie, Mainz 2006, S.285-370, hier S.308 und 321-323.]


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